Tanzverbot an Halloween?

»Wusstest du, dass an Halloween neuerdings Tanzverbot herrscht?«, fragt mein ältester Sohn.
»Bitte?« Ich bin gerade mit dem Samstagmorgenhausputz beschäftigt, und der alte Staubsauger macht einen Höllenlärm.
»AN HALLOWEEN DÜRFEN WIR NICHT MEHR TANZEN!«
»Brauchst nicht so zu schreien. Bin ja nicht taub«, antworte ich und stelle den Staubsauer beiseite. »Liegt vermutlich daran, dass wir am Tag darauf Allerheiligen feiern.«
»Kommt das immer direkt nach Halloween?«
»Klar. Halloween bedeutet ja nichts anderes als Abend vor Allerheiligen.«
»Und an Allerheiligen darf nicht getanzt werden?« Mein Ältester schaut mich ungläubig an.
»Anscheinend nicht.«
»Dann macht die Party gar keinen Spaß.«
»Dafür bekommst du einen Feiertag geschenkt und kannst ausschlafen. Auch nicht so schlecht«, sage ich.
»Warum können wir das nicht selbst bestimmen, ob wir feiern? Was mischt sich der Staat da ein?«

Das alljährliche Tanzverbotsmimimi

Nun ist mein Sohn mit seinem Wunsch nach 52×24/7 selbstbestimmtem Tanzen und (LAUT) Musikhören nicht alleine. Erregte Diskussionen über diese Frage kann man vor allem in der Woche vor Ostern verfolgen – das alljährliche Karfreitagstanzverbotmimimi. Und jetzt muss also aufgrund von Allerheiligen ebenfalls in der Nacht vom 31sten Oktober auf den 1sten November irgendwann die Musik runtergedreht werden. Dann ist das eben so. Mich juckt das nicht. Zum einen lege ich mich gewohnheitsmäßig gegen 24 Uhr ins Bett. Zum anderen mache ich mir aus Halloween Nullkommanichts, vom wirklich sehenswerten Carpenterfilm mit Jamie Lee Curtis mal abgesehen. Dieses aus den USA importierte [ich weiß, dass das Original aus Irland stammt. Brauchen Sie mir also nicht langatmig zu erklären] Konsumankurbelungsspektakel rangiert in meiner persönlichen Wertschätzungsskala auf demselben Level wie Cherry Coke und per App fernsteuerbare Jalousien. Braucht alles kein Mensch.

An dieser Stelle lässt sich gut der Bogen schlagen zum Homo consumens & saltans 2.0. Diese postmoderne Spezies will alles überall verfügbar, zu jeder Tages- und Nachtzeit, schnell zu entsorgen, preiswert und vor allem selbstbestimmt. Als Highlights gelten Wochenendausflüge in Outletcenter, Kindergeburtstage bei McDonalds, All-inclusive-Urlaube an der türkischen Riviera und Flatsaufen in Diskotheken. Versuchen Sie mal, mit diesen Menschen über die Schönheit der Sonntagsruhe zu diskutieren. Die Entschleunigung, die an diesem Tag eintritt. Zeit, um spazieren zu gehen, oder auf einer Parkbank ein Buch zu lesen. »Das können Sie alter Langweiler gerne tun. Aber ich will auch am Wochenende shoppen und nachts sowieso. Damit kurbele ich die Wirtschaft an, wovon Sie keine Ahnung haben«, wird der Homo consumens erwidern. Und ich frage mich wiederum, was um Himmelswillen benötigt man an Feiertagen und nachts so dringend, dass dafür die Supermärkte 24/7 geöffnet haben müssen? Spontan fallen mir nur Präservative und (für Alkoholiker) Wodka ein. Alles andere lässt sich doch prima werktags zwischen 7 und 21 Uhr einkaufen.

