Texte zur Sache

Meinung und Debatte, Rezensionen, Kunst, Sport, Politik und Gesellschaft

Nietzsche als Demokrat avant la lettre: Der Helle

Friedrich Nietzsche als einen Demokraten zu interpretieren, erscheint mancherorts als eine steile These. Mithin ist weiterhin darüber nachzudenken, inwieweit Nietzsche wie ein (heutiger) Demokrat geredet hat, ohne es zu merken und den Begriff des Demokraten und Demokratismus verwenden zu können, der für die Philosophie und Pädagogik der Demokratie typisch ist. Der feine Unterschied ergibt sich durch die Rede vom Demokraten avant la lettre und einem der Anfänge der nietzscheanischen Kritik der Demokratie.

Nietzsche - freier Geist Bild generiert mit KI (Grok)

Den ersten Teil dieser Serie findet man hier.

V. Wer war Nietzsche nicht?

Meine erste Frage ist nicht, wer Nietzsche gewesen ist. Eine solche Frage gibt Anlass zu allerhand wilden Spekulationen. Denn in ihr ist die Frage enthalten, wer Nietzsche für uns gewesen ist, weil wir uns seit bald 200 Jahren mit ihm unterhalten und er sich dadurch verändert, ohne sich leibhaftig zur Wehr setzen zu können, indem er wirklich an unserem Gespräch mit ihm lebendig partizipiert. In dieser Perspektive ist Nietzsche für uns eine Erfindung und Entdeckung, die ausdrücklich mit unseren Interessen, Werten und Bedürfnissen hergestellt wird, weil es uns wichtig ist, ihn so und nicht anders sprachlich gestaltend zu repräsentieren. In der Folge gibt es beispielsweise den Dual „Linksnietzscheanismus vs. Rechtsnietzscheanismus“ oder überhaupt den Nietzscheanismus, der mit Nietzsche ungefähr so viel zu tun hat wie der Marxismus mit Marx, der Deweyan Approach mit Dewey oder der Kantianismus, Hegelianismus und Rawlsianismus mit Kant, Hegel und Rawls.

Allerdings ist die Frage, wer Nietzsche gewesen ist, nicht gleichermaßen überspekulativ wie die nach Gott. Anders als Gott gab es Nietzsche wirklich. Niemand, der bei Verstand ist und genügend Bildung verkörpert, hat Anlass an der Existenz Nietzsches zu zweifeln, um in der vernünftigen Konsequenz bloß an Nietzsche zu glauben.

Anders verhält es sich mit der Frage: Wer Nietzsche wirklich war? Diese Frage hört sich zwar anspruchsvoller an, zielt sie doch auf den wahren Nietzsche, auf: Nietzsches Nietzsche, wie es mancherorts heißt.[1] Aber sie ist nur so lange überfordernd, wie man sich um eine positive Antwort bemüht, die die Debatte und das Reden über Nietzsche mit dem Anspruch beendet, die Wahrheit für immer und ewig entdeckt zu haben. Antwortet man hingegen negativ, entsteht ein weiteres Paradoxon.

Die negative Antwort lautet nicht, dass Nietzsche ein Demokrat avant la lettre war, wie der Titel unserer kleinen Nietzsche-Serie anzudeuten scheint. Vielmehr heißt die scheinbar widersinnige, paradoxe Antwort: Nietzsche war Vieles, aber zweifellos war er: kein Demokrat.

Allerdings war Nietzsche auch kein Nazi oder Antisemit. Ebenso wenig war er ein Linker oder ein Rechter oder ein Mann des politischen Zentrums oder der politischen Mitte. Ferner war er kein Konservativer, Reaktionär, Revolutionär oder Progressiver: Ja, und selbstverständlich war Nietzsche auch kein Christ, obzwar er vom Christentum hervorgebracht und von dieser außergewöhnlich erfolgreichen kulturellen Leistung befördert, gestört und behindert wurde: Wenn Nietzsche überhaupt etwas war und eben nicht für uns erst in der Form einer menschlichen, allzumenschlichen Erfindung und Entdeckung durch sprachlich gestaltende ausdrückliche Herstellung geworden ist, dann ein: Philosoph, der sich verstanden hat als ein philosophierender: freier Geist.[2]

Noch vorsichtiger: Nietzsche war der Versuch, sich als: freier Geist zu aktualisieren, zu verwirklichen, zu entfalten, zu verbreiten, zu ereignen und zu prozessieren; und zwar im Sinne seines zumindest in der Bildungs- und Erziehungsphilosophie bekannten, ausführlich erörterten paradoxen Postulats:[3] „Werde der, der Du bist.“[4] Nietzsche artikuliert es im Kontext der Fröhlichen Wissenschaft, wo es präzisiert wird: „Wir aber w o l l e n  D i e  w e r d e n,  d i e  w i r  s i n d – die Neuen, die Einmaligen, die Unvergleichbaren, die Sich-selber-Gesetzgebenden, die Sich-selber-Schaffenden!“[5].

