Schlagwort: FIFA

  • !Fußball around the clock?

    !Fußball around the clock?

    Wieder einmal ist eine Fußball-Weltmeisterschaft fast vorbei. Zeit für einen Rückblick, wobei wir den gar nicht neu schreiben müssen, denn Henning Hirsch hat schon am Ende der WM in Katar einen Rückblick geschrieben, der noch heute aktuell ist und den wir deshalb als Perle des Kolumnismus noch einmal aus dem Archiv geholt haben. Lesen Sie selbst:

    Das Turnier in Katar ist ausgespielt, Messi hat den Titel im fünften Anlauf in einem ab Minute 70 wirklich spannenden bis hin zu hochdramatischen Finale gegen bärenstarke Franzosen geholt, Weihnachten und der Gaspreisdeckel können nun endlich kommen. Der Ball ruht jetzt eine kurze Zeit lang. In vier Wochen geht es weiter mit der Bundesliga, wo wir alle – so wir nicht Bayern-Fans sind – auf ein Überraschungsteam à la Marokko hoffen, das den Münchnern das Dauerabo auf die Meisterschale entreißen könnte. Aber so wie es Marokko nicht über Platz 4 hinaus geschafft hat, wird es auf absehbare Zeit auch niemand in der Buli schaffen, die Münchner vom Thron zu stoßen. Langeweile ist also angesagt in Deutschland, aber zumindest brauchen wir hier nicht darüber zu diskutieren, wie viele Arbeiter beim Bau unserer Stadien vom Gerüst fielen oder ob Mannschaftskapitäne bunte Armbinden tragen dürfen. Gäbe es eine Weltmeisterschaft für tadellose Haltung – Deutschland würde ganz sicher die Vorrunde überstehen. Aber leider geht’s beim Fußball unterm Strich halt immer darum, vorne mehr Tore als der Gegner zu schießen und hinten Tore zu verhindern. Und in diesen beiden klassischen Disziplinen ist das deutsche Team seit einigen Jahren nur noch bedingt wettbewerbsfähig.

    !Beste WM aller Zeiten?

    Die WM in der Wüste ist seit gestern Geschichte, und auch jemand wie ich, der von den Spielern keine Regenbogenbinden und Hand-vor-den-Mund-halte-Gesten verlangt, sondern einfach nur interessiert zuschaut, wie viele Tore vorne erzielt und hinten verhindert werden, ist froh, dass es jetzt vorbei ist. Die Melancholie nach dem Finale, die Angst vor der K.o.-Runden-leeren Zeit, die sich früher bei mir nach dem letzten Schlusspfiff oft einstellte, gibt es dieses Mal nicht. Aus zwei einfachen Gründen: Weder passt eine WM in den Winter – zumal in einen so kalten Winter wie diesen –, noch sollte sie in Ländern, die über Null Fußballhistorie verfügen, abgehalten werden. Weltmeisterschaften spielt man in West- & Südeuropa, Brasilien und Argentinien. Ausnahmsweise auch mal in Mexiko oder Japan. Aber auf gar keinen Fall am Westrand des Persischen Golfs.

    Ob die FIFA das verstanden hat? Deren Chef Gianni Infantino verkündete am vergangenen Freitag auf einer Pressekonferenz in Doha ein paar durchaus staunenswerte Sachen:

    Die WM …
    (A) … in Katar sei das beste Turnier seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte gewesen (Minimum seit der ersten Olympiade 776 vuZ … Frage des Autors dieser Kolumne: Wie wird das überhaupt gemessen?)
    (B) … müsse in noch viel mehr bisher Fußball-freie Länder exportiert werden (ganz aktuell = 2026 in die USA und Kanada)
    (C) … könne locker mit 48 und mehr Teilnehmern ausgespielt werden (das 48er-Feld für 2026 ist bereits beschlossen).
    Und überhaupt bräuchte es (D) sowieso viel mehr FIFA-Wettbewerbe. Weshalb nun eine Klub-WM mit 32 Teams und zusätzliche Interkontinental-Vergleiche zwischen europäischen, südamerikanischen, afrikanischen etc. Mannschaften in Planung sind.

    Mal abgesehen vom Umstand, dass das aktuelle Turnier stets zum besten aller Zeiten erklärt wird, bevor es dann in vier Jahren vom nächsten allerallerbesten abgelöst wird, Infantino diesbezüglich nur guter alter Funktionärseuphemismus-Tradition folgt, lässt der Rest doch aufhorchen. Noch mehr Teams, noch mehr Wettbewerbe, noch mehr Vergaben in (aus Fußballperspektive) exotische Länder? Was kommt als nächstes: die Reduzierung des zeitlichen Abstands zwischen den Weltmeisterschaften? Weshalb sollte der Titel nicht alle zwei Jahre ausgespielt werden? Beim Eishockey beträgt das Intervall nur 12 Monate. Die WM der Geräteturner:innen findet im 24-Monate-Rhythmus statt. Warum müssen ausgerechnet wir Fußballfans immer geschlagene 4 Jahre auf das nächste globale Event warten? Das ist voll unfair.

