<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>George R. R. Martin-Archiv - Texte zur Sache</title>
	<atom:link href="https://texte-zur-sache.de/tag/george-r-r-martin/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://texte-zur-sache.de/tag/george-r-r-martin/</link>
	<description>Meinung und Debatte, Rezensionen, Kunst, Sport, Politik und Gesellschaft</description>
	<lastBuildDate>Tue, 09 Dec 2025 07:00:02 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1</generator>

<image>
	<url>https://texte-zur-sache.de/wp-content/uploads/2026/07/cropped-tzs-32x32.png</url>
	<title>George R. R. Martin-Archiv - Texte zur Sache</title>
	<link>https://texte-zur-sache.de/tag/george-r-r-martin/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Wo ist eigentlich der Nachtkönig abgeblieben?</title>
		<link>https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/wo-ist-eigentlich-der-nachtkoenig-abgeblieben/</link>
					<comments>https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/wo-ist-eigentlich-der-nachtkoenig-abgeblieben/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Henning Hirsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2025 07:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filme und Serien]]></category>
		<category><![CDATA[Henning Hirsch: Neues vom Serien-Junkie]]></category>
		<category><![CDATA[A song of ice and fire]]></category>
		<category><![CDATA[Daenerys Targaryen]]></category>
		<category><![CDATA[Game of Thrones]]></category>
		<category><![CDATA[George R. R. Martin]]></category>
		<category><![CDATA[HBO]]></category>
		<category><![CDATA[High Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Jon Snow]]></category>
		<category><![CDATA[King's Landing]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtkönig]]></category>
		<category><![CDATA[Westeros]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://diekolumnisten.de/?p=31832</guid>

					<description><![CDATA[<p>Henning Hirsch lässt sich von seinem Sohn überzeugen, endlich 'Game of Thrones' anzuschauen. Obwohl durchgängig gute Unterhaltung, hadert er am Ende mit dem abrupten Tod einer wichtigen Figur und sagt: Chance auf mehr Tiefe der Handlung leider vertan. Eine Neues-vom-Netflixjunkie-Kolumne.  </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/wo-ist-eigentlich-der-nachtkoenig-abgeblieben/">Wo ist eigentlich der Nachtkönig abgeblieben?</a> erschien zuerst auf <a href="https://texte-zur-sache.de">Texte zur Sache</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Hast du schon &#8218;Game of Thrones&#8216; gesehen, Papa?&#8220;, will Sohn Nr. 1 vor einigen Wochen wissen.<br />
&#8222;Ist das nicht so&#8217;n Famtasy-Kram mit Drachen?&#8220;<br />
&#8222;Ja.&#8220;<br />
&#8222;Drachen und Einhörner sind eher nicht mein Ding.&#8220;<br />
&#8222;Mein Kumpel Lukas sagt, das ist ne echt krasse Serie.&#8220;<br />
&#8222;Der Lukas sagt das?&#8220;<br />
&#8222;Ja, und der Lukas hat echt Ahnung von so was. Vom dem kam vor 3 Jahren der Tipp mit &#8218;Snowfall&#8216; und &#8218;House of Cards&#8216;. Die Serien fandst du dann auch super.&#8220;<br />
&#8222;Stimmt … ich werde mir die ersten 2 Folgen von &#8218;Game of Thrones&#8216; anschauen und im Anschluss entscheiden, ob sich 8 Staffeln lohnen.&#8220;<br />
&#8222;Tu das, Papa. Ich beginne auch heute Abend damit.&#8220;</p>
<h2>Die Leere hinter dem Eis</h2>
<p>Um es vorneweg zu sagen: <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0944947/">Game of Thrones</a> ist eine große Erzählung. Etwas, das über das übliche Fantasy-Schwertgerassel weit hinausgeht. Ein (fiktives) Mittelalter-Epos in 73 Episoden – angelehnt an die Romanreihe &#8218;A song of ice and fire&#8216; des US-amerikanischen Schriftstellers George R. R. Martin, aufgeteilt in 8 Staffeln, die zwischen 2011 und 2019 vom Kabelsender HBO ausgestrahlt wurden –, in der selbst Menschen, die sonst Thomas Bernhard &amp; Peter Handke lesen und beim Wort &#8218;Popkultur&#8216; die Augen verdrehen, plötzlich mitreden wollen. Eine Serie, die angeblich die naturalistische Härte des realen Lebens, politische Grauzonen, den moralischen Dreck und all so hochkomplexe Sachen verhandelt – und gleichzeitig unterhaltsam rüberkommt, wenn man sie mit Chips &amp; Bier/Coke Zero auf dem Sofa bingt.</p>