Doch wie kann man der werden, der man ist und wie alle anderen ein: Neuer, Einmaliger und Unvergleichbarer, oder, wie es die zeitgenössische Soziologie zu sagen beliebt: eine: Singularität als ein sich anthropologisch notwendig vergesellschaftendes Wesen sein? Warum sollte man sich selbst ein Gesetz geben, wenn Gesetze den Umgang mit den Mitmenschen regeln sollen, so dass man sich üblicherweise selbst kein Gesetz, sondern eine Maxime gibt und die Gesetzgebung zusammen mit seinen Mitmenschen unter Berücksichtigung der eigenen Maximen praktiziert? Wie will man sich selbst schaffen, wenn es der erfolgreiche Sex der Eltern ist, hoffentlich vollzogen als Liebesakt, der einen schafft, und man ohne die Bildung und Erziehung, die sie einem zukommen lassen, keine Überlebenschance als Gezeugter und Geborener hat?

Hundert Prozent sicher sein kann man sich nicht, dass Nietzsche sich empirisch als der freie Geist beobachtete, der er zusammen mit anderen werden wollte. Wer weiß schon, wer er selbst wirklich ist und ob man sich als derjenige verwirklicht, der man sein will, egal, ob man es nun ist oder erst werden will. Oft fordert man die Lebensform von anderen ein, an der man selbst scheitert, weil sich in dieser negativen Erfahrung leidenschaftlich und anschaulich erschließt, was das gute Leben im ethisch-moralischen Sinne wäre. Mit Nietzsche gesagt: „Man soll die Tugend gegen die Tugendprediger vertheidigen“[6], soll heißen: Ist Nietzsche in Sachen freier Geist der Tugendprediger, den er andernorts, wo andere, von ihm nicht geliebte Tugenden angepriesen werden, bekämpft, weil er in seinem Leben zu dem Schluss gelangt ist, das richtige oder bessere Leben, sprich: das Leben als freier Geist nicht anders als die meisten seiner Mitmenschen verfehlt zu haben? Sozialpsychologisch ist dies alles andere als ausgeschlossen, und die Nietzscheforschung debattiert diese Frage von Anfang an kontrovers, ohne in einer Wahrheit zu konvergieren.

Ferner: „Man nennt Den einen Freigeist, welcher anders denkt, als man von ihm auf Grund seiner Herkunft, Umgebung, seines Standes und Amtes oder auf Grund der herrschenden Zeitansichten erwartet. Er ist die Ausnahme, die gebundenen Geister sind die Regel; diese werfen ihm vor, dass seine freien Grundsätze ihren Ursprung entweder in der Sucht, aufzufallen, haben oder gar auf freie Handlungen, das heisst auf solche, welche mit der gebundenen Moral unvereinbar sind, schließen lassen.“[7]

Mit anderen Worten: Warum sollte Nietzsche zur Ausnahme und nicht zur Regel gehört haben? Weil er „Ein Buch für freie Geister“ geschrieben hat? Es könnte der Überkompensation seiner Gebundenheit an den Liberalismus als der herausragenden Philosophie der modernen Zeit und der originären Lebenseinstellung des neuzeitlichen Menschen geschuldet sein. Oder seiner Verzweiflung dahingehend, dass es sich bei dem Dual „freie Geister vs. gebundene Geister“ um keinen dualistischen Unterschied der Art, sondern um einen graduellen Unterschied handelt, sprich: Um einen nicht-dualistischen Dual im Sinne der Philosophie des Pragmatismus, mit dem auf fließende, überlappende Übergänge fokussiert wird, die sich famos verschieben, weil in der komplexen Persönlichkeitsdynamik des normalen Menschen gebundene und ungebundene Elemente interagieren und Individualität konstituieren.

Auf jeden Fall war Nietzsche nicht nur seine Freiheit, sondern die Freiheit an sich und überhaupt außerordentlich wichtig. Dagegen war ihm jedwede Form der Unterordnung nicht nur suspekt, sondern ein großes Übel. Gleichzeitig war Nietzsche sich darüber im Klaren, dass der Mensch nicht für sich allein, sondern zusammen mit anderen in Freiheit zu leben hat, wenn die Freiheit des Menschen durch erfolgreiche soziale Kämpfe zu einer allgemeinen Erfahrung wird. Insofern steht er zeitlebens kurz vor der Hinwendung zur Demokratie, da er mit Aristoteles wusste, dass die Demokratie die Lebensform der Freien ist.[8]

Ferner hatte Nietzsche keinen Zweifel daran, dass es faktisch um Freiheit und Demokratie sehr schlecht steht. Er störte sich passioniert immerhin an der Abwesenheit der Freiheit und einer Lebens-, Staats- und Regierungsform, die der allgemeinen Freiheit förderlich wäre. Deswegen ist er als Demokrat avant la lettre und Anfang der nietzscheanischen Kritik der Demokratie zumindest nicht unbotmäßig überinterpretiert.