    Demnächst in Thailand & Malaysia?

    Da tun sich ungeahnte Möglichkeiten auf: 128 Mannschaften kämpfen 2034 in Thailand & Malaysia in einem drei Monate andauernden Turnier um die Krone des Weltfußballs. In FIFA-internen Expertenzirkeln muss bloß noch geklärt werden, ob die Vorrunde aus 32 4er- oder 42+ zwei Drittel 3er-Gruppen bestehen wird. Ins 64stel-Finale gelangen dann die 32 Erst- und Zweitplatzierten bzw. die 42,67 Erstplatzierten sowie 21.33 Zweitplatzierte, die sich in einem kleinen Vorrunden-shoot-out gegeneinander im Elfmeterschießen durchgesetzt haben. Direkt im Anschluss folgt eine Klub-WM, zu der die ersten 5 Vereine sämtlicher nationaler Ligen eingeladen sind u die ein halbes Jahr lang als Wanderzirkus in China abgehalten wird. Kurz darauf EM und Copa América, bevor dann – nunmehr im 2-Jahres-Rhythmus –, die nächste Weltmeisterschaft auf Kuba u Jamaika ihre Stadiontore öffnet. Dort dürfen auch erstmals 10 Frauen-Teams mit dabei sein, von denen die besten 2 auf jeden Fall bis ins VF vorrücken, egal ob sie die Vorrunde überstehen o nicht. So viel Gleichberechtigung u Diversity müssen sein. Die Vision der FIFA lautet: Soccer around the clock (inkl. lebenslange Präsidentschaft für Infantino).

    Und ich, der ich zugegebenermaßen gerne Fußball schaue, frage mich, ob der (zumindest mein eigener) Sättigungsgrad mittlerweile nicht schon erreicht ist, eventuell bereits überschritten wurde. Nie habe ich so wenig Partien angesehen wie bei dieser WM. Ob mein Interesse wieder wächst, wenn der Wettbewerb weiter aufgebläht und vielleicht demnächst im 24-Monatsturnus ausgespielt wird, wage ich zu bezweifeln. Und von Turnieren in Ländern, die über Null Fußballhistorie verfügen, halte ich ohnehin wenig. Soll heißen: das, was Infantino als Vision vorschwebt, sehe ich eher als Albtraum = die 24/7-Berieselung mit Partien wie Singapur vs. Andorra. Wer will so was ansehen? Also ich definitiv nicht.

    Hauptsache, der Effzeh steigt nicht ab

    Jetzt freue ich mich tatsächlich auf vier Fußball-lose Wochen, bevor es Ende Januar mit dem Effzeh (zu Hause gegen Werder Bremen) weitergeht. Köln steckt – mal wieder – mitten im Abstiegskampf und das Mitfiebern, ob’s zum Klassenerhalt reicht, wird mich bis Spieltag 34 voll in Anspruch nehmen. Für andere Sachen wie bspw. Vorbereitungsmatches der Nationalmannschaft oder Qualifikationsspiele zur Asienmeisterschaft bleibt da echt keine Zeit.

    Ob Bayern Meister wird, wollen Sie noch wissen? Ja, Bayern wird zum 123sten Mal Meister. Ob ich mir die EM in anderthalb Jahren anschauen werde? Ja, werde ich. Ob ich den Deutschen da Titelchancen einräume? Nein, tue ich nicht. Und was ich von der nächsten WM mit 48 Teilnehmern in den USA und Kanada halte? Da halte ich recht wenig von. Aber zumindest findet sie im Sommer statt und ein paar Spiele sind in Mexiko. Es besteht also ein bisschen Hoffnung, dass auch die WM 26 zum allerallerbesten Turnier der Menschheitsgeschichte avancieren wird. Fragen Sie mich das bitte erneut im Juli 2026. Aktuell bin ich doch etwas fußballmüde.

    Fazit
    Oft ist weniger (16 Mannschaften, die alle 4 Jahre um den Titel spielen) dann doch mehr.