<p>Ja ja, ich weiß, dass ich mit meiner Rezi spät dran bin. Aber besser spät dran als komplett versäumt.</p>
<h2>Und dann ist da noch der Nachtkönig</h2>
<p><a href="https://gameofthrones.fandom.com/de/wiki/Nachtk%C3%B6nig">Der Nachtkönig</a> manifestiert das, was sich in einer Heldensaga als &#8218;Das ultimative symbolische Zentrum“ erahnen lässt. Der Nachtkönig ist die drohende Kälte, der Mythos, das transzendente Andere, das Vage „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, Jon Snow, als du dir in deinen schlimmsten Albträumen vorstellen kannst“.</p>
<p>Kurz: Er stellt das wirklich Große dar, das Game of Thrones zu bieten hat.</p>
<p>Und die Serie tut, was diese Serie irgendwann mit allem tut, was größer war als ein mittelalterliches Bruder-und-Schwester-Drama: Sie rei0t es kaputt, schmeißt es hin, stampft kurz drauf, zieht weiter.</p>
<h2>Serie, die ihre beste Idee nicht versteht</h2>
<p>Begeben wir uns an den  Anfang, also dort, wo Game of Thrones noch weiß, dass Atmosphäre kein Luxus ist, sondern der Grund, warum man Geschichten erzählt. Der Prolog der ersten Folge ist vielleicht der stärkste Beginn einer High-Fantasy-Reihe seit Jahrzehnten. Nicht, weil er inhaltlich so komplex wäre. Sondern weil er etwas macht, was die Drehbuchautoren danach zunehmend verlernen, bis es in der Serie dann endgültig aufgegeben wird: Er setzt Prioritäten.</p>
<p>Die Weißen Wanderer, der Frost, das namenlose Grauen.<br />
Sie sind das erste Bild der Geschichte.<br />
Eindeutig.<br />
Unmissverständlich.</p>
<p>Und wenn eine Handlung so beginnt, dann sagt sie: „Das hier ist der Kern. Alles andere ist Variation.“</p>
<p>Doch die Serie entwickelt sehr früh eine Leidenschaft fürs Variieren – und bald auch fürs Variieren des Variierens. Und weil jedes neue Figurenpaar, das man irgendwo in Westeros platziert, eine halbe Staffel an „Wohin-gehen-sie-als-Nächstes-und-wen-treffen-sie-unterwegs“-Plotlines nach sich zieht, wird die eigentlich zentrale Bedrohung in die Ecke geschoben wie ein Spielzeug, das man zwar teuer gekauft hat, aber zu sperrig findet, um es regelmäßig in die Hand zu nehmen.</p>
<p>Der Nachtkönig ist in den Staffeln 3–6 das, was im Theater „das drohende Bühnenbild“ heißt. Es steht da, es wirft Schatten, es kündigt an. Und man erwartet, dass etwas damit passiert. Man erwartet, dass die Bühne sich öffnet und etwas Größeres dahinter sichtbar wird.</p>
<p>Aber Game of Thrones folgt einem anderen Prinzip, das aus der Serialisierung stammt: Alles darf passieren, solange es nicht jetzt sofort passiert. Und wenn dann der Moment kommt, an dem es passieren muss, fällt der Produktion plötzlich ein: „Oh. Scheiße. Wir brauchen ja ein Ende.“</p>
<h2>Vom Mythos zum Setpiece</h2>
<p>Hartheim war der Moment, an dem ich dachte: Okay. Jetzt. Jetzt wird der Nachtkönig endlich in die große Erzählung integriert. Sein stummes, triumphierendes Armheben, das kalte Reanimieren der Gefallenen – das ist der Stoff, aus dem Mythen gemacht werden. Mythen, die größer sind als die Figuren. Mythen, die nicht nur atmosphärisch faszinieren, sondern vor allem erzählerisch überzeugen.</p>
<p>Doch die Serie behandelt diesen (Nicht-) Wendepunkt wie einen CGI-Effekt.<br />
Ein schöner.<br />
Ein teurer.<br />
Aber eben ein Effekt.</p>
<p>Die Serie versteht den Nachtkönig nicht als Figur, sondern als Stimmungserzeuger. Und Stimmung kann man zwar für einen Trailer hervorragend nutzen. Aber für eine Erzählung?</p>
<h2>Das Ende des Nachtkönigs und der Tod jeglicher Relevanz</h2>
<p>Wenn man es ganz nüchtern ausdrückt, dann war die Tötung des Nachtkönigs in „The Long Night“ die größte dramaturgische Arbeitsverweigerung der jüngeren Fernsehgeschichte. Nicht, weil er stirbt – Bösewichte sterben. Sondern weil alles, was vorher über ihn erzählt wurde, nun bedeutungslos wird.</p>
<p>Er wollte nicht herrschen.<br />
Er wollte keine Macht.<br />
Er wollte keine Ordnung umstürzen.<br />
Er wollte keine neue Welt schaffen.</p>
<p>Er wollte… ja, was eigentlich?</p>
<p>Bran töten?<br />
Die Menschheit auslöschen?<br />