Wohlwollend formuliert: Nietzsche fehlte der entscheidende freundschaftliche ‚Klaps‘ auf den Hinterkopf, wie ihn die ideale Pädagogik der Demokratie der Theorie der Pädagogik in ihrer (politischen) Bildung und Erziehung absolut gewaltfrei, nicht-paternalistisch und dienstleistend bereithält: Damit das neue Leben in der alten Welt einen wirklich vernünftigen Begriff der Freiheit ausbildet und sich als ein authentischer, verlässlicher und leidenschaftlicher Demokrat aktualisiert, der die nietzscheanische Kritik der Demokratie im Schlaf beherrscht und sich darüber freut, ein nützlicher Bürger und guter Mensch zu sein.

VI. Wer Nietzsche hoffentlich war

Es ist also recht einfach zu sagen, wer Nietzsche nicht war. Bei der verdinglichenden Frage, wer er tatsächlich war, fangen wir hingegen mit dem Spekulieren an, das die Verdinglichung Nietzsches gleichsam unterläuft und in die Frage übergeht, wer Nietzsche für uns gewesen ist. Wir wechseln sodann von der sehr ernsten Frage, wer Nietzsche wirklich war, zu der fröhlicheren Frage, wer Nietzsche für uns wahrscheinlich und vielleicht auch: hoffentlich gewesen ist.

Als eine seriöse Antwort im fröhlichen Sinne darf gelten, Nietzsche ausdrücklich als freien Geist herzustellen, zu erfinden und zu entdecken sowie sprachlich gestaltend zu repräsentieren, der als philosophierender Philosoph von der „Sehnsucht Demokratismus“[9] angetrieben wird und sich in seinem Unbewussten gemäß seiner intuitiven Verhaltenssteuerung philosophisch-philosophierend auf seinem „Weg zum Demokratismus“[10] befindet.

Mit anderen Worten: Die ausdrückliche Herstellung von Nietzsche als freien Geist, wie es in der internationalen Nietzscheforschung üblich ist, ist weitestgehend identisch ist mit der Erfindung und Entdeckung von Nietzsche als Demokraten avant la lettre und als Anfang der nietzscheanischen Kritik der Demokratie.

Dagegen wäre abwegig, Nietzsche als Übermenschen zu beobachten, weil er viel vom Übermenschen geredet und oft über den Übermenschen geschrieben hat. Es ist dies keine Identitätsform, die er anstrebt. Die hauptsächlich unsystematische Rede vom Übermenschen dient vornehmlich dazu, seine Mitmenschen zu motivieren: Über Sich Hinauszuwachsen in die Lebensform des freien Geistes hinein: Statt sich gefühlt ohnmächtig der Gewalt der soziohistorischen Macht- und Herrschaftsverhältnisse zu unterwerfen, die in der feudalabsolutistischen Tradition verwurzelt sind, die sich mit dem christlichen Gott rechtfertigt und als Christentum militant wird.

Auch besteht kein Anlass, den freien Geist als eine Monade zu interpretieren, die ungebunden durch die Welt wanderte. Nietzsche als freien Geist geht es nicht darum, die Sozialität, in der er sich von Natur aus als Mensch befindet, zu negieren, sondern sie sich anzueignen, indem sie anerkannt oder wenigstens gebilligt wird; oder sie, wenn sie nicht gefällt und unvernünftig ist, umzugestalten.

Der freie Geist ist trotz seiner individualistischen Schlagseite eine Selbsttätigkeit der vernünftigen Freiheit, die nach dem Demokratismus verlangt, der sich als freiheitlich-demokratische Lebensform prozessiert, kurz: (soziale) Bildung. Die antisoziale Tendenz im philosophischen Denken Nietzsches ergibt sich aus der Erfahrung der von ihm wahrgenommenen Überangepasstheit seiner Zeitgenossen: den sogenannten letzten Menschen. Ihnen wird als Ideal der Übermensch dargeboten. Anders als Gott ist der Übermensch nicht als übernatürlich-metaphysische Entität, sondern als ein empirisches, realutopisches Phänomen zu beschreiben und zu erklären, das eigentlich für alle Menschen erreichbar wäre, wenn man sich durchringen könnte, die Weltgesellschaft entsprechend einzurichten.