  • Mal wieder ein Boykott

    Mal wieder ein Boykott

    „WAS trinkst du da?“, fragt meine Freundin.
    „Orangensaft“, sage ich, „Warum?“
    „Hast du auf das Etikett geschaut, wo der herkommt?“
    „Nein.“
    „Aus SÜDAFRIKA!“
    „Stimmt, da steht Südafrika auf dem Etikett“, sage ich.
    „Produkte aus Südafrika kauft man NICHT!“
    „Weshalb das denn?“
    „Weil da Apartheid herrscht. Anständige Menschen boykottieren dieses System.“
    „Indem wir keinen Orangensaft mehr trinken?“
    „KEINEN Orangensaft aus SÜDAFRIKA. Hast du das jetzt verstanden?“
    „Ja, habe ich verstanden.“
    © Dialog, der Mitte der 80-er Jahre in der Küche einer Münchner Studenten-WG stattfand (= mein erster Kontakt mit einem Boykottaufruf)
    +++

    Bevor wir nun gleich etwas tiefer in die wundersame Welt des Boykotts eintauchen, wollen wir kurz die Herkunft dieses Wortes beleuchten. Es stammt nicht aus dem lateinischen, griechischen oder mesopotamischen Sprachraum, sondern ein Engländer des 19. Jahrhunderts fungierte als Namensgeber:

    Das Wort Boykott geht auf Charles Cunningham Boycott zurück, einen in Irland lebenden englischen Grundstücksverwalter. Während des Land Wars nach 1870 rief der irische Nationalistenführer Charles Stewart Parnell seine Landsleute zum gewaltlosen Widerstand auf. Infolge der 1880 von Parnell und der Irischen Landliga organisierten Aktion fand Boycott keine Pächter mehr, er wurde „boykottiert“. Dieser erste erfolgreiche Boykott gab allen anderen den Namen.
    © Wikipedia, Stichwort „Boykott“

    Prall gefüllte Briefumschläge und klimatisierte Stadien

    Nachdem wir das geklärt haben, springen wir 150 Jahre in die Jetztzeit und landen im heißen Wüstensand des kleinen Emirats Katar. Dieses Zwergland erhielt im Jahr 2010 auf einem FIFA-Kongress in Zürich den Zuschlag, die WM-Endrunde 22 austragen zu dürfen. Welche Kriterien damals für diese Entscheidung ausschlaggebend waren, weiß man bis heute nicht genau. Angeblich ging es darum, den Fußball zur Abwechslung auch mal in die arabische Welt zu bringen, eventuell ging’s aber einfach bloß ums Geld. Katar ist reich, besitzt einige europäische Clubs, sponsort die Trikots zahlreicher weiterer Vereine, verfügt über ne Menge Einfluss in der UEFA. Und hatte bei der Abstimmung vielleicht ein paar Stimmen gekauft. Bevor Sie sich jetzt vorschnell über Letztgenanntes empören – das hatte Deutschland bei der Vergabe des Turniers 2006 angeblich auch getan. Dass mit Dollars (oder Euro oder Schweizer Franken) gefüllte Briefumschläge am Vorabend der Entscheidung unter Hoteltüren durchgeschoben werden, ist anscheinend alter FIFA-Brauch.

    Als nächster Kritikpunkt kam das Klima an die Reihe: links und rechts des Persischen Golfs herrschen im Hochsommer mörderische Temperaturen. Hätte man im Juni und Juli gespielt, wären Hitzetote auf dem Spielfeld und auf den Rängen zu befürchten gewesen. Also verschob man das Turnier auf den Winter – wofür die Spielpläne der europäischen und südamerikanischen Ligen geändert werden mussten – und baute klimatisierte Stadien. Was mit diesen Stadien nach der WM passiert, wollen Sie wissen? Die werden entweder wieder abgerissen oder verrotten. Aber ebenfalls hier bitte nicht vorschnell empören: auch das ist guter Brauch bei WM-Ausrichtern. Siehe bspw. Südafrika und Brasilien.

    Aber Katar hat NULL Fußballhistorie, sagen Sie jetzt? Stimmt, jedoch verfügten ebenfalls die USA 1994 (erneut 2026), Japan & Südkorea (2002) sowie Südafrika (2010) über keinerlei Fußballgeschichte. Ginge es einzig um die Historie, dann dürfte das Turnier bloß in Europa und Südamerika stattfinden. Aber es geht halt nicht einzig um die Geschichte, sondern um Teilhabe möglichst vieler Weltregionen an diesem globalen Sportspektakel Nr. 1 und deshalb wird das Event hin und wieder an exotisch anmutende Ausrichter vergeben. Finde ich vom Grundgedanken her auch nicht verkehrt und schlage deshalb für 2030 Thailand & Vietnam vor.

    Zwischenfazit (eventuell) gekaufte Stimmen, mangelnde Fußballhistorie, Hitze und Stadien, die nach Ende des Turniers niemand mehr braucht, reichen für einen Boykott erst mal nicht aus. Da muss also noch was kommen.

    Boykott: die dicken Bretter

    Beginnen wir damit, dass Katar keine Demokratie westlichen Zuschnitts ist. Das ist korrekt, aber das waren Argentinien 1978 (okay, schon was länger her) und Russland (2018) ebenfalls nicht. Vom zweifachen Olympia-Ausrichter China wollen wir hier erst gar nicht anfangen. Dass Sportgroßereignisse nur in Rechtsstaaten stattfinden dürfen, wäre zwar einerseits begrüßenswert, andererseits existiert diese Vorschrift nicht und würde zudem zwei Drittel der Länder auf unserem Planeten von vornherein als potenzielle Veranstalter ausschließen.