Religion ist Privatsache und tanzen tue ich, wann es mir passt

Tanzen wiederum dürfen Sie an 360 Tagen/ Jahr. Reicht das nicht? Müssen es tatsächlich 365 sein? Weil Religion Privatsache ist, antworten Sie? Stimmt; aber trotzdem kann man ja aus Rücksicht anderen gegenüber auch mal für kurze Zeit mit Spaß und Lärm innehalten. Warum gönnen Sie sich und uns nicht mal eine kurze Verschnaufpause? Oder geht’s bloß ums Prinzip? Das Ich-bestimme-selbst-was-gut-für-mich-ist-Mantra und lasse mir dabei von niemandem reinreden. Von der Kirche schon gar nicht. Es ist übrigens dieselbe Kirche, die Sie mitunter für Taufe, Kommunion/ Konfirmation, Hochzeiten und die Trauerfeier von Oma Gertrud nutzen. Natürlich selbstbestimmt, sobald es IHNEN in den Kram passt. Das ist was völlig anderes, meinen Sie? Na ja, konsequent wäre es m.E., wenn Sie als aufgeklärter Atheist, der Sie auf die Religion pfeifen, dann auch auf die damit verbundenen Feiertage verzichteten und sich an Ihren Büroschreibtisch setzten, anstatt Allerheiligen bis mittags im Bett rumzulümmeln und im Anschluss in Roermond nach günstigen Weihnachtsgeschenken zu suchen.

Der Hirsch als übellauniger Misanthrop und Minimalist hat gut reden, sagen Sie? Der braucht ja nichts außer Schreibtisch, Laptop, mittags eine Dose Ravioli, und zum Lachen geht der am liebsten auf den Friedhof. Was versteht der schon vom berauschenden Freiheitsgefühl des 24/7-Shoppens und 365-Tage-Partymarathons? Da haben Sie natürlich Recht. Mir reichen tatsächlich oft Laptop und Ravioli (mit Tabasco verfeinert, schmecken die gar nicht schlecht) Aber ich bin halt auch kein Homo consumens 2.0, und nehme am Sonntag lieber einen guten Roman in die Hand, als im Rewe Zahnpasta und Toastbrot zu besorgen. Das tue ich nämlich bereits am Freitagabend, weil mir Wochenendsupermarktbesuche ein Gräuel sind.

Um nun zum Schluss der Kolumne Entwarnung zu geben: Das Allerheiligen-Tanzverbot tritt in Rheinland-Pfalz um 4h morgens und in Nordrhein-Westfalen sogar erst um 5h in Kraft. Bis dahin darf also fröhlich gefeiert, Halloween-gelärmt und dem Nachbarn vor die Haustür gekotzt werden.

Kommentare

39 Kommentare zu „Tanzverbot an Halloween?“

  1. Avatar von Jerry Cotton
    Jerry Cotton

    … Sie schreiben es, werter H.H., unter dem Deckmantel des Konsums wird alles relativiert. Jesaja sagt dazu in 5, 20: ‚Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen.‘ … mehr muss nicht zu ‚Halloween‘ geschrieben werden.

  2. Avatar von Fred Groeger
    Fred Groeger

    Bei den albernen staatlichen Tanzverboten, die eigentlich gar keinen religiösen Hintergrund haben, werden wir uns nie einig werden, aber da lebst du irgendwie auch in einer anderen Welt.

    Was betrifft jetzt eigentlich dein ganzes Gerede von der Kirche die Bürger, die gar nichts mit der Kirche zu tun haben?

    Ich kann mich doch nicht angesprochen fühlen, da ich der christlichen Religion nicht angehörig bin, kein Glaubensbekenntnis gegenüber einer Kirche abgelegt habe?

    Außerdem kommt das staatliche Tanzverbot in deutschen Gesetzen doch gar nicht wirklich aus der christlichen Religion, sondern ist Bullshit, der zwischen Kirche und Staat ausgekaspert wurde, der eher auf fragwürdigem Zeug wie Puritanismus und/oder Pietätismus basiert.

    Ein staatlich vorgeschriebenes Tanzverbot aus mangelhafter und pseudoreligiöser Begründung ist eher eine deutsche Lächerlichkeit.

    1. Avatar von Heiko Heinisch

      Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Volle Zustimmung, Fred Groeger.

    2. Avatar von Jerry Cotton
      Jerry Cotton

      Prof. Alois Baumgartner: „Es tut allen gut, Tage zu haben, an denen man derer gedenkt, die vor uns gelebt haben. Diese Erinnerung im ganzjährigen Rummel untergehen zu lassen, wäre ein Verlust an Humanität. Es ist gut, dass es einen Tag gibt, an dem wir uns daran erinnern, dass wir auf den Schultern anderer stehen und die Kultur, in der wir leben, nicht von uns gemacht ist.“ … : https://bit.ly/2AwfjtJ

  3. Avatar von Henning Hirsch
    Henning Hirsch

    @Fred: ich hab’s nicht recherchiert, kann mir aber nicht vorstellen, dass Deutschland weltweit das einzige Land ist, das Tage mit Tanzverbot kennt. Gibt’s hundertpro auch anderswo auf dem Globus.