Diese These steht in keinem Widerspruch zu der Tatsache, dass Nietzsche kein Demokrat war und sich immer wieder zu abwertenden Äußerung in Richtung Demokratismus oder demokratischen Sozialismus genötigt sah. Denn der Begriff Demokrat avant la lettre gewinnt seinen Sinn für uns gerade dadurch, dass die Person, die als Demokrat avant la lettre interpretiert wird, sich selbst gerade nicht als Demokrat versteht, vielleicht sogar das Wort Demokrat noch gar nicht kennt oder es zumindest nicht in der uns geläufigen Art und Weise zu benutzen weiß. Dürfte man sagen, dass Nietzsche ein Demokrat war, könnte man Nietzsche nicht als Demokrat avant la lettre deuten. Doch daraus folgt nicht, dass der Umkehrschluss, Nietzsche war ein Demokrat avant la lettre, weil er kein Demokrat war, wahr wäre. Vielmehr ist gründlich zu untersuchen, inwieweit es Gründe gibt, Nietzsche als Demokrat avant la lettre zu interpretieren. Man kann eben auch, wenn man kein Demokrat ist, Faschist und Nazi sein.

VII. Nietzsche und die moderne Bildung

Es ist auffällig, dass Nietzsches Beschreibung des freien Geistes deutlich an den klassischen Begriff der modernen Bildung erinnert, der die Bildung als freieste Wechselwirkung eines Ich mit seiner Welt paradigmatisch auf den Punkt bringt. Dieser Bildungsbegriff ist von Wilhelm von Humboldt stellvertretend für den klassischen deutschen Idealismus um 1800 herum entwickelt worden. Im Zeitgeist steht dieser Begriff nach wie vor für die emphatische Vorstellung von Bildung.[11]

Humboldt fixiert den Begriff der modernen Bildung wirkmächtig, wenngleich sehr knapp in einer Art Gründungsmanifest des (Politischen) Liberalismus deutscher Machart. Es hat gleichfalls einen der Klassiker des angloamerikanischen Liberalismus, namentlich John Stuart Mill[12] und über diesen Weg John Rawls‘ Politischen Liberalismus[13] und weitere Beiträge zur Philosophie und Pädagogik der Demokratie beeinflusst. Die Rede ist von den „Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen“.[14] In der sogenannten Humboldt’schen Ideenschrift heißt es: „Der wahre Zweck des Menschen – nicht der, welchen die wechselnde Neigung, sondern welchen die ewig unveränderliche Vernunft ihm vorschreibt – ist die höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen. Zu dieser Bildung ist Freiheit die erste und unerlässliche Bedingung. Allein außer der Freiheit erfordert die Entwickelung der menschlichen Kräfte noch etwas andres, obgleich mit der Freiheit eng verbundenes, Mannigfaltigkeit der Situationen. Auch der freieste und unabhängigste Mensch, in einförmige Lagen versetzt, bildet sich minder aus.“[15]

Natürlich hat Nietzsche dieses für Humboldt und den klassischen deutschen Idealismus typische metaphysische, quasi-theologische, sich Gottes Willen unterwerfende Philosophieren mit seinem Begriff des freien Geistes heftig attackiert. Auch ist in den Postulaten Werde der, der du bist oder Wir aber w o l l e n  D i e  w e r d e n, d i e  w i r  s i n d die christlich-platonische Idee der perfekten, gottgleichen Bildung nicht enthalten, die vom klassischen deutschen Idealismus als der wahre Zweck oder als Bestimmung des Menschen postuliert wird. Doch der Übergang von der perfekten Bildung respektive: Gottesebenbildlichkeit, mit der Humboldt arbeitet, und der quasi-perfekten Bildung, für die sich Nietzsche engagiert, ist letztlich gradueller Natur. Dennoch ist es ein Unterschied, der in der Welt einen Unterschied ergibt.

Während Humboldt in platonisch-christlicher Tradition noch suggeriert, der Mensch könne die von der ewigen Vernunft Gottes vorgeschriebene perfekte Bildung der Gottesebenbildlichkeit erreichen, geht Nietzsche wie ein pragmatistischer, von Hegel inspirierter Philosoph und Vorläufer Deweys in der Form des Pragmatismus avant la lettre davon aus: Die perfekte Bildung wird vom Menschen selbst in achtsam koordinierten sozialen Kooperationen mit anderen Menschen ausdrücklich hergestellt, erfunden und entdeckt sowie sprachlich gestaltend repräsentiert, bis sie schließlich einen so gut wie perfekten Eindruck macht und sich für Gottesebenbildlichkeit nicht mehr interessiert. Man bringt sie mit (quasi-)perfekter Bildung auf den Begriff und vergisst als Kultur und Gesellschaft schließlich erst die Einklammerung und dann das Eingeklammerte.