Oder einfach nur einmal bedeutungsvoll irgendwo hinmarschieren?</p>
<p>Die Serie weiß es nicht. Weil sie sich nie die Mühe macht, es herauszufinden.</p>
<p>Und so endet der Nachtkönig wie ein Non-Player Charakter in einem mittelmäßigen Rollenspiel, bei dem der Entwickler das Budget für weitere Sequenzen gestrichen hat: Man prügelt munter auf ihn ein, und irgendwann droppt man die Figur.</p>
<p>Dummerweise droppte in der entscheidenden Szene nichts richtig.<br />
Nicht einmal Erkenntnis.<br />
Nicht 1 Folge, die sich danach mit den Konsequenzen des abrupten Abgangs des eigentlichen Antagonisten beschäftigt.</p>
<p>Alles verpufft.<br />
Als wäre es nie gewesen.</p>
<h2>Das eigentliche Drama: Die Serie braucht ihn, aber sie weiß es nicht</h2>
<p>Vielleicht das Bitterste an alledem: Der Nachtkönig ist nicht nur eine interessante Figur.<br />
Er war das einzige strukturelle Korrektiv, das die Serie hatte.</p>
<p>Westeros ist eine Welt voller aristokratischem Müll, voller Intrigen, die nur deshalb funktionieren, weil alle an dieser Stadt kleben wie Fliegen auf einem Haufen Pferdeäpfel. Ein Reich, das realistisch betrachtet längst kollabiert wäre. Aber der Nachtkönig gab dem Ganzen eine Richtung. Eine Notwendigkeit. Eine übergeordnete Bedeutung.</p>
<p>Er war der einzige Grund, warum diese Erzählung hätte mehr sein können als eine hochbudgetierte Darstellung von mittelalterlichem Sex &amp; Crime gewürzt mit Drachen und ein paar (Licht-) Hexen.</p>
<p>Und die Serie entledigt sich seiner, weil er offenbar im Weg stand.<br />
Im Weg wofür:<br />
Für den Machtkampf zwischen Daenerys und Jon?<br />
Für die Frage, ob Tyrion noch einmal eine schlechte Entscheidung treffen darf?<br />
Für die Diskussion: „But what about my claim?“</p>
<h2>Die Lange Nacht war nicht DIE Schlacht, sondern schlichtweg ein Fehler</h2>
<p>Es gibt viele schlechte Serienfinals.<br />
Es gibt viele verschenkte Figuren.<br />
Aber der Umgang mit dem Nachtkönig ist mehr als das.<br />
Er ist die demonstrierte Unfähigkeit, eine Erzählung zu Ende zu denken.</p>
<p>Denn der Nachtkönig war keine Figur, der man sich rasch enlledigen konnte.<br />
Er war der Grund, warum all das in Gang gesetzt wurde.<br />
Er war – strukturell betrachtet – die Notwendigkeit überhaupt, diesen monströsen, mäandernden, tonal schwankenden Riesenklumpen namens „Game of Thrones“ zusammenzuhalten.</p>
<p>Und als man ihn tötete, starb nicht nur der Nachtkönig.<br />
Es starb die Relevanz von allem, was davor passiert ist.</p>
<p>Der gesamte Norden-Plot?<br />
Atmosphärisches Vorspiel ohne Auflösung.</p>
<p>Brans Entwicklung zum 3-äugigen Raben?<br />
Letzten Endes belanglos.</p>
<p>Jon Snow?<br />
Eine Fußnote.</p>
<p>Drachenglas?<br />
Drehbuchprothesen.</p>
<p>Die Mauer?<br />
Ein CGI-Objekt, das hauptsächlich dazu da ist, in Staffel 7 spektakulär zu zerbersten.</p>
<p>Die Serie hat keinerlei Bedenken, (ständig) wichtige Figuren sterben zu lassen.<br />
Keine Angst, Tabus zu brechen.<br />
Keine Hemmungen, exzessive Gewalt plakativ in Szene zu setzen.<br />
Mit dem abrupten Abgang des Nachtkönigs demonstriert sie jedoch unerklärlicherweise Scheu, größer sein zu wollen als eine bloße Fantasy-Seifenoper.</p>
<h2>Warum dieser Verrat so schwer wiegt</h2>
<p>Die Serie gab anfangs das Versprechen, mehr zu sein als Intrigantenstadl &amp; Bettgeschichte von Adligen. Eine Story, die etwas über Menschheit, Überleben, Sinn und Unsinn politischer Ordnungen hätte erzählen können. Und am Ende mutiert sie zu einem visuell aufwendigen Wettereffekt. Ein Schneesturm, der zufällig ein Gesicht hat.</p>
<p>Der Nachtkönig war nicht bloß eine Figur. Er war die Chance, die Serie in die Sphäre echter Mythologie zu heben. Und die Showrunner sagten: „Mythologie? Och nee. Wir machen stattdessen lieber: Daenerys sieht traurig aus. Schnitt. Tyrion runzelt die Stirn. Schnitt. Arya sagt &#8217;not today&#8216; und springt&#8216;. Fertig.“</p>
<h2>Das endgültige Urteil</h2>
<p>Dass der Nachtkönig stirbt, ist nicht das Problem, sondern dass er nichts bedeutet, darin liegt der fatale Irrtum des Drehbuchs. Dass nichts an ihm und seinem Ableben Konsequenzen hat. Dass alles, was die Serie über ihn erzählt, letztlich in sich zusammenfällt wie ein Schneemann im April.</p>