    Mir persönlich ist es eigentlich egal, ob die Leute an Karfreitag, Totensonntag, Allerheiligen lärmen u tanzen, so lange das nicht unmittelbar neben meiner Haustür stattfindet. Mir ist es aber ebenfalls egal, ob der Staat hier mal für ein paar Stunden einen Riegel vorschiebt. Geht die Welt nicht von unter, wenn an zwei, drei o fünf Tagen nicht getanzt werden soll.

    Für Nicht-Religiöse bzw Atheisten gilt die in der Kolumne gestellte Frage: Warum geht ihr an kirchlichen Feiertagen nicht arbeiten, wenn ihr an den ganzen Firlefanz sowieso nicht glaubt? Oder greift hier das Motto des Homo consumens: Alles mitnehmen, was es gratis im Angebot gibt?

    Zur Asozialität des 24/7-Shoppens werde ich noch eine separate Kolumne verfassen. Dieses Thema hatte ich gestern bloß gestreift; es ist jedoch einen längeren Text wert.

    1. Avatar von Fred Groeger
      Fred Groeger

      Henning, wenn es dir eigentlich egal wäre, dann würdest du dich ja selbst nicht jedesmal an den „stillen Feiertagen“ darüber aufregen, dass sich Menschen über das nicht religiös begründbare „Tanzverbot“ aufregen. Und da kommt dann eben wieder das Gemecker über Leute, die angeblich so „konsumgeil“ wären und „die doch an 360 Tagen im Jahr tanzen könnten“. Das ist aber ebenso autoritärer Quatsch, wie über staatlichen Zwang Mitbürgern ihr Freizeitverhalten an Feiertagen vorzuschreiben.

      Dein Scheinargument „Warum geht ihr an kirchlichen Feiertagen nicht arbeiten, wenn ihr an den ganzen Firlefanz sowieso nicht glaubt?“ ist eben auch nicht wirklich durchdacht, denn es ergibt sich ja selbst für Christen aus keiner „Bekenntnisvorschrift“, dass diese an Feiertagen nicht tanzen dürfen.

      Es geht also nicht nichtmal bloß gegen Atheisten wenn du dieses „Argument“ benutzt, sondern auch gegen Christen, die gar keinen Sinn darin sehen, dass Staat und Kirche einen albernen Zwang ausüben.

      Bei uns ist Allerheiligen übrigens kein Feiertag.

      Und selbst wenn: In der modernen Arbeitswelt gehen viele Menschen an Feiertagen arbeiten.
      Ich gehe auch vorzugsweise an den Weihnachtsfeiertagen gerne arbeiten, oder hänge im „24/7 Stunden“-Sportstudio rum, weil dann der Sandsackraum schön leer ist.

      Was du da geschrieben hast, begründet in keiner Weise, warum sich der Staat autoritär in das Feiertagsverhalten der Bürger einmischen darf. Egal ob Christ, Atheist oder Voodoopriester.

    2. Avatar von Fred Groeger
      Fred Groeger

      P.S.:

      Ich müsste nicht mal „atheistisch“ (technisch gesehen bin ich allerdings auch nicht „Atheist“, sondern „Antitheist“) argumentieren, um ein staatlich erzwungenes Tanzverbot zu kritisieren, sondern würde eher klarstellen, dass dieses gesetzliche Ungetüm mit seinem Zwang, dem zu einem Glaubensbekenntnis gehörigen freien Willen schadet, somit also die Religion pervertiert.

    3. Avatar von Jerry Cotton
      Jerry Cotton

      … der Staat mischt sich nicht ‚autoritär‘ in das Feiertagsverhalten der Bürger‘, der Staat ist an das GG gebunden. Was sonst? Das GG beginnt mit der Präambel ‚Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, … ‚.

      Im Übrigen feiern Christen an Allerheiligen und anderen ’stillen Tagen‘ nicht – sie gedenken.

      … dass auch im 21. Jahrhundert etwa alle 3 – 6 Minuten irgendwo auf der Erde ein Christ wegen seines religiösen Bekenntnisses ermordet wird, zeigt die Schäbigkeit der Diskussion zum gesetzlichen Tanzverbot an ’stillen Tagen‘. Im Übrigen geht es um öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen.