Zugleich ist Nietzsche nicht viel anders als Humboldt alles andere als ein Freund der Menschen, die sich nicht um ihre Bildung bemühen und auf die freieste Wechselwirkung mit der Welt verzichten, die den freien Geist in seinem unverzichtbaren Kern ausmacht. Sein Leiden an der zeitgenössischen Bereitschaft, sich so selbstgenügsam wie selbstgefällig mit Vorurteilen und Halbwissen zu arrangieren, weil es bequem die eigenen gesellschaftlichen Privilegien in der skandalösen sozialen Ungleichheit sichert, indem es den herrschenden Mächten und Gewalten schmeichelt, bringt er mit seinem Begriff des Bildungsphilisters zum Ausdruck. Dieser Kampfbegriff findet sich in unzähligen sprachlichen Varianten in Nietzsches Gesamtwerk. Besonders schön, wenngleich wie jedwede gute Dichtung schwer auf den Punkt zu bringen, wird er mit Zarathustras Rede „Vom Lande der Bildung“[16] dargeboten: „Da floh ich rückwärts, heimwärts – und immer eilender: so kam ich zu euch, ihr Gegenwärtigen, und in’s Land der Bildung (…) Ich lachte und lachte, während der Fuss mir noch zitterte und das Herz dazu: ‚hier ist ja die Heimat aller Farbtöpfe!‘ – sagte ich (…) Lieber wollte ich doch noch Tagelöhner sein in der Unterwelt und bei den Schatten des Ehemals! – feister und voller als ihr sind ja noch die Unterweltlichen! (…) Ja, wie solltet ihr glauben k ö n n e n, ihr Buntgesprenkelten! – die ihr Gemälde seid von Allem, was je geglaubt wurde! (…) Alle Zeiten schwätzen wider einander in euren Geistern; und alle Zeiten Träume und Geschwätz waren wirklicher noch als euer Wachsein ist!“[17].

Als signifikanter Unterschied zu Humboldt bleibt übrig: Nietzsche postuliert den Begriff der quasi-perfekten Bildung, die in einem nachmetaphysisch-pragmatistischen Sinne perfekt ist. Es ist eine Bildung, die unaufhörlich individuell und gesellschaftlich im Modus des experimentellen und nicht-absolutistischen Philosophierens in sozialen Praktiken ausdrücklich herzustellen, zu erfinden und zu entdecken sowie sprachlich gestaltend zu repräsentieren ist. Diese pragmatistisch-perfekte Bildung ist in der Erfahrung des Menschen und nicht in dem haltlosen Glauben an den einen übernatürlichen Gott verankert. Ohne Wissenschaft ist die Bildung als Befähigung zur: freiesten Wechselwirkung mit der Welt, vernünftigen Selbstbestimmung und Capability (begründete Entscheidung für das gute Leben im ethisch-moralischen Sinne) nicht zu erreichen. Ihr Feind ist die Ungeduld des Meinens, wie sie vom Journalismus aufgrund seiner Geschäftsbedingungen gefördert wird und wie sie vom neoliberalen Zeitgeist heute der Wissenschaft abverlangt wird. Hingegen wird die Ungeduld des Meinens vom gewöhnlichen Menschen geliebt, weil schnell und ohne Umwege lustvolle Zustände erlebt werden. Es wird der unvermeidbare Frust des Lernens vermieden, der bei herausfordernden Aufgaben der Freude darüber vorausgeht, dass man nun endlich kapiert hat, was einem im Leben wirklich hilft, weil es den Menschen seine Bildung, die freieste Wechselwirkung mit der Welt, sein lässt. Folglich ist die Erziehung als Unterstützung der Bildung (im Deweyan Approach: to democratically support individual people’s growth), kurz: Pädagogik (education) ein Menschenrecht. Andernfalls scheiterte der Mensch notorisch an der Negativität der Bildung.

Auf der anderen Seite des großen Teichs wird das sogenannte nachmetaphysische Denken von den klassischen Pragmatisten zum Markenkern der Philosophie der Demokratie ausgebaut.[18] Der Pragmatismus hält es wie Nietzsche für unnötig, den Begriff der Bildung (democratic education and growth) von Gott abzuleiten und mit dem Gottesglauben abzusichern.[19] Wie Nietzsche und anders als Humboldt aktualisiert sich der klassische Pragmatismus als ein genuin freier Geist und eben nicht als ein gebundener Geist, der sich in Gott verankert und sich ihm damit unterwirft. Inwieweit der Begriff des Wachstums (growth), der für die pragmatistische, im Wesentlichen mit John Dewey verbundene Philosophy of Education typisch ist, mit Nietzsches und Humboldts Begriff der Bildung logisch kompatibel ist, ist hier nicht zu untersuchen; das angedeutete Forschungsdesiderat genügt.

VIII. Gottfreies Denken

Nietzsches Philosophie ist viel liberaler im Sinne von freier gewesen als Humboldts. Es ist kein gottuntertäniges Denken, sondern: ein gottfreies Denken. Nietzsches Denken führt dadurch den deutschen (politischen) Liberalismus des 19. Jahrhunderts zu neuen Höhen, dass er die Idee der individuellen und kollektiven Selbstregierung nicht mehr als Gottes Willen interpretiert. Wer sich Gottes Willen unterwirft, ist kein freier Geist, sondern ein gebundener. Im Unterschied zu Humboldt philosophiert Nietzsche nicht mehr wie dieser absolutistisch, um sich vom Absolutismus zu befreien und ihn durch den Liberalismus zu ersetzen. Nietzsche philosophiert keinen anti-absolutistischen, sondern einen nach-absolutistischen Liberalismus und ist im Einverständnis mit dem Liberalismus unterwegs, der sich als Pragmatismus oder Philosophie der Demokratie erfindet und entdeckt. Inwieweit Nietzsche den ersten Pragmatisten Charles Sanders Peirce (1809 – 1880) oder seinen gelehrigsten, kreativsten, fleißigsten und wirkungsmächtigen Adepten John Dewey kannte, ist ein unerforschtes Gebiet.