<p>Game of Thrones hat den Nachtkönig nicht getötet.<br />
Es hat die Idee seines Charakters geschreddert.<br />
Und damit den eigenen Mythos gleich mit.</p>
<p>Die Lange Nacht war am Ende nicht das epische Schlachtfeld. Sie war der Moment, in dem die Serie ihren eigenen erzählerischen Bankrott erklärte:<br />
Alles Eis – keine Substanz.<br />
Alles Aufbau – kein Schluss.<br />
Alles Mythos – aber ohne Mythos.</p>
<p>Die größte Ironie dabei: Nichts offenbart die Fehlkonstruktion so sehr wie dieser eine Moment, in dem der Nachtkönig in 1000 Splitter zerbirst. Denn in diesem Augenblick zerfällt die ganze Serie. Und sie merkt es nicht einmal.</p>
<p><strong>Rubrik</strong>: Da wäre durchaus mehr drin gewesen.<br />
+++</p>
<p>Am Ende eine dreigeteilte <strong>Bewertung</strong>:<br />
(1) 9 Punkte (Staffel 1-6)<br />
(2) 7.5 Punkte (Staffel 7)<br />
(3) 5 Punkte (Finale)<br />
+++</p>
<p>Lesen Sie auch von Sören Heim: <a href="https://texte-zur-sache.de/2019/04/21/was-game-of-thrones-richtig-macht-und-was-nicht/">Was Game of Thrones richtig macht (und was nicht)</a><br />
+++</p>
<p><strong>Epilog:<br />
</strong>&#8222;Ich hab&#8216; nach der ersten Folge ausgeschaltet. War doch zu viel Fantasy-Prinzessinnen-Kram; wie du befürchtet hattest. Echt langweilig&#8220;, erzählt mir ein paar Wochen später Sohn Nr. 1, &#8222;du hast es doch bestimmt genauso gemacht, Papa?&#8220;.<br />
&#8222;Ups!&#8220;<strong><br />
</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/wo-ist-eigentlich-der-nachtkoenig-abgeblieben/">Wo ist eigentlich der Nachtkönig abgeblieben?</a> erschien zuerst auf <a href="https://texte-zur-sache.de">Texte zur Sache</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/wo-ist-eigentlich-der-nachtkoenig-abgeblieben/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sterben und Leben in Westeros</title>
		<link>https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/leben-und-sterben-in-westeros/</link>
					<comments>https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/leben-und-sterben-in-westeros/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kern]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Aug 2017 09:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Andreas Kern: La vida Tombola]]></category>
		<category><![CDATA[Filme und Serien]]></category>
		<category><![CDATA[Cersei Lannister]]></category>
		<category><![CDATA[Danaerys Targaryan]]></category>
		<category><![CDATA[Game of Thrones]]></category>
		<category><![CDATA[George R. R. Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Jon Snow]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtkönig]]></category>
		<category><![CDATA[Staffel 7]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://diekolumnisten.de/?p=13728</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Siebte Staffel von ,Game of Thrones' ist vorbei. Einige halten die neuen Folgen für weniger tiefgründig als die älteren Kapitel, die noch auf Romanen von George R. R. Martin basieren. Dieses Urteil ist zu hart. Die Story neigt sich ihrem Ende zu - und muss zwangsläufig Tempo aufnehmen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/leben-und-sterben-in-westeros/">Sterben und Leben in Westeros</a> erschien zuerst auf <a href="https://texte-zur-sache.de">Texte zur Sache</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Bildnachweis: Egal ob durch Schwert, Pfeil oder Drachenblut, gestorben wird bei &#8222;Game of Thrones&#8220; häufig. Hier illustriert auf einem Bildteppich. <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Game_of_Thrones_-_SEASON_7_Episode_4.jpg">Foto: Wikimedia Commons; Autor: Kal242382</a></em></p>
<h2>Achtung: Spoiler-Alarm!</h2>
<p>Nun ist sie vorbei, die lange erwartete siebte Staffel von &#8222;Game of Thrones&#8220;. Das überraschende dabei war, dass nichts überraschend war. Im Gegenteil: Es sind Dinge passiert, die alle erwartet haben. Bis auf die spontane Hinrichtung von Petyr Baelish vielleicht, besser bekannt als Kleinfinger, und den olympiareifen Speerwurfkünsten des Nachtkönigs. Aber der große Cliffhanger der Staffel, der Einmarsch der Weißen Wanderer in <a href="https://texte-zur-sache.de/2016/04/23/der-messias-von-westeros/">Jon Snows </a>Norden von Westeros, ist genau das, worauf die Serie von Anfang an schnurgerade hinaus gelaufen ist.</p>