      1. Avatar von Fred Groeger
        Fred Groeger

        Jerry Cotton, es gibt keine brauchbare Begründung oder Erklärung dafür, warum Tanzen das vermeintliche Gedenken der Katholiken an Allerheiligen stören würde.

        Wie soll man sich das denn vorstellen? Dass irgendwo in der Kirche arme Christen rumhocken, die ganz doll beleidigt sind, weil die ungläubigen oder andersgläubigen Mitbürger tanzen?

        Allerheiligen ist auch ein rein katholisch-kirchlicher Feiertag, da viele andere christliche Richtungen die päpstlich ernannten „Heiligen“ gar nicht für heilig halten.

        Zum Grundgesetz: Lies Artikel 4, du heuchelnder Christ, der ständig gegen Ausländer hetzt.

        (1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
        (2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
        (3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

        Das Grundgesetz garantiert die Freiheit, das zu glauben was man glauben will.
        Niemand muss an „Gott“ glauben, niemand muss an pseudoreligiöse Verhaltensvorschriften glauben (nochmal: Das Tanzverbot kommt nicht von „Gott“)

        In deinem Fall könnte ich aber schon fast „christlich religiös“ werden und empfinde einen gewissen Spass am Gedanken, dass du mit anderen Rechtsextremen, Neonazis und Nazis, im Big Barbecue „Hölle“ deine deutschtümelnden Würstchen grillen könntest.

        1. Avatar von Jerry Cotton
          Jerry Cotton

          @Fred Groeger

          … ich habe noch nie gegen Ausländer, wer immer das sein sollte, gehetzt. Du bist der übelste Lügner bei den Kolumnisten. Zudem hast du dich als ‚Antitheist‘, das ist deine eigene Formulierung, ein eigenes Bekenntnis, als ein Gegner der Religionsfreiheit, somit als Gegner vom Grundgesetz geoutet. Erstaunlich, dass so eine Figur wie du es bist, sich hier als ‚Kolumnist‘ erhöhen darfst.

          1. Avatar von Jeryy Cotton
            Jeryy Cotton

            … Korrektur … ‚erhöhen darf.‘

          2. Avatar von Fred Groeger
            Fred Groeger

            Antitheist bedeutet lediglich, dass ich nicht an keinen Gott glaube, sondern die Existenz von Göttern auch ablehne.

            Auch das ist von Artikel 4 GG gedeckt, intellektuelle Blindschleiche Jerry.

          3. Avatar von Fred Groeger
            Fred Groeger

            *es fehlte ein „nur“

            „…nicht nur an keinen Gott glaube, sondern die Existenz von Göttern auch ablehne.“

            Sorry.

          4. Avatar von Jerry Cotton
            Jerry Cotton

            … eben, Fred Groeger, Religion ist die Beziehung des Menschen zu Gott, so steht ’s mit Art. 4, im GG.

            Du musst also nicht an Gott glauben. Das ist ohnehin freiwillig: … der heil. Augustinus im 4.n/5.n Jahrhundert AD, nämlich: ‚Der Glaubensakt ist schlichtweg unmöglich, außer er ist freiwillig.‘

            Als ‚Antiheist‘, Fred Groeger, hast du dich aber Gegner Gottes geoutet. Er wird darauf zu sprechen kommen.

          5. Avatar von Jerry Cotton
            Jerry Cotton

            … Tippfehler Korrektur: Als ‚Antitheist‘, Fred Groeger, hast du dich aber als Gegner Gottes geoutet. Er wird darauf zu sprechen kommen.

    4. Avatar von Heiko Heinisch

      Ersten ist es in vielen Berufen gar nicht möglich, an kirchlichen Feiertagen zu arbeiten, weil die meisten davon gleichzeitig staatliche Feiertage sind.
      Zweitens gibt es viele Berufe, in denen 24/7 gearbeitet wird, also auch an kirchlichen/staatlichen Feiertagen.
      Drittens arbeite ich als Freiberufler ohnehin häufig auch an Feiertagen.
      Viertens wäre es nicht schlecht gewesen, kurz zu recherchieren, ob es solche Verbote auch in anderen Ländern gibt.
      Fünftens bin ich grundsätzlich der Meinung, dass es dem Staat nicht obliegt, festzulegen, wie sich ALLE Bürgerinnen und Bürger an den Feiertagen eines Teils der Bürgerinnen und Bürger zu verhalten haben.