Vor diesem Hintergrund kann man Nietzsche, was, wenn es um Immanuel Kant und Gottlieb Friedrich Wilhelm Hegel geht, zum guten pragmatistischen Ton gehört, als einen Pragmatismus avant la lettre bezeichnen.[20] Außerdem darf man sagen, dass Nietzsche, der es liebte, scharf gegen Demokratismus und demokratischen Sozialismus zu schießen, sowohl als Philosoph als auch als Bildungstheoretiker als freier Geist im Einverständnis mit dem „Geist des Demokratismus“[21] unterwegs ist, der für die freiheitlich-demokratische Lebensform und das menschenrechtlich Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland konstitutiv ist.

Das bedeutet: Nietzsche ist ein Demokrat avant la lettre gewesen.

Wie Rousseau, Kant, Hegel, Humboldt, Marx, Dewey, Popper, Adorno, Habermas, Rawls und Rorty träumt er von einer sozialen Kooperation freier und gleicher Personen in einem fairen System, das sich selbst regiert, anpasst und verbessert sowie die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere schützt und Verantwortung für die nächsten Generationen übernimmt. Es war ihm wie seinen gleichgesinnten Zeitgenossen und Vorgängern nicht möglich, diesen Traum mit unserem Begriff der Demokratie zu verbinden und sich als Demokrat zu verstehen. Seine scharfen Kritiken von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit sind keine prinzipiellen Negationen von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit. Es sind Prototypen der negativen Dialektik Adornos.[22] Sie helfen, dass das Versprechen und die Verheißung der Aufklärung nicht verloren gehen, sondern in bestmöglicher Form aktualisiert werden. Es soll die kulturelle Fantasie: absolut gewaltfrei, nicht-paternalistisch und dienstleistend angeregt werden, sich angesichts des allgemeinen Elends und Leids die beste aller möglichen Welten vorzustellen und sie in sozialen Kämpfen dahingehend umzusetzen, dass weniger Leid und Ungerechtigkeit der weltgesellschaftliche Fall sind. Unabdingbar ist das famose Gleichheits- und Differenzprinzip des für das kritische-demokratische Denken konstitutiven Politischen Liberalismus John Rawls‘.

Nietzsche nimmt den Politischen Liberalismus in modo Rawls, der im Grunde ein (Sozial-)Demokratismus ist, vorweg: vorausgesetzt, man ist bereit, ihn wohlwollend zu interpretieren: „Es muss v i e l e Übermenschen geben: alle Güte entwickelt sich nur unter seines Gleichen. Ein Gott wäre immer ein Teufel!“[23].

Diese knappe Formulierung muss man selbstverständlich in Nietzsches Gesamtwerk einbetten, und man muss engagiert zwischen den Zeilen lesen, um zu John Rawls und der Gegenwart des Demokratismus der radikalen Demokratietheorie zu gelangen, für die konstitutiv ist: Zwar hat jede Person „den gleichen unabdingbaren Anspruch auf ein völlig adäquates System gleicher Grundfreiheiten, das mit demselben System von Freiheiten für alle vereinbar ist“.[24] Aber soziale und ökonomische Ungleichheiten sind legitim, wenn sie zwei Bedingungen erfüllen: „erstens müssen sie mit Ämtern und Positionen verbunden sein, die unter Bedingungen fairer Chancengleichheit allen offen stehen; und zweitens müssen sie den am wenigstens begünstigten Angehörigen der Gesellschaft den größten Vorteil bringen.“[25]

Man möchte bezweifeln, dass Nietzsches Utopie eine Gesellschaft ist, wo alle Menschen Übermenschen sind.