<p>Ebenso vorhersehbar war Snows Outing als eigentlicher Thronfolger von Westeros. Dass der Anführer des Nordens kein Bastard des Provinzfürsten Ned Stark, sondern der eheliche Sohn des gemeuchelten Kronprinzen Rheagar Targaryen ist, galt spätestens seit Staffel Fünf als offenes Geheimnis. Dazu passt, dass Snow gerade ein Verhältnis mit Danaerys angefangen hat, die unbekannterweise seine Tante ist. Das mag in hiesigen Gefilden als unschicklich gelten, in Targaryan-Kreisen hält man es in Liebensangelegenheiten aber durchaus so. Vor allem dann, wenn man sich zum Herrschen berufen fühlt. Es wäre wenig überraschend, wenn das Dreamteam Danaerys/Snow bald gemeinsam vom Eisernen Thron grüßen würde. Sie sind ja auch so schön und so edel wie einst <a href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/scheidung-von-angelina-jolie-und-brad-pitt-brangelina-wollen-scheidung-privat-regeln/19234010.html">Brangelina</a> und mindestens so machtbegabt wie die Clintons, das real existierende Power-Couple.</p>
<h2>Brangelina von Westeros</h2>
<p>Die Realität hat einem Immobilien-Mann aus Manhattan die Rolle zugedacht, Hillary um den Eisernen Thron, Verzeihung um das Weiße Haus, zu bringen. Es scheint so, als hielte das Weltgeschehen inzwischen mehr Wendungen bereit als die Fiktion bei &#8222;Game of Thrones&#8220;. Die Serie ist aber immer noch aufregender als der deutsche Wahlkampf. Und wenn sie bloß halb so wetterwendisch ist wie in den frühen Staffeln, dann besteht die immer noch die Möglichkeit, dass entweder die formal amtierende Regentin von Westeros, <a href="https://texte-zur-sache.de/2017/08/28/willkommen-bei-den-lannisters/#1">Cersei Lannister</a>, oder der Nachtkönig die Party crashen werden. Der Nachtkönig präsentiert sich ja bereits in etwa so, wie &#8222;Spiegel&#8220; oder &#8222;Stern&#8220; den aktuellen Bewohner des Weißen Hauses darstellen. Ok, der spielt vielleicht besser Golf, während der Nachtkönig seine Stärken eindeutig in den Wurfdisziplinen hat. Man darf also gespannt sein, was Staffel Acht bieten wird: Ein Alles-wird-gut in Hollywood-Manier oder zynisches Sterben, wie es der Erfinder der Serie und der zugrunde liegenden Romane, George R. R. Martin, eigentlich mag? Oder vielleicht doch irgend etwas dazwischen?</p>
<p>Wenn ich eine Prognose wagen darf: In irgendeiner Auseinandersetzung mit Cersei oder dem Nachtkönig stirbt Danaerys, Snow dagegen überlebt oder er kriegt auch noch seine zweite Wiederauferstehung hin. Am Ende sitzt er dann allein auf dem Eisernen Thron und regiert ein verwüstetes Land, das in den vielen Kriegen auf erbärmliches Niveau zurückgeworfen wurde. Ein Land, das in etwa so aussieht, wie Europa nach der Zerstörung der römischen Hochkultur, in den Zeiten der Völkerwanderung.</p>
<p>Snow als Fantasy-Ausgabe von Johann Ohneland anstelle von Jon &amp; Danaerys in Love &#8211; so ein Szenario würde mich mit der Serie versöhnen. Es entspräche auch Martins skeptischer Grundeinstellung.</p>
<h2>Fans hadern mit Erzähltempo</h2>
<p>Eine andere Kritik teile ich nur bedingt: Viele Fans hadern mit dem höheren Erzähltempo und der mangelnden Charakterentfaltung in den neuen Folgen. Zwar ist richtig, dass den einzelnen Persönlichkeiten nicht mehr so viel Raum gegeben wird wie zu Beginn, als es noch Romanvorlagen von Martin gab. Aber das ist folgerichtig und unvermeidbar. Alles, was sich in früheren Staffeln langsam angebahnt hat, treibt nun seinem Höhepunkt entgegen: Der Antagonismus zwischen den Thronprätendentinnen Cersei und Danaerys ebenso wie die bevorstehende &#8211; und wohl alles übertreffende &#8211; Schlacht zwischen den Lebenden und den Toten. Hier bleibt wenig Raum für Nuancen, die es aber dennoch gibt. Beispielsweise in den Dialogen zwischen Cersei und ihren Brüdern, in denen über Familie, Tod und Glück sinniert wird. Oder wenn Ser Bronn vom Schwarzwasser  &#8211; weniger feingeistig &#8211; den Sinn des Lebens zwischen den Bettlaken ausmacht und Snow-Berater Ser Davos im derbsten Luther-Ton feststellt: &#8222;Nichts fickt Dich härter als die Zeit.&#8220;</p>
<h2>Weniger Raum für Nuancen</h2>
<p>Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Deshalb: Bitte Milde mit den GoT-Machern! Allen Schwächen und einer nicht zu übersehenden Annäherung an Blockbuster wie ,Herr der Ringe&#8216; und ,The Walking Dead&#8216; zum Trotz, dürfte die aktuelle Staffel von &#8222;Game of  Thrones&#8220; mit Sicherheit eines der Fernsehereignisse des Jahres gewesen sein. Jeder deutschen Serie ist das handwerklich, dramaturgisch und schauspielerisch so weit voraus wie der JFK Airport dem <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/ber-eroeffnung-flughafenchef-will-starttermin-nicht-vor-weihnachten-nennen/20256396.html">BER</a> (der geplante, neue Flughafen der hiesigen Hauptstadt, von dem schon seit mehr als einem halben Jahrzehnt Flugzeuge abheben sollten). Und so denken einige meiner Bekannten mit Grausen daran, dass es vielleicht zwei Jahre dauern könnte, bis die Kämpfe um den fiktiven Kontinent Westeros ihr großes Finale erleben werden.</p>
<p>Was immer dann passieren wird, eines dürfte sicher sein: Das Motto von Erfinder Martin wird voll zum Tragen kommen: Jeder Mensch muss sterben. Sogar Jon Snow, aber der steht wieder auf.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/leben-und-sterben-in-westeros/">Sterben und Leben in Westeros</a> erschien zuerst auf <a href="https://texte-zur-sache.de">Texte zur Sache</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/leben-und-sterben-in-westeros/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Messias von Westeros</title>
		<link>https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/der-messias-von-westeros/</link>
					<comments>https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/der-messias-von-westeros/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kern]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Apr 2016 09:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Andreas Kern: La vida Tombola]]></category>
		<category><![CDATA[Filme und Serien]]></category>
		<category><![CDATA[Das Lied von Feuer und Eis]]></category>
		<category><![CDATA[Game of Thrones]]></category>
		<category><![CDATA[George R. R. Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Jon Snow]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtwache]]></category>
		<category><![CDATA[Serien]]></category>
		<category><![CDATA[Wiedergeburt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://diekolumnisten.de/?p=6476</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am Sonntag startet die sechste Staffel von "Game of Thrones". Dann erhalten die Fans eine Antwort auf die Frage, ob Serienheld Jon Snow noch lebt oder wenigstens eine anständige Wiederauferstehung hinbekommt. Dabei wird eine andere Figur für den Fortgang immer wichtiger.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/der-messias-von-westeros/">Der Messias von Westeros</a> erschien zuerst auf <a href="https://texte-zur-sache.de">Texte zur Sache</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Leute, die sich dafür interessieren, ob Hillary Clinton oder Bernie Sanders, Donald Trump oder Ted Cruz um den Einzug ins Weiße Haus kämpfen. Und es mag welche geben, die immer noch wissen wollen, ob der für 2012 avisierte Flughafen der deutschen Hauptstadt irgendwann in mittelferner Zukunft seiner Bestimmung übergeben wird. Für die meisten Menschen auf dieser Erde indes hat an diesem Wochenende eine andere Frage Priorität: Lebt Jon Snow?</p>
<p>Für alle, die weder Fans der Serie „Game of Thrones“ (GoT) sind, noch die Buchreihe „Das Lied von Feuer und Eis“ kennen, mag der Hype unvorstellbar sein. Echte „GoT“-Anhänger indes beschäftigt seit vergangenem Sommer kaum etwas so sehr, wie die Zukunft dieser Hauptfigur. Glaubte man Snow doch dazu berufen, einer ganzen Phantasiewelt die Erlösung von Krieg, Kabale und Intrigen zu bringen. Und so einer soll die Szenerie für immer verlassen? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, hofft ein Großteil der „GoT“-Gemeinde, dass ihr Liebling von den Toten aufersteht. Allerdings nicht nach der Schrift. Denn die Romanvorlage ist bereits zu einem vorläufigen Ende gekommen. Was sich Autor George R. R. Martin nun für die Serie ausdenkt, ist in der Tat Neuland.</p>
<h2>Warten auf die Auferstehung</h2>
<p>Snow als Christus von Westeros, auferstanden von den Toten: Eine Nummer kleiner, so kann man denken, macht es Martin nicht. Die meisten Morde, die meiste Gewalt, die finstersten Schurken. Wer sich so um Superlative müht, braucht fürs Schlusskapitel einen echten Knalleffekt. Und was käme besser, als ein Messias. Um so einer zu werden, bräuchte Snow schon eine Auferstehung, das gehört zum guten Ton. Dann, und nur, dann würde der Filmtod für die Fans einen Sinn ergeben. Ein Kniff, den man angesichts der bisherigen Dramaturgie der Serie nicht ganz von der Hand weisen kann.</p>
<p>So muss man sich „Game of Thrones“ wie eine Mischung aus Mittelaltermärchen, Shakespeare`scher Tragödie und einer Seifen-Oper à la Dallas mit jeder Menge Familienränke vorstellen. Drachen, Magie und Geister kommen darin ebenso vor, wie Liebesschmerz, Neid und Inzucht. Der Unterschied zu den meisten anderen Filmepen: In Martins Kosmos gibt es kein Gut und kein Böse, kein Schwarz und kein Weiß. Nur allerlei Schattierungen von Grau. So vollbringt fast jede Hauptfigur ebenso Heldentaten wie Schurkereien. Ein Seitensprung gilt fast schon als lässliche Sünde. Bei Vater- oder Brudermord fängt das Strafregister eigentlich erst an zu zählen. Und wer wirklich zwei Folgen lang ohne Missetat durch den fiktiven Kontinent Westeros gewandelt ist, droht garantiert in einer der nächsten Szenen gemeuchelt zu werden. „Valar morghulis – jeder Mensch muss sterben“, lautet das aus der Kunstsprache Valyrisch übersetzte Motto der Serie.</p>
<h2>„Valar morghulis – jeder Mensch muss sterben“</h2>
<p>Jeder Mensch muss sterben – bis auf Jon Snow, konnte man lange Zeit entgegnen. Denn der uneheliche Sohn des Warlords Ned Stark, einem früh gekillten Helden der ersten Staffel, passte in kein Schema. Er schien irgendwie ohne Sünde zu sein und durfte dennoch leben, ganze fünf Staffeln sogar. Anstatt sich mit seinen Halbbrüdern in den Bürgerkriegen von Westeros zu balgen, zog es Snow vor, sich der Nachtwache zu verschreiben. Einer zölibatär lebenden Ritterkaste, die in einer entlegenen Bergfeste lebt und vor allem eine Aufgabe hat: Westeros vor in Wildnis lebenden Völkern von jenseits der Grenze zu schützen. Zyniker würden sagen, eine Art Frontex des Mittelalters. In dieser rauen Männergemeinschaft wirkte Snow wie der große Außenseiter. Er war gebildeter, weltläufiger und weniger grobschlächtig. Zwar verstand Snow zu kämpfen, dennoch blieben Redegewandtheit und Verstand seine stärksten Waffen. Und als ihm Stanis Baratheon, ein anderer Warlord, anbot, den Mord an seinem Vater zu rächen und gemeinsam die Heimat zurückzuerobern, lehnte Snow ab. Sein Reich schien wirklich nicht mehr von dieser Welt zu sein. Und messianische Feindesliebe und Barmherzigkeit hatte der Grenzritter auch drauf.</p>
<p>Schnell brachte es Snow vom Außenseiter zum Lordkommandanten der Nachtwache. In dieser Funktion traf er dann eine folgenschwere Entscheidung. Als die Stämme jenseits der Grenze vom immer härteren Winter und einer Geisterarmee bedroht wurden, öffnete der Fürstensohn die Grenzpforte. Rasch rief Snows moralischer Imperativ seine Gegner auf den Plan, die, man befindet sich irgendwie im Mittelalter, keine Rechtsgutachten in Auftrag gaben, sondern zu finsterer Tat schritten. In einem Hinterhalt metzelten sie ihren Herrn und Meister. So die vorläufig letzte Szene der Saga, die Fans und Beobachter bis heute verzweifeln oder spekulieren lässt. Zumal auch der Verrat durch Gefolgsleute eine Analogie zum biblischen Messias ist.</p>
<h2>Jon Snow ist tot. Aber wie lange?</h2>
<p>In der Nacht von Sonntag auf Montag können zumindest die Sky-Abonnenten den Fortgang mit eigenen Augen verfolgen. Alle anderen müssen sich gedulden, bis die sechste Staffel von „GoT“ im Free-TV gezeigt wird oder im Stream bzw. auf DVD erhältlich ist.</p>
<p>Wagen wir eine Prognose!</p>
<p>Mit Sicherheit hat Snow die Metzelei durch die Nachtwache nicht überlebt, ansonsten würde auch Autor Martin seinem „Valar Morghulis“-Grundsatz untreu. Zudem ist es gerade die Stärke von „GoT“, dass die Serie mit allen heile Welt und Happy End-Konventionen bricht. In einem Martin-Plot kann Jon Snow nicht wie Aragorn in „Herr der Ringe“ am Ende als König mit hübscher Braut auf dem Eisernen Thron sitzen. Das wäre ja so etwas von Rosamunde Pilcher.</p>
<h2>Preis für Blutzauber wäre zu hoch</h2>
<p>Auch eine andere Hoffnung der Snow-Jüngerschaft, die Wiedererweckung durch die Blutzauberin Melisandre, wäre eine dramaturgische Enttäuschung. Sicher, die Hexerin hat Wiederauferstehungen im Repertoire, das hat sie schon eindrucksvoll bewiesen. Auch war sie bereits bei Snow auf der Festung und hat ihn dort ordentlich bezirzt. Aber was wäre das für eine Mesalliance? Hier die böse Frau, die Kinder ins Feuer werfen lässt, damit ihre Väter Kriegsglück haben. Dort der gute Mensch von Westeros, der sein Leben nicht nur für seine Freunde, sondern sogar für Wildfremde hingibt?</p>
<p>Nein, dieses Bündnis erschiene unglaubwürdig und gekünstelt. Zudem dürfte Melisandre nicht die Art von Frau sein, die andere Menschen für lau wieder zum Leben erweckt. Nein, diese obskure Magierin würde einen Preis von Snow fordern. Und der dürfte hoch und schmutzig sein. Zu hoch und zu schmutzig für einen Fast-schon-Messias.</p>
<h2>Ist Sansa die wahre Schlüsselfigur?</h2>
<p>Wir entscheiden uns deshalb für die Yoda-Variante! Snow stirbt, aber sein Geist lebt weiter. Entweder fährt er in ein Tier ein, was in der Serie auch gängige Praxis ist. Oder der einstige Grenzschützer wird zu einem der Wesen mit wechselndem Gesicht, die ebenfalls zur „GoT“ Grundausstattung gehören. Vielleicht macht es Snow aber wirklich wie Jesus und erscheint den Seinen in verklärter Form. Etwa seiner Schwester Sansa, die für uns die eigentliche Schlüsselfigur der finalen Staffeln werden könnte.</p>
<p>Weibliche Heldinnen sind gerade angesagt im Hollywood-Blockbuster-Kino. Katniss Everdeen aus „Tribute von Panem“ ist zur absoluten Trendsetterin geworden, die in Zeiten der Emanzipation gerade in den USA ziemlich viele Epigoninnen findet. J. J. Abramas hat mit Rey in seinem „Star Wars“-Sequel die wohl bekannteste von ihnen erschaffen. Beatrice Prior aus „Divergent“ ist ein anderes Beispiel. Folgt Martin diesem Trend?</p>
<h2>Vom Aschenputtel zur Kämpferin</h2>
<p>Dafür spricht: Sansa hat eine enorme Entwicklung genommen. Als braves Mädchen und hilflose Geisel der durchtriebenen Lennister-Sippe ist die älteste Halbschwester Jon Snows einst gestartet. Das Leben, schmutzige Ränke und unglückliche Zwangsehen haben die Lady immer härter und widerspenstiger lassen. Mit unglaublichem Selbstbehauptungswillen ist sie schließlich in Staffel fünf angekommen. Auch töten kann sie inzwischen, das ist unerlässlich bei Game of Thrones.</p>
<p>Erhält Sansa nun, wie einst Luke Sykwalker von Meister Yoda, brüderliche Unterweisungen aus dem Jenseits, könnte die Metamorphose zur Anführerin vollendet werden. Gleichzeitig wird an der Figur Sansa deutlich, was Martins Erzählkunst von anderen Filmhandlungen abhebt. Katniss Everdeen und Beatrice Prior waren von Anfang an stark und sind wohl schon mit geballter Faust auf die Welt gekommen. Sansa Stark musste – nomen est omen – stark werden, weil die Umstände sie dazu zwangen. Den gesamten Prozess kann man in der Serie verfolgen. Es wäre nur Konsequent, würde Martin diesen Wandel jetzt auf einen finalen Höhepunkt zusteuern lassen.</p>
<p>Aber Martin wäre nicht Martin, wenn es am Ende nicht ganz anders käme und auch Sansa bald schon den Gang alles Irdischen gehen müsste. Auch Snow-Jünger müssen zugeben, dass gerade das „Valar Morghulis“, das Wegsterben der Heroen, die ständigen Brüche und unvorhergesehen Wendungen das Salz in der Suppe von „GoT“ sind. Wer das nicht mag, kann „In aller Freundschaft“ schauen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/der-messias-von-westeros/">Der Messias von Westeros</a> erschien zuerst auf <a href="https://texte-zur-sache.de">Texte zur Sache</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://texte-zur-sache.de/filme-und-serien/der-messias-von-westeros/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