      1. Avatar von Henning Hirsch
        Henning Hirsch

        @Heiko: Das Halloween-Tanzverbot in NRW im nationalen, europäischen und globalen Vergleich. Unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von katholischer Kirche u Reichskonkordat 1933 … so besser?

        1. Avatar von Fred Groeger
          Fred Groeger

          Wozu willst du es denn mit anderen Nationen vergleichen, Henning?

          Selbst wenn du in anderen Ländern blödsinnige religiöse Feiertagsgesetze hättest, bliebe das „Tanzverbot“ in Deutschland ein deutsches Problem.

          Und es bleibt eben eine alberne „sittliche“ Bevormundung des Staates gegenüber Bürgern, die in ihre Freiheit und Freizeit eingreift, ohne dass es dafür eine plausible Begründung gibt.

          Du versuchst diesen veralteten autoritären Zwang, der eigentlich eher in theokratische Systeme, aber nicht in demokratische Staaten mit pluralistischer religiöser und nichtreligiöser Bevölkerung passt, mit einer wirren Konsumkritik schönzureden.

          Versuche doch mal das Tanzverbot wirklich irgendwie zu begründen?

          Daran scheitern eigentlich alle Befürworter.

        2. Avatar von Heiko Heinisch

          Ach, so weit müsstest du nun wieder nicht gehen. Kannst es aber gerne mal versuchen. Eine Antwort, die als Argument in einer Diskussion dienen könnte, war das jetzt jedenfalls nicht.

  4. Avatar von Henning Hirsch
    Henning Hirsch

    Die künstliche Aufregung der Tänzer, dass an drei Tagen (Karfreitag, Allerheiligen/ Allerseelen u Totensonntag) ein Tanzverbot herrscht, habe ich nie nachvollziehen können. Selbst in meiner Studentenzeit, als ich noch viel um die Häuser zog, war es mir wurscht – bzw. akzeptierte ich –, dass das an Karfreitag halt nur in ruhigem Rahmen möglich war. Hat was mit Respekt zu tun. Ich respektiere, dass diese drei Tage für gläubige Christen was Besonderes darstellen, Tage, an denen sie Leiden, Krankheit u Tod gedenken. Und dafür Stille als die passende Begleitmusik ansehen. Kann ja nun kein Ding der Unmöglichkeit für Atheisten sein, 3x/ Jahr nicht rumzuhüpfen u sich mit Lautstärke 100 zu bedröhnen. Was sie zu Hause in den eigenen vier Wänden ja gerne tun dürfen. Mit Kopfhörern. Aber halt nicht in der Öffentlichkeit … käme ja auch niemand auf die Idee, auf einem öffentlichen Friedhof nen Ghettobluster mit Gangsta-Rap auf volle Pulle hochzudrehen

    1. Avatar von Fred Groeger
      Fred Groeger

      Das ist wieder kein Argument, Henning.

      Kannst du denn irgendwie begründen, was daran respektlos seien soll, wenn Leute die kein Interesse an dem Tanzverbotsquatsch haben, trotzdem tanzen gehen?

      Die kommen doch deinen vemeintlichen gläubigen Christen gar nicht in die Quere. (Vermeintlich, denn es gibt keine Glaubensvorschrift bei Christen, die besagt, dass man Andersgläubige mit bigotten Relgionsauslegungen zu belästigen hat.)

      Es wird auch kein „gläubiger Christ“ gezwungen, in eine Disco, auf ein Konzert oder in irgendeinen Club zu gehen.

      Die ware Respektlosigkeit ist das Tanzverbot, mit er ein nicht religiös begründbares Sittenquatschgesetz auf Bürger staatlichen Zwang ausübt, die niemals das Glaubensbekenntnis zur Tanzverbotsreligion abgelegt haben.

  5. Avatar von Fred Groeger
    Fred Groeger

    Tippfehlerkorrektur: Die wahre Respektlosigkeit ist das Tanzverbot, mit der ein nicht religiös begründbares Sittenquatschgesetz auf Bürger staatlichen Zwang ausübt, die niemals das Glaubensbekenntnis zur Tanzverbotsreligion abgelegt haben.

    (Ich tanze gerade durch den Raum und spiele auf meiner Panflöte)

    https://www.youtube.com/watch?v=pYF0so9mSFc

    1. Avatar von Jerry Cotton
      Jerry Cotton

      … du bist nicht mal originell, F.G., du kannst dich in Matth. 7.13 nachlesen ‚… denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. 14 Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn‘; https://bit.ly/1dQvtfl

      1. Avatar von Fred Groeger
        Fred Groeger

        Ich muss nichts in „Matth. 7.13“, weil das für mich nichts bedeutet.

        Du darfst gerne deinen Bibelkram lesen, Jerry. Das ist dein Recht. Mich damit zu belästigen ist aber nicht dein Recht.

        Dass du eher ein bigotter Möchtegernchrist bist, macht deine Belästigung witzig, aber nicht besser.

        1. Avatar von Jerry Cotton
          Jerry Cotton

          … komm‘ wieder runter, Fred Groeger, was du willst ist neben der Sache. Mehr braucht zum deinem ‚Tanzverbotgetröte‘ nicht geschrieben reden. Tanz mit deiner Panflöte und den Sandsäcken … ‚Hobbies‘ haben manche, nicht zu fassen das ist …

          1. Avatar von Fred Groeger
            Fred Groeger

            Belästige mich einfach nicht mit lächerlichen Bibelstellen, du falsch frömmelnder rechtsradikaler Troll-Jerry.

          2. Avatar von Jerry Cotton
            Jerry Cotton

            … das sind deine Projektionen, F.G., dich ignoriere ich nicht einmal. Du bist es, der andere belästigt – du Eintänzer.

  6. Avatar von Henning Hirsch
    Henning Hirsch

    @Fred: Warum sollte ein Staat den Bürgern nicht vorschreiben dürfen, dass sie an drei Tagen im Jahr mal nicht Krach machen sollen?

    Derselbe Staat schreibt uns ja auch vor, dass wir Cannabis nicht rauchen, nicht nackt durch die Stadt und nicht auf unsere Fahne spucken dürfen. Du darfst auch nicht am Sonntag (von Tankstellen u Amazon abgesehen) einkaufen.

    So ist das nun mal mit dem Staat: hin u wieder erlässt er Gesetze, die einem persönlich nicht gefallen. Die kannst du zwar bekämpfen, indem du eine Kirchliche-Feiertage-sind-doof-Bewegung gründest oder versuchst, eine Partei dazu zu bewegen, einen Contra-Vorschlag im Parlament einzubringen. Bis dahin musst du halt irgendwie mit den drei stillen Tagen zurechtkommen … ich bspw störe mich eher an der unsinnigen Regel, dass Alkohol in jeder Menge erlaubt, ein paar Krümel Marihuana in der Tasche jedoch einen Straftatbestand bedeuten. So hat jeder von uns eben unterschiedliche Vorstellungen davon, was er für vernünftig/ zumutbar ansieht.

    PS wenn es nach mir ginge, gäbe es sogar staatlich verordnete RTL2-freie Tage, damit die Zuschauer mal vom Sofa aufstehen und an die frische Luft kommen

    1. Avatar von Fred Groeger
      Fred Groeger

      @Henning:

      Du lenkst schon wieder davon ab, dass du kein einziges Argument dafür hast, warum es an Allerheiligen ein Tanzverbot gibt.

      Schon das mit dem „Krach“ und der „Stille“ wird jetzt langsam albern.

      Wer bitte fühlt sich denn von „Krach“ gestört, wenn Leute in einem Club, einer Disco oder sonstigem Lokal tanzen?

      Das macht es übrigens noch absurder: Die Leute die am stillen Feiertag in einem Club feiern, dürfen weiter trinken, es darf auch Musik gespielt werden, aber die Odnungbeamten des Staates sollen ab einer bestimmten Uhrzeit wie eine alberne Religionspolizei Clubs und Discos ablaufen und durchsetzen, dass nicht getanzt wird?

      Merkst du nicht wie bescheuert und albern das ist?

    2. Avatar von Fred Groeger
      Fred Groeger

      Und bitte versuche doch mal sachlich zu bleiben, statt vom Thema abzulenken.

      Ich finde kirchliche Feiertage natürlich nicht doof. Es ist für mich vollkommen in Ordnung, wenn eine religiöse Gruppe irgendwelche Feiertage schafft.

      Es ist für mich aber nicht in Ordnung, wenn

      a) an diesen Feiertagen das Verhalten von Bürgern kontrolliert wird, die überhaupt nichts mit der religiösen Gruppe oder dem Feiertag zu tun haben.

      b) durch staatlichen Zwang ein Tanzverbot durchgesetzt wird, dass sich nicht mal aus der Religion selbst begründen lässt.

      c) du eigentlich nur über Leute meckern willst, aber eigentlich gar nichts zum Sinn eines Tanzverbotes selbst etwas zu sagen hast.

  7. Avatar von Henning Hirsch
    Henning Hirsch

    PS. in jeder Menge erlaubt ist (da fehlt oben das Hilfsverb)

  8. Avatar von Henning Hirsch
    Henning Hirsch

    @Fred: Dass ich (angeblich) keine Argumente habe, liegt daran, dass dir meine Argumente nicht gefallen. Denn natürlich kann es für ein Tanzverbot keinen logisch zwingenden Grund geben. Die Begründung liegt im Akzeptieren eines landesweit stillen Tages. So wie ich ja auch bei einem Friedhofs- oder Kirchenbesuch einverstanden damit bin, dass an diesen Orten Ruhe herrschen soll. Ich mag auch die Entschleunigung am Sonntag u wäre dagegen, den so zu behandeln wie die restlichen sechs Tage der Woche. Und für die Sonntagsruhe gibt’s ja aus Atheistenperspektive ebenfalls keinen zwingenden Grund, weshalb die Konsum- u Wirtschaftsankurbelungsjunkies diese letzte Bastion der Einkehr ebenfalls so schnell als möglich schleifen möchten … und das Christentum ist diesbezüglich vermutlich sehr zurückhaltend im direkten Vgl zu den Gebräuchen in Judentum u Islam. Was dir als Anti-Theist wahrscheinlich egal ist. Ich wollt‘s der guten Ordnung halber bloß erwähnen

    1. Avatar von Heiko Heinisch

      „Ich mag…“ ist kein Argument, sondern nur das Bekunden des eigenen Geschmacks. Und Kirchen- oder Friedhofsbesuche sind zumindest ein schlechtes Argument. Denn bei ihnen geht es um ortsgebundene Regelungen, das Tanzverbot ist jedoch ortsunabhängig und zeitgebunden. Das ist ein großer Unterschied, denn es gilt auch dort, wo eben niemand davon gestört wird, wie etwa in einem geschlossenen Club. Den müsste man ja zuerst betreten, um sich gestört zu fühlen, was man bleiben lassen kann. Und gänzlich absurd wird es nun einmal, wenn laute Musik erlaubt ist, dazu aber nicht getanzt werden darf, denn damit wird der Grund des Verbotes nur allzu offenkundig: Alle Menschen des Landes sollen dazu gezwungen werden, sich an die religiösen Regeln einer Religion zu halten. Dafür gibt es wiederum kein vernünftiges Argument.

  9. Avatar von Henning Hirsch
    Henning Hirsch

    @Heiko: eure (du und Fred) Argumentation gilt bloß für den laizistischen Staat. Das ist Deutschland aber nicht. Andernfalls würden wir ja nicht Kreuze in Amtsstuben u Schulen aufhängen, auf die Bibel schwören und kirchliche Feiertage haben, die für ALLE gelten. Und so lange die Bundesrepublik nicht-laizistisch ist, gibt’s eben in der Konsequenz auch den stillen Karfreitag u das tanzbefreite Allerheiligen (Verbot gilt übrigens erst ab 4h oder gar 5h morgens. Da sollten die meisten Partygänger eh schon im Bett liegen). Ob einem als Atheist das nun gefällt o nicht

    1. Avatar von Fred Groeger
      Fred Groeger

      Dass wir kein laizistischer Staat sind, begründet auch wieder nichts, Henning.

      Du unterschlägst, dass wir in Deutschland eine grundgesetzliche Glaubens-und Bekenntnisfreiheit haben.

      „Wir schwören auch auf die Bibel“ ist schlicht und einfach falsch.

      In der Strafprozessordung, § 64:

      [(2) Der Eid ohne religiöse Beteuerung wird in der Weise geleistet, dass der Richter an den Zeugen die Worte richtet:

      „Sie schwören, dass Sie nach bestem Wissen die reine Wahrheit gesagt und nichts verschwiegen haben“

      und der Zeuge hierauf die Worte spricht:

      „Ich schwöre es“.

      (3) Gibt ein Zeuge an, dass er als Mitglied einer Religions- oder Bekenntnisgemeinschaft eine Beteuerungsformel dieser Gemeinschaft verwenden wolle, so kann er diese dem Eid anfügen.]

      Ansonsten ist auch die Bekräftigung möglich. Auch wieder StPO als Beispiel, § 65:

      „Sie bekräftigen im Bewusstsein Ihrer Verantwortung vor Gericht, dass Sie nach bestem Wissen die reine Wahrheit gesagt und nichts verschwiegen haben“

      Ich kanns ja verstehen. Das „Schwur auf die Bibel“-Ding ist ein nettes Klischee, hat aber nicht viel mit der Realität zu tun. Es würde derbe gegen das Grundgesetz verstoßen, wenn jeder einen Eid mit religiöser Formel leisten müsste.

    2. Avatar von Fred Groeger
      Fred Groeger

      Ich frage mal so, Henning:

      Wenn du das Tanzverbot mit dem vermeintlichen Argument begründen willst, dass die Feiertage für alle gelten, warum dann nicht gleich staatlich durchgesetzte Anwesenheitspflicht bei den Gottesdiensten an Allerheiligen oder anderen Feiertagen?

      Das ist eine Überspitzung, klar. Aber darauf läuft dein Argument „für alle gelten“ hinaus, wenn du damit eine „Verhaltenskontrolle“ von allen Bürgern anordnest.

      Und irgendwie kannst du immer noch nicht begründen, warum eine Verhaltenskontrolle namens „Tanzverbot“ überhaupt für alle gelten soll, wenn es nur ein katholischer Feiertag ist?

      Warum sollen sich also Evangelische, Protestanten, Muslime, Juden, Mormonen, Quäker oder Atheisten einem Tanzverbot unterwerfen?

      Du meckerst über Leute, die auf die Unsinnigkeit der Tanzverbote hinweisen.

      Überlege mal, in was für einem religiös-fundamentalistschem Staat wir leben würden, wenn das früher niemand getan hätte.

      1. Avatar von Henning Hirsch
        Henning Hirsch

        Fred, bevor wir uns jetzt hier wochenlang über die Frage „Tanzverbot an drei Tagen im Jahr: ja oder nein?“ totdiskutieren, schlage ich vor, wir einigen uns auf die britische Formel: We agree to disagree …. wie wir es ja auch schon vor einigen Wochen zum Sozialen Pflichtjahr für Schulabgänger getan haben.

        Denn irgendwann sind die Argumente ja ausgetauscht, und es kommt nichts wesentlich Neues mehr hinzu.

        Ich werde den (stillen) Nachmittag nun nutzen, um in Bonn auf den Friedhof ans Grab meiner Eltern zu fahren, und du tanzt derweil in Berlin. So tun wir beide an Allerheiligen das, was wir für richtig erachten. Eigentlich eine Win-win-Situation

        1. Avatar von Fred Groeger
          Fred Groeger

          In Berlin ist Allerheiligen kein Feiertag, Henning.

          Betreffs der lächerlichen „Tanzverbote“, ist hier die „herrenhutische Heuchelanstalt“ des Pietismus nicht so mächtig.

          Du hättest wirklich etwas nachdenken und recherchieren sollen, wo eigentlich der Gedanke herkommt, dass eine religiöse Gruppe über staatlich durchgesetzten Zwang ihr nicht mal aus der Religion begründbares Verständnis von religiösem Verhalten gegen Bevölkerungsteile durchsetzt, die mit diesem Wahn nichts zu tun haben oder zu tun haben wollen.

          Schade, dass wir in Deutschland (vermutlich) keine „Santeria“-Gläubigen haben. Deren synkretisch-teilchristliches Verständis von der Kontaktaufnahme mit Toten und Heiligen (Santerias beten katholische Heilige an) setzt oft Tanz voraus. (Ähnlich in christlich-vermischten Richtungenl des Voodoo).

          Wie da die Auslegung von „Allerheiligen“ wäre, würde den verknöcherten deutschsprachigen Leidenschristen, die eher von diktatorischen Puritanern und Pietisten mit Hass auf eine vermeintliche „Sündhaftigkeit des Tanzes“ geprägt wurden, ziemlich widersprechen.

  10. Avatar von Rolf Ahlers
    Rolf Ahlers

    Tanzverbot an Feiertagen? Find ich gut. Etwas autoritären Schmackes brauchen wir. Sonst merken wir gar nicht mehr, dass wir in einem Staat leben. „Autorität schafft Geborgenheit“ (Max Goldt)

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