Andererseits hat er summa summarum alle Mitmenschen dem letzten Menschen zugeordnet. Wenn alle Menschen letzte Menschen sein können, warum sollten nicht alle Menschen Übermenschen sein können. Hierfür spricht, dass der letzte Mensch ein Synonym für den Untertanen der feudalabsolutistischen Gesellschafsformation gewesen ist, die durch den freien Geist und seine Bildung überwunden werden sollte. Wenn man den freien Geist mit seiner Bildung als einen Übermenschen interpretiert, dann sollten laut Nietzsche alle Menschen zu Übermenschen werden. Aufgrund des Differenzprinzips sind zwischen diesen Übermenschen Unterschiede zugelassen. Selbst wenn nicht alle letzten Menschen verschwinden, so sind sie schließlich in einer dermaßen kleinen Anzahl vorhanden, dass die Rede von der Ersetzung des letzten Menschen durch den Übermenschen gerechtfertigt wäre. Zum Demokraten wird der Übermensch schließlich nicht allein dadurch, dass man an den Superman denkt, den die us-amerikanische Kultur mit ihrer Demokratie als Lebens- Staats- und Regierungsform hervorgebracht hat. Darüber hinaus spielt weiterhin eine Rolle, dass in Nietzsches Zeit der Begriff des Demokraten negativ konnotiert gewesen ist und man die todbringende Verfolgung durch den autoritären staatlichen Machtapparat riskiert hat, wenn man sich öffentlich als Demokrat angepriesen hat. In diesem Kontext ist der Demokrat insoweit ein Übermensch, als er sich für die Lebensform der Freien und Gleichen entscheidet, die die lange abendländische Geschichte der Untertanen hinter sich lässt und überwindet.

Zu einem analogen Ergebnis gelangt man, wenn man den Übermenschen als einen freien Menschen ansieht. Wie Aristoteles gelehrt hat, ist die Lebensform des freien Menschen die Demokratie. Also will Nietzsche, der die Freiheit und damit den freien Menschen liebt, die Lebensform, die man seit Ewigkeiten als Demokratie bezeichnet. Egal ist, ob er sich dessen bewusst ist. Diese Schlussfolgerung ist seinem Denken immanent. Wenn er die Logik nicht ignorieren oder sich dem vernünftigen Argumentieren nicht verweigern will, muss er ihr zustimmen, gegebenenfalls seine Denkfehler korrigieren und unseren Demokratismus grundsätzlich affirmieren.

Angesichts Nietzsches pejorativen Gebrauchs von Demokratie muss also erklärt werden, warum er etwas, was er eigentlich gut finden muss, als schlecht brandmarkt.

Dagegen besteht kein Grund, der Standardthese nicht nur der Bildungs- und Erziehungsphilosophie treu zu bleiben, dass man insbesondere den frühen Nietzsche als antidemokratischen und autoritären Bildungs- und Erziehungstheoretiker zu lesen hätte. Mit Blick auf sein gesamtes Lebenswerk, das aufgrund seines frühen Todes unabgeschlossen ist, ziehe ich es vor, von einem liberalistischen und antisozialistischen Bildungs- und Gesellschaftskonzept zu sprechen. Mit ihm wird die freiheitlich-demokratische Spannung von Gleichheit und Differenz übermäßig in Richtung Differenz und Ungleichheit aufgelöst. Insofern gehört Nietzsche in das breite Spektrum der Meinungsäußerungen zu Bildung und Erziehung, die in der freiheitlich-demokratischen Lebensform aufeinandertreffen, indem sie sich notorisch in Konfrontation mit ihren Wettbewerbern historisch aktualisieren.

Nächste Woche gibt es den finalen Teil III.

Fußnoten

[1] Niemeyer, C. (2013): Nietzsche. Werk und Wirkung eines freien Geistes. Darmstadt: Lambert Schneider.

[2] Zur möglichen Komplexität dieser Beschreibung sei exemplarisch verwiesen auf: Nietzscheforschung (2019): „In Ketten tanzen“. Nietzsche über freie und unfreie Geister. Jahrbuch der Nietzsche-Gesellschaft e. V. Band 26. Hrsg. von F. F. Günther und E. Müller, S. 19 – 197.

[3] Vgl. Dörpinghaus, A. / Poenitsch, A. / Wigger, L. (2006): Einführung in die Theorie der Bildung. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, S. 94 – 103.

[4] Nietzsche, F. (1879): Nachgelassene Fragmente, in: Kritische Studienausgabe. Band 8. Hrsg. von G. Colli und M. Montinari. 1988. München: dtv, S. 340.

[5] Ders. (1882/1887): Die fröhliche Wissenschaft. („la gaya scienza“), in: Kritische Studienausgabe. Band 3. Hrsg. von G. Colli und M. Montinari. 9. Auflage. 2015. München: dtv, S. 563.

[6] Ders. (1887): Nachgelassene Fragmente, in: Kritische Studienausgabe. Band 8. Hrsg. von G. Colli und M. Montinari. 1988. München: dtv, S. 517.

[7] Ders. (1878/79): Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, in: Kritische Studienausgabe. Band 2. Hrsg. von G. Colli und M. Montinari. 7. Auflage. 2016. München: dtv, S. 189.