    Die Rechte der Schwulen und der Frauen: was ist mit denen, wollen Sie jetzt von mir wissen? Die sind beide prekär (also diese Rechte) in Katar. Wobei es mit den Rechten der Schwulen in Russland ebenfalls nicht allzu weit her ist (China weiß ich nicht. Müsste ich googlen). Das war bei der Vergabe 2010 hinreichend bekannt gewesen. An einen Aufschrei damals kann ich mich jedoch nicht erinnern. Das mit den mangelhaften Schwulen- und Frauenrechten am Persischen Golf scheint mir ein recht neuer Boykottgrund zu sen. Btw. wie ist eigentlich Tourismus in Dubai und Abu Dhabi – wo es um diese Rechte nicht besser bestellt ist – zu bewerten? Das ist was völlig anderes? Weiß nicht. Für mich ist das recht ähnlich gelagert.

    Kommen wir nun zum gravierendsten Boykott-Auslöser: der Todesrate auf den katarischen Baustellen. Hier schwanken die Angaben enorm. Die Bandbereite reicht von 3 über 6.000 bis hin zu 15.000. Experten verweisen darauf, dass es kaum möglich ist, eine belastbare Zahl zu ermitteln, da schlichtweg keine Statistik existiert. Soll heißen: man weiß zwar, wie viele Ausländer/Bauarbeiter in Katar pro Jahr sterben. Woran genau sie sterben bzw. wo sie sterben (Baustelle, Hotelzimmer, Krankenhaus), wird von amtlicher Seite nicht erhoben. Sind sie alle auf den WM-Baustellen verunglückt, oder gab’s weitere Tote bei den anderen Großprojekten, die zeitgleich aus dem Sand der Wüste in die Höhe gestampft wurden? Die Menge der wegen der WM verschiedenen Arbeiter wird sicher nicht 3 sein – wie die Behörden in Doha behaupten –, ob es 6.000 oder gar 15.000 sind, weiß jedoch niemand genau. Aber das ausbeuterische Kafala-System, was ist mit dem, fragen Sie jetzt? Ja, das ist großer Mist, eine Form moderner Sklaverei; allerdings üblich auf der Arabischen Halbinsel. In den VAE und Saudi-Arabien geht es genauso zu: da werden die Pässe der ausländischen Arbeiter ebenfalls einbehalten. Macht’s nicht besser, schon klar. Wurde aber alles bereits zum Zeitpunkt der Vergabe 2010 praktiziert. Die FIFA entschied in vollem Wissen des Kafala-Systems pro Katar. Die berechtigte Kritik daran kommt hauptsächlich aus den westlichen Industrienationen. Dass sich Pakistan, Indien, Bangladesch – also die Länder, aus denen die Arbeiter überwiegend stammen – daran stören – davon hört man so gut wie nichts.

    Wer würde davon getroffen?

    Nachdem wir die Gründe für den Boykott aufgelistet haben, wenden wir uns nun der Frage zu, wen wir mit unserem Ich-schau-mir-diese-WM-nicht-an-Protest treffen wollen. Wir können 3 Zielobjekte unterscheiden:

    (A) Katar
    (B) Die FIFA
    (C) Die Sponsoren

    Für Katar wäre es sicher bedauerlich, wenn weltweit die TV-Geräte ausbleiben. Ist ja schon bitter, wenn man höllenmäßig viel Geld für Einkauf und Organisation eines Events ausgibt, das nachher niemand sehen will. Allerdings bezweifele ich stark, dass das im Nachgang zu einem Umdenkprozess hin in Richtung Demokratie & Gewaltenteilung und mehr Rechte für Frauen und Schwule führen würde. Vielmehr steht zu befürchten, dass Katar den Spieß umdreht und dem (christlichen) Westen Arroganz oder gar Diskriminierung der arabischen Kultur und islamischer Werte vorhält. Ein Vorwurf, der in der muslimischen Welt sicher auf fruchtbaren Boden fallen wird.

    Für die FIFA wäre es SEHR ärgerlich, falls die Einschaltquoten in den Keller gingen. Gemäß der einfachen Formel: kleinere Reichweite = weniger Werbeeinnahmen & reduzierte TV-Gelder. Jedoch wird das so nicht eintreten. Dafür schauen dann doch noch zu viele Menschen aus Ländern zu, die sich für unseren deutschen Boykott Nullkommanull interessieren.

    Und die glorreiche Idee, keine Produkte der Sponsoren mehr zu kaufen, was halten Sie davon Herr Kolumnist? Weiß nicht. Die Liste der Sponsoren ist LANG. Stelle mir das von der praktischen Umsetzung her schwierig vor, bei jedem zukünftigen Besuch im Supermarkt erst mal zu überprüfen, ob ich Coca-Cola in meinen Einkaufswagen legen darf und mir im Anschluss einen Big Mac bei McDonald’s reinziehen kann. Was ist mit meinen Sportschuhen von adidas und dem Hyundai-SUV des Nachbarn? Und meine Visa-Card soll ich ab sofort auch nicht mehr benutzen? Kann man natürlich alles fordern, ob’s in der Realität von Erfolg gekrönt ist, gehört stark in die Rubrik Wunschdenken.

    Boykott: Pro & Contra

    Wollen wir abschließend festhalten: Ja, es existieren gute Gründe, die WM 22 zu boykottieren. Egal, ob dieser Boykott in der Praxis das bewirken wird, was den Boykotteuren damit vorschwebt.

    Es gibt allerdings auch Gründe für den Nicht-Boykott. Z.B.:
     Man sollte das Event vom Ausrichter trennen
     Der Otto-Normalo-Fan muss nicht ausbügeln, was die FIFA-Funktionäre verbockt haben
     Und auch die Spieler, für die die Teilnahme an einem WM-Turnier einen Höhepunkt ihrer Karriere darstellt, sollten nicht durch kollektiven Unsere-Mattscheibe-bleibt-schwarz-Aktionismus bestraft werden.

    Wo ich persönlich zwischen diesen beiden Positionen stehe? Ich werde mir die Spiele angucken. Nicht ALLE, wie ich das bei einigen früheren Turnieren (zuletzt 2014 Brasilien, davor 2006 Deutschland) getan habe, aber schon die, die ich spannend finde. Große Vorfreude spüre ich nicht, das Gefühl des Der-ersten-Partie-entgegenfieberns hat sich bisher nicht eingestellt. Ich sehe zum einen aus Gewohnheit (tue ich seit der EM 72) und zum anderen, weil’s mich tatsächlich interessiert. So wie ich seit 50 Jahren ebenfalls an JEDEM Wochenende die Bundesliga schaue und bei der morgendlichen Zeitungslektüre zuerst den Sportteil mit den aktuellen Fußball-News aufschlage. An wilden Partys u/o Autocorsos nach evtl. deutschen Siegen werde ich mich hingegen nicht beteiligen (bin ich mittlerweile eh zu alt für). Und Fahnen oder Wimpel-schwenken war noch nie meins. Bin mehr der stille Fan (Ausnahme: der Effzeh spielt).

    Den Boykott wahrer Fußballfans (wenn sie ihn denn auch tatsächlich bis zum Finale durchhalten) bewerte ich höher als die Boykottaufrufe derjenigen, die keine Ahnung von diesem Sport haben. Merke: je weniger ich mich für Fußball interessiere, desto einfacher fällt mir natürlich die Verweigerung. Bei den Katar-Gegnern lohnt deshalb immer die Frage: wie viel Ahnung hast du jenseits der WM 22 eigentlich vom Fußball?

    Ich respektiere den Boykott, werde also keinen Protestler davon überzeugen wollen, sich gemeinsam mit mir das Spiel Deutschland vs. Spanien anzugucken. Bin mir auch darüber im Klaren, dass die Boykotteure das andersherum nicht so tolerant auffassen und mich zum Sklavenhalter-Regime-Befürworter stempeln werden. Aber ganz ehrlich: mir ist das völlig wurscht. Mein schlechtes Gewissen, weil ich mir ein paar Partien anschauen werde, tendiert gegen Null.

    Ein gewisses Maß an Scheinheiligkeit

    Am Ende dieser Kolumne kann ich es mir allerdings nicht verkneifen, auf eine gewisse Scheinheiligkeit des WM22-Embargos hinzuweisen: denn mit Öl und Gas aus Katar haben wir keinerlei Problem, betteln förmlich darum, dass wir das dort kaufen dürfen und von Protestaufrufen gegen Russland 2018 und Peking 2022 habe ich nichts mitbekommen. Was mich schlussfolgern lässt, dass wir lieber kleine als große Schurkenstaaten boykottieren. Mit Atommächten wollen wir es uns nicht verscherzen, während wir einem kleinen arabischen Ausrichter mal demonstrieren möchten, wo der westlich-aufgeklärte Hammer hängt?

    Diese WM hätte nie an den Golf vergeben dürfen. Nun ist sie aber dort und sollte halbwegs in Ruhe durchgeführt werden können, ohne Fans und Spieler in Sippenhaft für merkwürdige Entscheidungen der Funktionäre zu nehmen. Und ja: die Vergabepraxis der FIFA gehört dringend auf den Prüfstand.

    Und nun wünsche ich den Boykotteuren eine sinnvolle Alternativbeschäftigung und uns Fans spannende vier Wochen.

    PS. Orangensaft aus Südafrika trinke ich weiterhin nicht. Was aber v.a. daran liegt, dass der Supermarkt, in dem ich meinen Orangensaft kaufe, die Orangen aus anderen Herkunftsländern bezieht.

  • Nach der WM ist vor der EM

    Nach der WM ist vor der EM

    „Nie war mir eine WM egaler als diese“, könnte mein Motto für das heute zu Ende gegangene Mammutturnier in Russland lauten. 32 Mannschaften, acht Vorrundengruppen, 64 Spiele, und ich habe mir davon maximal 25 Prozent reingezogen. Das war 2014 noch ganz anders gewesen: von den ebenfalls 64 Matches hatte ich ganze drei, aufgrund von Spontanschlaf vor dem TV-Gerät, verpasst. Ich weiß auch nicht so genau, woran es dieses Mal lag, dass mich das Fußballfieber nicht derart packte wie vor vier Jahren: am frühen Aus der deutschen Mannschaft, an der seit Jahren stattfindenden Übersättigung mit der Materie, meinem kaum noch zu unterdrückenden Widerwillen gegen die Hyperkommerzialisierung des Events oder den Kopfschmerzen, weil ich wochenlang all die hässlichen Deutschlanddevotionalien erblicken musste, die meinen Sinn für Ästhetik beleidigen. Wahrscheinlich ein Mix aus den vier aufgezählten Gründen, der mir in diesem Sommer den kindlichen Spaß am Rasenballsport verleidete und mich alternativ lieber Filme in Amazon und Netflix anschauen ließen.

    Allez les Bleus!

    Frankreich ist Weltmeister. Ein bisschen glücklich mit einem erschauspielerten Freistoß und einem geschenkten Elfmeter und zugegebenermaßen vom Ergebnis her zu hoch. Die Kroaten waren bis zum Schluss nah dran. Wäre irgendwann um die 80ste herum das 3 zu 4 gefallen, hätte ich der Überraschungself sogar Verlängerung und Sieg zugetraut. So bleibt es dabei: den Titel holt am Ende immer einer der Großen. Der letzte Kleine war Uruguay im Jahr 1950. Seitdem dominieren die Länder mit den starken und zahlungskräftigen Ligen das Turnier (okay, okay: Brasilien ist jetzt nicht so reich wie Spanien, Italien oder Deutschland. Aber es ist eben Brasilien). Didier Deschamps tritt in die Fußstapfen Beckenbauers und Zagallos: Weltmeister sowohl als Spieler als auch als Trainer. Verordnete der L‘Équipe Tricolore eine defensive Grundausrichtung bei gleichzeitig pfeilschnell vorgetragenen Kontern durch die beiden Spitzen Griezmann und Mbappé. Das reichte für Tabellenplatz 1 in der Vorrunde, war das richtige Konzept im superspannenden und auf Messers Schneide balancierenden Achtelfinale gegen Argentinien und ließ die Les Bleus im Anschluss über Uruguay und die als Geheimfavorit eingestuften Belgier triumphieren. Kroatiens Weg war steiniger: zweimal Elfmeterschießen und ein Sieg in der Nachspielzeit gegen England. Das kostete ne Menge Kraft. Zudem ein Tag weniger Ruhepause als der Wettbewerber. Von schwachen Beinen sah man trotzdem nichts im Finale. Die Kicker vom Balkan scheinen zwei Lungen zu besitzen und über ein nie verzagendes Kämpferherz zu verfügen. Selten eine Mannschaft gesehen, die sich so reinwirft und bis zur letzten Sekunde fightet. Die beiden letztgenannten Fähigkeiten galten übrigens früher als typisch deutsche Tugenden. Lang ist’s her.

    Glückwunsch an Frankreich zum zweiten Titel!

    Bei keiner WM lag ich mit meinen Tipps so daneben wie bei dieser. Sowohl im Büro als auch im Bekanntenkreis jeweils Letzter im Tableau geworden. Und das mir, der ich die Spiele seit 1970 schaue und bis vor kurzem noch ehrfurchtsvoll als Orakel vom Mittelrhein bezeichnet wurde. Aber wer prognostiziert schon allen Ernstes, dass Japan gegen Kolumbien gewinnt, der Iran den hochgelobten Portugiesen ein Unentschieden abtrotzt oder Schweden die Mexikaner 3 zu 0 weghaut? Kroatien im Finale – kann man als Hochrisikospekulation natürlich abgeben; aber alte Männer wie ich tun das nicht, sondern vertrauen lieber auf Argentinien, Brasilien und Spanien. Alle drei allerdings auch nicht viel erfolgreicher bei diesem Turnier als das deutsche Team gewesen. Wobei sie schöneren und vor allem einsatzfreudigeren Fußball zelebrierten und nur haarscharf stolperten.

    Aus deutscher Sicht: Turnier des Grauens

    Deutschland hingegen hat die schlechteste WM aller Zeiten gespielt. Als bisheriger Tiefpunkt galt das Ausscheiden im Achtelfinale 1938 gegen die Schweiz. Seitdem war die Runde der letzten 8 das Minimalziel, das erreicht werden musste. 4x der Titel, 4x Vize, 3x Dritter. Die Liste der Triumphe ist lang. Vorzeitige Heimreisen bedeuteten zumeist auch die gleichzeitige Auflösung des Trainervertrags. Weil entweder der Übungsleiter von sich aus einsah, dass er mit seinen Motivationskünsten am Ende war, oder die DFB-Oberen ihn sanft nach draußen bugsierten. Dieses Mal ist alles anders: Der Nivea-Coach glaubt, (nahezu) alles richtig gemacht zu haben, der Manager – der im Falle des Rauswurfs seines wichtigsten Angestellten ebenfalls die Koffer packen müsste – stärkt ihm den Rücken, und die Funktionäre aus der Frankfurter Zentrale haben sich verzockt; keinen Plan B in der Tasche, sodass sie wider besseren Wissens am abgehalfterten Duo Bierhoff & Löw festhalten. Die Satzhülse „In schwierigen Zeiten machen wir uns nicht einfach aus dem Staub“ bedeutet übersetzt nichts anderes als: „Wir möchten unsere gut bezahlten Jobs gerne weiter behalten, weil wir so schnell keine lukrative Anschlussbeschäftigung finden werden“. Das Nicht-Reinemachen wird sich bereits im Herbst bitter rächen, wenn das mittelmäßige deutsche Team in der Nations League – ein neues Turnier im ständig weiter aufgeblähten UEFA-Kalender – auf die Hochkaräter Frankreich und Niederlande trifft und sich dabei saftige Packungen einfängt. Spätestens dann eröffnet die Presse das Feuer auf den Trainer, in dessen Flammen und dilettantischen Löschversuchen sich ebenfalls Manager und Präsident üble Brandwunden zuziehen werden. Völlig zu Recht. Wer zu lange zögert, den entsorgt der Boulevard.

    Die Defizite waren offensichtlich: unfitte Spieler, Gruppenbildung innerhalb der Mannschaft, veraltete Taktik auf dem Platz, ermüdender Schlafwagen-Ballbesitz-Fußball, hunderte – zu nichts führende – Querpässe im Mittelfeld, keine Alphatypen dabei, gute Stürmer gar nicht erst mitgenommen, sondern zu Hause gelassen, vogelwilde Defensive, kein Aufbäumen gegen drohende Niederlagen, die Akteure spulten ein Minimalprogramm ab. Schablonenfußball, der dem Auge wehtat. Und: An den Spielern alleine lag es nicht. Da waren einige Weltklasseleute dabei: Kroos, Boateng, Özil, Neuer. In ihren Vereinen fest gesetzt, die das Kicken sicher nicht mit der Ankunft in Moskau verlernt hatten. Es schien mir primär ein Problem mangelnder Inspiration und Motivation zu sein. Kombiniert mit komischen taktischen Entscheidungen und einer von Match zu Match anders zusammengewürfelten Startelf. Für sowas ist nun mal der Coach zuständig und, falls es nicht hinhaut, in der Konsequenz auch verantwortlich. Weshalb es abenteuerlich anmutet, dass ausgerechnet der Mann, der die aktuelle Misere verschuldet hat, nun ankündigt, er wolle das System grundlegend reformieren. Dafür hatte er doch seit der EM 16 – die ja aus deutscher Sicht ebenfalls nicht richtig rund lief – zwei Jahre Zeit gehabt. Und jetzt weitere sechs? Oh weh! Wobei Löw nach der Gruppenphase der Nations League eh Vergangenheit sein wird.

    Das unselige Foto in London

    Man kann die Geschichte dieser WM nicht schreiben, ohne auf die unglückliche Causa Özil/ Gündogan/ Tosun/ Erdogan einzugehen. Ein Foto aus dem Mai, in dem sich vier lächelnde Männer gegenseitig umarmen und handsignierte Trikots überreichen. Aufgenommen in London anlässlich eines (spontan arrangierten?) Treffens mit dem türkischen Staatschef. Ein Bild, das die deutsche Fußballwelt für einige Tage in ihren demokratischen Grundfesten erschütterte. Kein Außenstehender weiß bis heute so genau, was die beiden Spieler dazu bewegte, dem türkischen Autokraten die Hand zu schütteln und ihn mit „Mein Präsident“ anzuhimmeln. Waren es Verwandte in der Heimat, die es zu schützen galt, war es Eitelkeit oder doch nur Dummheit, oder bewundern die beiden gar den AKP-Vorsitzenden? Das Ganze fällt in die Rubrik: Dinge, die man besser nicht gemacht hätte. Passiert, dumm gelaufen, Shitstorm ertragen, Augen schließen, Ohren zuhalten, eine kleine Erklärung dazu abgeben und danach ins Trainingslager nach Südtirol aufbrechen. Kann man als DFB so akzeptieren oder es eben auch nicht tun. Soll heißen: vernünftiges Krisenmanagement wäre es gewesen, die beiden entweder sofort auszuladen oder von ihnen eine sattelfeste Entschuldigung zu verlangen. Im Falle der zweiten Möglichkeit hätte es danach aber auch wieder gut sein müssen. Ein Foto mit dem türkischen Staatsoberhaupt stellt ja kein Kapitalverbrechen dar.

    Aber der DFB wählte keine der beiden oben genannten Varianten. Stattdessen wurde das Thema kleingeredet, nachhakende Journalisten mit „Schwamm drüber, alles halb so wild“ vertröstet. Die Pfiffe beim Testspiel in Leverkusen zeigten jedoch, dass die Fans mit dieser wachsweichen Vorgehensweise nicht zufrieden waren. Das setzte sich fort mit der unsäglichen Diskussion, dass Özil die Hymne nicht mitsingt, er in engen Matches einfach abtaucht, nicht genug Einsatz für Deutschland zeigt, im Herzen eben ein Türke geblieben sei. Und niemand stellte sich schützend vor ihn. Stattdessen ließ der Verband, der sich gerne mit dem Spruch „Gib Rassismus keine Chance!“ präsentiert, unwidersprochen zu, dass sein einstiger Vorzeige-Integrationsschüler im Boulevard und in den sozialen Medien tagein, tagaus mit Dreck beworfen wurde. Und um dem Ganzen noch die Krone der Peinlichkeit aufzusetzen, schwadroniert Bierhoff 14 Tage nach dem blamablen Aus als Letzter der Vorrundengruppe F darüber, dass es nicht hilfreich gewesen sei, was Özil und Gündogan sich geleistet hätten, ihre Londoner Aktion große Unruhe ins Team hineinbrachte. Man mehr Integrationswillen von ihnen, speziell Özil, verlangen dürfte.

    WAS?? Das fällt ihm nach wochenlangem Schweigen erst jetzt ein? Warum wurde die Angelegenheit nicht im Vorfeld geklärt? Was für ein fadenscheiniges Ablenken vom eigenen Unvermögen! Was für eine ungenügende Ursachenanalyse. Als ob das Erdogan-Foto nun Reus, Kimmich oder Hector um den Schlaf gebracht hätte. Komplette Nonsensbehauptung eines Managers, der das Team ohnehin schon seit langem nicht mehr unter sportlichen Gesichtspunkten, sondern bloß noch als Gewinnmaximierungsverein betrachtet. Özil besitzt im kleinen Zeh, selbst wenn der verstaucht ist, mehr Ballgefühl als der Großteil seiner Mannschaftskollegen in beiden Beinen. War Dreh- und Angelpunkt der Siegertruppe von Rio. Es ist hochgradig unfair und ein Zeichen schwacher Führung, ausgerechnet ihn als Sündenbock für das Kollektivversagen herauszupicken. Weniger Bierhoffs und mehr Özils täten dem deutschen Fußball gut. Dass der farblose Oberfunktionär Grindel kurz danach ins selbe Horn stieß, lässt allerdings kein gutes Ende erahnen.

    Noch 699 Tage bis zur EM

    Die WM ist nach 32 Tagen endlich vorüber. Ob sie nun das beste Turnier aller Zeiten war, wie FIFA-Präsident Infantino im Überschwang der Gefühle und in Vorfreude des in Kürze bevorstehenden Kassensturzes behauptet, sei mal dahingestellt. Ich habe auf jeden Fall einige hochklassige uns spannende Partien gesehen, von denen mir insbesondere Spanien-Portugal, Frankreich-Argentinien, Uruguay-Portugal und die beiden Halbfinals in Erinnerung bleiben werden.

    Jetzt werde ich drei Wochen lang keinen Ball mehr anschauen und mich innerlich auf die Anfang August schon wieder startende neue Saison vorbereiten. Mit meinem FC in Liga 2, wo Partien gegen Bielefeld, Heidenheim und Sandhausen auf uns Kölner warten. Und zwar nicht nur am Wochenende, sondern ebenfalls am Montagabend. Dienstag und Mittwoch gefolgt von der CL, am Donnerstag dann Europa League. Der Fußball der Moderne als 24/7 Dauerspektakel und Umsatzoptimierungsmaschine.

    Noch 699 Tage bis zum Anpfiff des Eröffnungsspiels der EM 2020. Mit einem bis dahin hoffentlich jungen, unverbrauchtem Team, einem Trainer, der taktisch auf der Höhe der Zeit ist, weniger Nutella & Nivea, und einer Führungsspitze, die ihre Mitarbeiter schützt, anstatt sie der stets blutrünstigen Meute zum Fraß vorzuwerfen.