[8] „Grundlage der demokratischen Staatsform (Politeia, B. H.) ist die Freiheit; man pflegt nämlich zu behaupten, dass die Menschen nur in dieser Staatsform (die eine Lebens- und Regierungsform ist; B. H.) an der Freiheit teilhaben, und erklärt, dass danach jede Demokratie strebe. Zur Freiheit gehört aber erstens, dass man abwechselnd regiert und regiert wird … Dies ist also das eine Zeichen der Demokratie, das alle Demokraten als Wesenszug dieser Verfassungsform angeben. Ein anderes ist, dass man leben kann, wie man will. Sie sagen, dies eben sei die Leistung der Demokratie; denn nicht zu leben, wie man wolle, sei charakteristisch für Sklaven. Dies ist also die zweite Eigenschaft der Demokratie.“ (Aristoteles (o. J.): Politik. Hrsg. von O. Gigon. 10. Auflage 2006. 1. Auflage 1973. München: dtv, S. 203).

[9] Hoffmann, B. (2022): Sehnsucht Demokratismus? Über: Herfried Münkler: Marx, Wagner, Nietzsche. Welt im Umbruch. Berlin: Rowohlt 2021. In: haGalil. Zeitschrift für jüdisches Leben online. 09. 08. 2022. https://www.hagalil.com/2022/08/sehnsucht-demokratismus/.

[10] Ders. (2023): Auf dem Weg zum Demokratismus? In: Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau 46, Heft 86, S. 23 – 32.

[11] Lauer, G. (2017): Nachwort, in: Humboldt, W. v. (2017): Schriften zur Bildung. Hrsg. von G. Lauer. Stuttgart: Reclam, S. 236.

[12] Ders., 2017, a. a. O., S. 256 f.

[13] Rawls, J. (1993): Politischer Liberalismus. 1. Auflage 2003. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

[14] Humboldt, W. v. (1792): Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen. 2015. Stuttgart: Reclam.

[15] Ders., 1792, a. a. O., S. 22.

[16] Nietzsche, F. (1883/85): Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, in: Kritische Studienausgabe. Band 4. Hrsg. von G. Colli und M. Montinari. 15. Auflage. 2016. München: dtv, S. 153 – 155.

[17] A. a. O., S. 153 f.

[18] Vgl. z. B. Dewey, J. (1930): Vom Absolutismus zum Experimentalismus, in: Ders. (2004): Erfahrung, Erkenntnis und Wert. Hersg. M. Suhr. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 13 – 27. Talisse, R. B. / Aikin, S. F. (2008): Pragmatism. A Guide for the Perplexed. London, New York: Continuum.

[19] Der knappe Forschungsstand zum Verhältnis von Bildung und growth findet sich in der gebotenen Kürze in: Waks, L. / English, A. R. (Ed. 2026): John Dewey’s Human Nature and Conduct. A Centennial Handbook. Cambridge, UK: Cambridge University.

[20] Vgl. Brandom, R. B. (2015): Wiedererinnerter Idealismus. Berlin: Suhrkamp. McDowell, J. (2015): Die Welt im Blick. Aufsätze zu Kant, Hegel und Sellars. Berlin: Suhrkamp. Pinkart, T. (2024): Understanding collective self-consciousness in Hegelian pragmatism (The Return of Idealism). https://www.essentiafoundation.org/understanding-collective-self-consciousness-in-hegelian-pragmatism-the-return-of-idealism/reading/?fbclid=IwAR2lJzDHo_TaXw61uKp7v2a8muetXZOFoafNgAWpVOMOGzu78abq7BeFgt0. Zugriff: 08. 02. 2024. Inwieweit Johann Friedrich Herbart als Klassiker der modernen Pädagogik ein Pragmatist avant la lettre ist, habe ich untersucht in: Hoffmann, B (2026): Warum nicht Pädagogik, lieber J. F. Herbart? Ein pragmatistischer Vorschlag zur Erneuerung des Grundes (der Theorie) der Pädagogik, in: Bolle, R. / Engelmann, S. / Kühn, N. (Hrsg. 2026): Bildsamkeit aus pädagogischer, psychologischer und philosophischer Perspektive. Herbart-Studien – Band XI. Hrsg. im Auftrag der Internationalen Herbartgesellschaft. Gera: Garamont, S. 229 – 253.

[21] Husi, G. / Kressig, M. M. (1998): Der Geist des Demokratismus. Modernisierung als Verwirklichung von Freiheit, Gleichheit und Sicherheit. Münster: Westfälisches Dampfboot.

[22] Adorno, T. W. (1966): Negative Dialektik, in: Ders. (2003): Gesammelte Schriften. Band 6. Hrsg. von R. Tiedemann. 15. Auflage 2015. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 7 – 412.

[23] Nietzsche, F. (1885): Nachgelassene Fragmente, in: Kritische Studienausgabe. Band 11. Hrsg. von G. Colli und M. Montinari. 1988. München: dtv XI, S. 541.

[24] Rawls, J. (2001): Gerechtigkeit als Fairness. Ein Neuentwurf. Hrsg. von E. Kelly. 1. Auflage 2003. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 78.

[25] Ebd.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert