Islambashing ist eine schlechte Richtschnur in der Flüchtlingshilfe

Das aufgrund seiner Länge in drei Teile gesplittete Interview mit der Flüchtlingshelferin Rebecca Sommer sorgte für eine Menge Zündstoff. Die Reaktionen reichten von „endlich Klartext“ über „tendenziös“ bis hin zu: „Gift aus der Propagandaküche der AfD“. Das war natürlich bei der Brisanz des Themas und der doch sehr subjektiv gefärbten Darstellung nicht anders zu erwarten.

Kolumnisten sind Einzelkämpfer

Bevor ich nun meinen Standpunkt zu Papier bringe – hier ein paar Klarstellungen zu den Kolumnisten; denn diesbezüglich scheinen irrige Vorstellungen bei den Abonnenten zu kursieren. Zuerst mal: wir sind kein homogenes Kollektiv, sondern vertreten Einzelmeinungen. Kann also passieren, dass ich das Werk eines Schriftstellers lobend bespreche und ein anderer Kolumnist ein paar Tage später zur Gegenrede ansetzt. Wir halten keine Redaktionskonferenzen ab, in denen wir auf eine einheitliche Linie eingeschworen werden. Gastbeiträge sind jederzeit willkommen. Das Procedere läuft so: einer von uns empfiehlt jemanden, von dem er meint, dass der was Schlaues mitzuteilen hat. Wir können dann zwar „Veto“ rufen, tun es aber nicht, weil wir zum einen auf den Tippgeber vertrauen und zum anderen keine Zustände wie im Weltsicherheitsrat haben wollen, wo wir uns ständig gegenseitig blockieren. Oft ist es auch so, dass ein (neben seinem normalen Brotjob tätiger) Kolumnist neue Texte erst zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liest. So wie mir beim Rebecca-Sommer-Interview geschehen. Aber selbst wenn ich den Wortlaut vorher gekannt hätte, wäre mein Veto ausgeblieben. Einfach aus dem Grund heraus, dass es in einem Meinungsportal möglich sein muss, Positionen – auch wenn sie meinen eigenen diametral widersprechen – zu veröffentlichen, ohne gleich in toto in die ein oder andere politische Ecke gedrängt zu werden.

Steile Thesen und eine nicht nachhakende Interviewerin

Nun aber zum Text als solchem. Ich will mich da kurz fassen. Wurde schon viel dazu in den Kommentarspalten angemerkt. Ohne das, was der Interviewgeberin geschehen ist, anzuzweifeln, macht sie etwas, was man mMn nie tun darf: sie verallgemeinert ihre persönlichen Erfahrungen und stellt eine komplette Religionsgemeinschaft unter Generalverdacht. Dass sie als enttäuschte Liebende redet, ist die eine Sache. Dass die sie interviewende Journalistin ihr aber nicht einmal dabei widerspricht oder auch nur vertiefend nachhakt, empfand ich mit zunehmender Dauer des Gesprächs doch als sehr ärgerlich. Und dabei gab es ja viele Punkte, die man kritisch hätte hinterfragen können.

Als besonders steile Thesen ragen dabei heraus: der Taqiyya-Dispens (sämtlichen Moslems ist es freigestellt, uns dumme Christen ständig zu belügen. Dieses Verhalten würde nicht nur geduldet, sondern von Klerus und Gott sogar ausdrücklich gutgeheißen), Frauen als Menschen zweiter Ordnung, die den muslimischen Männern einzig als Sexobjekte und Gebärmaschinen dienen, Polygamie als Regel und nicht als Ausnahme, tribalistische Strukturen in den Heimatländern, in denen Gewalt auf der Tagesordnung steht, die Forderung der Imame, sich nicht im dekadenten Westen zu integrieren, die schlechte Ausbildung der Flüchtlinge, die uns von Politik und Presse verschwiegen wird, der Raubzug durch unsere Sozialsysteme – flankiert von zu laxer Verständnisjustiz und zu langen Abschiebeverfahren. Und bei all diesen Klischees vom bösen Moslem waren wir gerade mal bei der Hälfte des Interviews angelangt. Wow, denke ich, was kommt als nächstes: dass sie unsere Frauen vergewaltigen und das Land durch die Hintertür islamisieren wollen?

Um es nochmal zu sagen; ich stelle nicht die persönlich negativen Erfahrungen von Frau Sommer in Abrede. Wenngleich mich die Häufung all dieser Vorfälle speziell in ihrer Nähe doch ein bisschen verwundert. Aber das ist jetzt gar nicht so wichtig. Schlimmer ist wirklich, dass die Interviewerin es einfach so geschehen lässt, ganz im Gegenteil immer weitere Stichworte liefert, damit sich ihr Gegenüber richtig auskotzen kann.

Ohne bezweifeln zu wollen, dass es unter den Flüchtlingen Arschlöcher gibt, kann daraus aber nicht die Schlussfolgerung gezogen werden, dass der Islam mehr Arschlöcher hervorbringt als Christentum, Buddhismus, Naturreligionen oder Atheismus. Dass die aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens zu uns fliehenden Menschen teils konservativer sind als wir: geschenkt. Das waren die Gastarbeiter der 60er und 70er ebenfalls und noch meine Großmutter musste Haushaltsbuch führen und sich Anschaffungen wie Spül- und Waschmaschine von meinem autoritären Großvater genehmigen lassen. Das ist jetzt gerade mal vierzig Jahre her. Aber die Entwicklung schreitet voran; bei meinen Eltern ging’s schon sehr liberal zu. Soll heißen: konservative Flüchtlinge können durchaus progressivere Kinder auf die Welt bringen. Wer ständig nur auf den Status Quo schielt, der verschläft die Zukunft.

Das Interview arbeitet mit zwei Tricks. Nr. 1: wer anders denkt als Frau Sommer, der verschließt entweder fahrlässig – oder gar bewusst – die Augen vor der Realität oder befindet sich im gutgläubigen Stadium, das sie selbst durchlaufen hat, bevor ihr Anfang 2016 die Erleuchtung zuteil wurde: »Seht her, ich war genauso naiv wie ihr und glaubte an das Gute im Menschen. Bis ich endlich aufwachte und erkannte, dass die Moslems qua Religion böse sind«. Nr. 2: »Ich kenne natürlich auch Ausnahmen; aber diese Ausnahmen bestätigen bloß die Regel«. So oft, wie Frau Sommer Ausnahmen erwähnt, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es doch so viele Ausnahmen sind, dass man aus dem verbleibenden Rest besser keine allgemeingültige Regel herleitet.

Zum Schluss noch ein bisschen Aluhut

In Teil 3 wird es dann politisch. Ich lese stirnrunzelnd Sätze wie diesen:

Bleibt unbeugsam in eurem Widerstand gegen die Verletzung des Völkerrechts vonseiten der EU, und in diesem Fall gegen eine von außen aufgezwungene Verteilung von Flüchtlingen. Jedes Land und Volk hat ein Recht, seine Gäste selber auszusuchen.

Oder diesen:

Völkerrecht besagt, dass ihr ein Recht darauf habt, euren eigenen politischen Weg und Status zu bestimmen und frei von Fremdherrschaft zu sein.

Gefolgt von:

Ich habe den Eindruck, dass in Europa Interessen am Werk sind, denen es sehr daran liegt, ein Europa zu kreieren und das Völkerrecht, die Selbstbestimmung eines vom Volk gewählten Staates zu verwaschen bis hin, es zu eliminieren.

Und muss sagen, spätestens jetzt sind wir bei der Aluhutfraktion und Weltverschwörungstheorien angelangt. Fehlt noch der Hinweis, dass dunkle Mächte seit langem planen, alle Völker aufzulösen und durch eine leicht manipulierbare Mischrasse zu ersetzen.

Und immer noch interveniert Frau von der Osten-Sacken nicht.

So sehr das fortbestehende ehrenamtliche Engagement von Frau Sommer zu loben ist und auch ihre persönlichen Enttäuschungen nicht von mir hinterfragt werden sollen, muss bei diesem Text doch bemängelt werden, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde. Aus dem »ICH bin verärgert weil … « wurde eine Generalanklage gegen sämtliche männlichen Moslems zurechtgezimmert, die aufgrund Religion und völlig anderer Sozialisation nicht integrierbar sind bzw. gar nicht integriert werden wollen. So kann man natürlich argumentieren, darf sich dann aber nicht wundern, wenn der Applaus vor allem aus der rechten Ecke kommt. Und ich bin mir hundertpro sicher, dass es viele Flüchtlingshelfer gibt, die bei gleichlautenden Erfahrungen nicht auf die Idee verfallen, für singuläres Arschlochtum eine ganze Religionsgemeinschaft in Sippenhaft zu nehmen.

Von daher: meins war dieser Text definitiv nicht. Dass unsere Asylpraxis dringend auf den Prüfstand gehört und durch ein modernes Einwanderungsgesetz ergänzt werden sollte, wusste ich schon vorher. Diese Forderung kann man vertreten; dafür braucht’s aber keine vorherige Generalabrechnung mit dem Islam, die die Fronten eher verhärtet, als das Problem auch nur einen einzigen Schritt einer vernünftigen Lösung zuzuführen. Und trotzdem muss es einem Meinungsportal freistehen,  solch einen Beitrag zu publizieren und zur Diskussion zu stellen.

Kommentare

31 Kommentare zu „Islambashing ist eine schlechte Richtschnur in der Flüchtlingshilfe“

  1. Avatar von Uwe Fischer
    Uwe Fischer

    Absolute Zustimmung. Alles in allem bleibt ein komischer Geschmack, weil diese Story nicht wirklich kongruent wirkt.

  2. Avatar von Rachel
    Rachel

    Frau Sommer scheint diese Menschen aber immer noch zu lieben, anstatt das Handtuch zu schmeissen, macht sie weiter. Was die Rechten ihr nicht verzeihen. Und den Linken schmecken die Erfahrungen von Rebecca Sommer auch nicht.

  3. Avatar von Susanne Straßberger
    Susanne Straßberger

    Rebecca schildert ihre Erfahrungen und zieht ihre Schlussfolgerungen. Das passt vielen nicht. Linke und Rechte fühlen sich gleichermaßen in ihren stereotypen Ansichten angegriffen – und reagieren entsprechend. Die Gegenrede von Henning Hirsch ist in meinen Augen absolut nichtssagend. Da wird ja nichts Neues gebracht. Nur ein paar Kampfbegriffe aufgewärmt (Islambashing) und die „Generalisierung“ kritisiert. Interessanter wäre es gewesen, wenn Herr Hirsch seine eigenen Erfahrungen mit der Begleitung von Flüchtlingen oder die anderer Leute, die dem von Rebecca Gesagten widersprechen, teilen würde. Da kommt aber nix. Und wo nix kommt, kommt eben Diffamierung und eine Kritik, die aus dem Vorsatz wächst, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

  4. Avatar von Iris
    Iris

    Ermüdend, diese immergleichen Relativierungen. Man kann Erfahrungen sammeln soviel man will, für die neunmalklugen Realitätsverweigerer sind es nie genug, oder die falschen oder zu unglaubwürdige. Warum nicht einfach gleich zugeben, daß man sich der Diskussion verweigert, weil nicht sein kann was nicht sein darf. Spart Lesezeit.
    By the way: Ich bin ebenfalls aktiv in der Füchtlingshilfe. Meine Erfahrungen decken sich weitgehend mit denen von Frau Sommer.

  5. Avatar von Fritz Kuhn
    Fritz Kuhn

    Man kann die angesprochene Problematik nur schwer statistisch erfassen. Die meisten Erfahrungen werden nicht kommuniziert.

    Ich kenne auch drei Syrer persönlich. Einer hat mit Traditionen nichts am Hut, der andere ist streng konservativer Moslem, aber nur nach innen, d.h. seine zukünftige Frau muss gläubige, unschuldige Muslima sein. Nun ja, und der dritte ist radikal, wie auch die, die im Text beschreiben wurden.

    Ich hatte auch schon Geschichten mitbekommen, bei denen man nur hofft, dass die Presse keinen Wind davon bekommt.

    Die Zukunft wird zeigen, wessen Zukunftsprognosen eintreffen.

    Hoffen wir, dass die Pessimisten nicht in Wirklichkeit Realisten waren.

  6. Avatar von Rebecca Sommer

    Henning HIrsch: ich bin Rebecca Sommer, ueber die Sie sich hier auf’s uebelste auslassen. Ohne mich jemals direkt zu kontaktieren, zu befragen, zu sprechen. Sie agieren genau wie diese paramilitaerischen Ultrarechten Seiten und wie die Rrrrusssischen Sputnicks. Nur „eleganter“eingefaedelt. Das zu Ihnen. Ich hatte den dieKolumnisten angeboten, meinen eigenen Artikel zu schreiben, ohne in Fragen eingequetscht zu sein, die automatisch Antworten und Fokus dirigierten. (Ich stehen aber zu meinen Worten und dem Interview mit NvOS!) Der Grund warum ich dieKolumnisten kontaktierte war der shitstorm der entstand, weil mein polnisches Interview politisch motiviert verzerrt wurde, denn die Rechte verzeihen mir nicht das ich weiterhin ehrenamtlich tätig bin, und eine Frauenrechtlerin bin. Ich dachte die Kolumnisten seien die Mitte. So wie Sie, wahrscheinlich der Linksherde zuzuordnen, schmeckt der Rechtsherde meine Berichte auch nicht. Denn ich BIN die Mitte, die Basis, eine die 24/7 fast 7 Jahre lang Fluechtlinge als auch in einigen Faellen Migrannten unterstuetzt. Ehrenamtlich wohlbemerkt, ohne instititionalisiert zu sein, ohne funding, ohne damit Geld zu verdienen, und ohne Projekte die finanziert werden/ noch wurden. Stimmt nicht, wir bekamen mal 20 T-Shirts bezahlt und eine Lautsprecherbiz fuer unsere Flüchtlingstanzgruppe, die ich immer noch leite, und einmal (sogar Gysi halte ein) 800 Euro fuer ein Sommerfest von 600 Flüchtlingen. Um essen davon einzukaufen. Und ich kann versichern, kein Pfennig ist davon uebriggeblieben. Und warum kein Interview in Deutschland? Weil in Deutschland die Basis – die die keine Gutenachtgeschichten mehr erzaehlen will – nicht gehoert werden soll – das als meine Antwort auf die vielen Giftnattern die sich darueber mokierten dass ich zuerst ein Interview in Polen gab. Nichts ist daran verdaechtig, sondern die Realitaet hier in Deutschland. Mich hat keiner gefragt nach einem Interview, so aber die Journalistin aus Polen. Aber das wollten Sie nicht, von den Die Kolumnisten, dass ich mich selber artikuliere in einem eigenen Artikel, mit Fokus auf was (und wie) ich berichten moechte, obwohl ich es anbot und danach fragte, und jetzt weiss ich warum. Ich sollte nochmal im Nachhinein ausgeschlachtet werden, bzw. meine Person, durch Diffamierung, Spott und Hohn. Nun gut, machen Sie was Sie wollen, Sie wissen schon am besten warum Sie das tun. Zu ihrem Kommentar „Aluhutfraktion und Weltverschwörungstheorien angelangt“, verbitte ich mir aber ganz entschieden den Ton, denn was Sie betreiben ist weiterhin dafuer zu sorgen, das meine Stimme gebrochen und ausradiert werden soll. Sie hetzen, anstatt sich ueber mich zu informieren. Sie haben den Aluhut auf, nicht ich. Weil es ihnen nicht passt was ich denke. Ohne zu verstehen von woher ich komme. Ich habe ein lebenlang als Menschenrechtlerin mit Indigenen Voelkern gearbeitet, und dazu gehoert automatisch das Voelkerrecht. bei Indigenen geht es immer um das selbe- unter anderem Erhalt der Kultur, Gruppe/Volk, Sprache und LANDrecht. Selbstbestimmung. Ich habe eine Dekade an der UNDRIP (UN Deklaration Indigene Rechte) mitgewirkt, in meiner bescheidenen Funktion als Indigennunterstuetzerin, und habe einfach eine andere Sichtweise als Sie. Ich sehe, ohne Rechts noch Links zu sein, dass das Projekt Europa sich ganz anders entwickelt als ich es verstanden hatte. Ich dachte immer – und habe mich wenig darum gekuemmert weil ich im Ausland lebte und Europa fuer mich WEIT weg war (ach waren das doch gute Zeiten wenn ich jetzt bedenke), dass Europa wie Olympiaringe gedacht war/ist und auch so funtioniert. Das sehe ich aber heute nicht mehr so. Mir tun die Menschen leid, die ueber ihre Zukunft als eigene Gruppe, Volk, Sprach-Kulturgruppe (nennen sie es wie sie wollen, denn selbst Worte sind hier in DD so vergiftet das man ja gar nix mehr sagen darf) mit eigenen Interessen selbstbestimmt entscheiden wollen, aber zunehmend fremdgesteuert werden (sollen). „Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist eines der Grundrechte des Völkerrechts. Es besagt, dass ein Volk das Recht hat, frei über seinen politischen Status, seine Staats- und Regierungsform und seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu entscheiden. Dies schließt seine Freiheit von Fremdherrschaft ein.“ und genau dazu stehe ich, schon immer, nur habe ich diese Völkerrechtsschablone nie auf Europa gestülpt, aber Angesichts unserer Situation, mache ich es jetzt. Und sehe dieses Selbstbestimmungsrecht nicht mehr gewaehrleistet, und oeffnete deshalb meinen Mund. Mag sein das es das Thema der Rechten ist. Ja soll ich jetzt schweigen, nur weil diese meine Ansicht zu diesem Thema zur „Pfui-schaemen sie sich“ Gruppe gehoert? Wie lange noch soll hier jedem ein Maulkorb auferlegt werden, bis einfach keiner mehr spricht? Nee, ich lasse mich nicht verbiegen, und schon gar nicht von Deutschen, egal welcher Couleur. Und ich rede mit jedem, ob oben unten, rechts oder links. Ich bin FREI das zu tun. Und ich war noch nie die Person, die sich wegschleicht, nur weil jemand von anderen ausgegrenzt wird. Das stachelt mich eher an, an der Seite der ausgestossenen Person zu stehen. Denn ich hasse diese ängstliche Herdendynamik, sie macht unfrei und fremdbestimmt. Und so will ich nicht leben, und verweigere mich dieser ungesunden Energie entschieden. Ich finde viele Rechte und Linke TOTAL bekloppt. Finde aber bestimmte Linke als auch bestimmte Rechte gar nicht so schlecht. Lasst mich in Ruhe mit Euren Zuordnungen. Ich passe nicht in Eure Schablonen. Und das passt Euch nicht.

    Eine weitere Sache, meine persoenliche Enttaeuschung, und viele Kommentare die mir verdeutlichten, dass ich missverstanden worden bin (werden sollte?). Ich bin nicht „ploetzlich“ aufgewacht, es war ein langer Prozess. Und was heisst aufgewacht, ich war ja nicht am träumen, nur offen und Menschenfreundlich, bin ich uebrigends immer noch, einfach unbelehrbar. Denn ich gehe auf alle Menschen zuerst einmal offen zu, und bin damit (fast immer) gut gefahren. Wir haben alle 5 Finger an einer Hand, lachen und weinen. Wir sind alle Menschen. Ich bin selber von vielen Menschen aufgenommen worden, in einem Dorf, Land, Gruppe, Volk. ich weiss es ist das wichtigste, um anzukommen. und das ist unser Ansatz schon immer gewesen, nachbarschaftlich auf neuhinzugezogenen zuzugehen. und dafür muss ich noch andere sich fuer schämen. Da ich aber ein lebenlang nicht in Deutschland lebte, mit dem politischen Islam den ich eher als eine Ideologie sehe (ich bin kein Freund von egal welcher Religion) Muslimen (ausser Maasai, Tuareg, Berber etc aber eher am Rande) nichts zu tun hatte, bei denen aber das kulturelle Eigene im Vordergrund steht/stand in Bezug auf meine Menschenrechtsarbeit, noch die Deutsche Debatte verfolgte (Integratiin- Tuerken, Kurden, Libanesen etc.) ging ich auf die Neuhinzugezogenen unvoreingenommen zu. Ich zog 2012 nach Deutschland, Europa. Und so sammelte ich ab 2012 meine Erfahrungen uber die Jahre bis jetzt, multipliziert drch viele KollegInnen, gute, und viele schlechte, aus meiner, nein unserer Sichtweise aus gesehen. Denn ich verbleibe Menschenrechtlerin, und schliesse Frauenrechte logischerweise nicht aus. Nur rückten die Fraeunrechte immer mehr in den Vordergrund. Und durch Jahre der Begleitung von Menschen, 24/7, viele, nicht nur ein paar wenige, einige die sogar Freunde wurden und sind, andere die keine waren, und der sich wiederholenden Problematiken, und Diskussionen, gesagtem, erklaertem, gesehenem,erlebten, gelesenem, bin ich immer mehr darauf gestossen worden, dass ich umdenken muss, denn mein Weltbild und Realitaet passten einfach nicht zusammen. In Bezug auf Muslime, gesteuert durch ihre Religion und Sozialisation. Und was sich zuerst immer unbequemer anfuehlte, wurde irgendwann durch viele VIELE Einzefaelle, aehnliche sich immer wieder wiederholende Situationen, immer mehr zur Gewissheit, die mich viel kosteten mir das ueberhaupt einzugestehen. Denn es passte nicht in mein Weltbild. Nicht zu mir, meinem eigenem selbst. Und ja, es hat mich gekostet, ueberhaupt den Mut zu haben mir selber einzugestehen dass ich umdenken muss, und noch weiter, das ich es auch mitteilen sollte, denn viele machen ja den selben Fehler wie ich. SO sehe ich das, und das ist mein Recht. Schreit wie ihr wollt, ich habe meinen Schatz an Erfahrungen gesammelt, und den verschuette ich jetzt. Nicht hier, aber ich werde es aufschreiben. und habe die Belege dazu, die Fakten. Fragt ueber gute Dinge, da habe ich ebenso viel zu erzaehlen. Aber da es mir auch um eine mir ganz wichtige Freiheit geht, die meine Oma schon erkaempfte und das ist noch nicht so lange her ! Freiheit wenn ich will nackend baden gehen zu koennen, mich anziehe wie ich will, laut, wild und ungestuem zu sein, als weiblicher Mensch gleichberrechtigt durchs Leben gehen moechte, so auch meine Schwestern der Zukunft, sehe ich mich in der Verantwortung diese Freiheit mitzugestalten, und dazu gehoert mein Erlerntes in Bezug auf Muslime mitzuteilen, vor allem mit welchen Ansichten Neuhinzugezogenen zu uns kommen. Punkt. Und das ist der Grund warum ich mich mit meiner Person, als Rebecca Euch allen zum Frass vorwarf, denn nur wenn man diesen Prozess erklaert, kann ein anderer, der nicht on-the-ground im direkten Umgang mit muslimischen als auch anderen kulturell anders sozialisierten Menschen steht, eventuell verstehen, es nachvollziehen. Deshalb war das Interview persönlich. Mein point of view, und keine Abstraktion. Und was ich mir wuensche ist das Menschen so wie ich und Du, endlich anfangen darueber zu reden ohne aufgeblasene Entrüstung, zu debatieren, ohne „Pfui schaemen sie sich“. Und ohne die Person die sich ueberhaupt mal traut was zu sagen, zu versuchen diese in allem auszuradieren , bis unter die Guertellienie gehend (logisch, es ist eine Frau die erzählt). Ohne Morddrohungen. Ohne diese Person dermassen zu diffamieren und zu zerlegen, bis nichts mehr uebrigbleibt, und somit den Schatz an Erfahrungen gleich mit in den Muell schmeisst. So, und ich verabschiede mich jetzt von dieser Debatte die nur Zeit zieht, denn egal was man hier sagt, es ist nicht genug. ich konzentriere mich jetzt darauf hunderte von Seiten zu füllen, und diese dann zur Verfügung zu stellen. Ob diese Seite gefüllt mit wahrem Erlebten auf dem Scheiterhaufen landet, bleibt jedem selbst überlassen. Ich habe dann meine Arbeit getan.

    1. Avatar von Ed
      Ed

      Leider ausgesprochen unangenehm, Ihr Kommentar, Frau Sommer, so Ichbezogen. Sie bestätigen ungefragt den größten Kritikpunkt, es geht Ihnen nur um sich selbst.

      Vielen Dank dafür!

    2. Avatar von Andrea
      Andrea

      Liebe Rebecca,

      Sie schreiben einen ellenlagen Kommentar, erklären sich und ihre Sichtweise, legen offen, wie und warum Sie Ihre Meinung geändert haben und darauf wird von einem „Ed“ geantwortet, dass Sie nur über sich schreiben und das ausgesprochen unangenehm wäre.

      Sehen Sie und das ärgert mich so unglaublich an dieser deutschen Diskussions“kultur“.

      Die eine Seite argumentiert und öffnet sich, während die andere Seite nur bewertet und ad hominem argumentiert.

      Leider sind es die Linken, die das tun, warum ich seit Herbst 2015 und spätestens seit der Silvesternacht in Köln keine Linke mehr bin, denn mit der regressiven Linken, die die Augen vor Missständen verschließt, wenn sie es für politisch opportun hält, will ich nichts zu tun haben.

      Ich bin Feministin, Mitglied bei Terres des Femmes und für mich haben muslimische Frauen die gleichen Frauenrechte wie ich. Das ist nämlich der Punkt, der von den ach so Toleranten immer übersehen wird. Man gesteht diesen Frauen de facto nicht den gleichen Schutz zu, wie uns westlichen Frauen. Bei uns wird eine #meetoo-Debatte geführt, die im Vergleich zu dem, was in vielen muslimischen Familien gegenüber Frauen passiert, geradezu läppisch wirkt. Ich will nicht die #metoo-Debatte angreifen, ich greife die ungeheure Doppelmoral an! Es ist NICHT TOLERANT, Frauenrechte zur Disposition zu stellen und Verfolgung, Gewalt und Demütigung praktisch als Folklore anzusehen, wenn es sich um Muslimas handelt.

      Es ist im übrigen rasstisch, wenn wir die hohen Maßstäbe uns selbst und insbesondere auch an unsere Männer nicht auch an muslimische Männer anlegen.

      Es gibt einen schönen Begriff: Rassismus der niedrigen Erwartungen.

      Es schwingt immer so unterschwellig mit, dass man von arabischen und afrikanischen Muslimen nicht erwarten kann, was wir von uns sehr wohl erwarten. Was wird damit ausgesagt? Dass man von den „Wilden“ keine Menschlichkeit erwarten kann?

      Dieses Messen mit zweierlei Maß nennt man hierzulande Toleranz. Ich nenne es Rassismus.

      Ich kann Sie gut verstehen. Es geht um Selbstbestimmung und es geht auch um Respekt.

      Der politische Islam wird nicht ernstgenommen und damit wird er auch nicht respektiert. Es ist, als würde ein kleines Kind sagen, dass es einem eine runterhauen wird und man lächelt als Erwachsener und denkt sich, hach, der kleine Racker, wie putzig.

      Ist das Respekt gegenüber anderen Menschen? Ist das tolerant? Das ist total arrogant, superüberheblich, wie wenig selbstreflektiert muss man sein, um eine solche Einstellung für irgendwie menschenfreundlich oder links zu halten?

      Ich wünsche Ihnen jedenfalls alles Liebe und Gute, bleiben Sie sich treu, denn das ist es letztlich, was zählt.

      Liebe Grüße

      Andrea

    3. Avatar von Henning Hirsch
      Henning Hirsch

      Frau Sommer, Sie sehen, Ihnen wird hier bei uns jede Menge Platz für Ihren Text und Kommentare eingeräumt. Ob es vorab Verhandlungen gab, anstelle des Interviews eine von Ihnen speziell für uns verfassten Beitrag zu bringen, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich kenne einzig das Interview und habe es, um bloß nichts misszuverstehen, 2x in toto gelesen, bevor ich mich an meine Gegenrede setzte. Mir ist der Punkt, ob wir nun einen separaten Text von Ihnen oder das Interview bringen, auch nicht ganz klar. Hätte denn in dem neuen Beitrag was völlig anderes dringestanden? Falls es derselbe Inhalt – nur in anderer Form erzählt – gewesen wäre: in diesem Fall hätte sich an meiner Replik nichts geändert.

      Nun nochmal was Grundsätzliches: wer sich mit seiner Meinung in die Öffentlichkeit begibt, muss sich auf Gegenwind gefasst machen und den auch aushalten. Geht mir ja mit meiner gestrigen Kolumne nicht viel anders als Ihnen: die einen mögen den Inhalt, die anderen kritisieren mich. Und das nicht immer mit freundlichen Worten. Ich behaupte auch nicht, dass mein Standpunkt der Weisheit höchster Schluss ist; ich setze allerdings einen deutlichen Kontrapunkt zu Ihrer Sichtweise. Nämlich, ich bin nach wie vor felsenfest davon überzeugt, dass es zum einen richtig ist, Flüchtlinge aufzunehmen und dass die Integration klappen wird.

      Und dass in Ihrem Interview ne Menge steile Thesen enthalten sind, müsste Ihnen beim nachträglichen Lesen auch selbst auffallen. Wenn man das von Ihnen Gesagte konsequent zu Ende denkt, dann müssten wir eigentlich sofort die Grenzen schließen, niemand Neuen mehr reinlassen und einen Großteil der hier lebenden Moslems schleunigst ausweisen. Andernfalls droht Gefahr, dass sie dauerhafte Parallelgesellschaften gründen und irgendwann unser Land übernehmen möchten … weshalb Sie ja am Ende des Interviews die Polen dazu ermuntern, sich unsolidarisch zu zeigen und ihre Zero-Refugees-Policy beizubehalten. Dass Sie da von einem Liberalen wie mir nun keinen Applaus für erhalten, dürfte zu erwarten gewesen sein. Es sei denn, Sie geben sich oft Täuschungen hin und sind dann – wenn es anders läuft, als von Ihnen erträumt – bitter enttäuscht

      1. Avatar von Andrea
        Andrea

        „Wenn man das von Ihnen Gesagte konsequent zu Ende denkt, dann müssten wir eigentlich sofort die Grenzen schließen, niemand Neuen mehr reinlassen und einen Großteil der hier lebenden Moslems schleunigst ausweisen. Andernfalls droht Gefahr, dass sie dauerhafte Parallelgesellschaften gründen und irgendwann unser Land übernehmen möchten …“

        Soll das ein Argument sein? Sie möchten also Dinge nicht konsequent zu Ende denken und darum liegt Frau Sommer falsch?

        Sehen Sie sich ehemalige christliche Länder an, die jetzt muslimisch sind. Recherchieren Sie und denken Sie Dinge zu Ende, das ist doch eigentlich Ihr Job als Journalist.

        Was ist liberal daran, unsere offene tolerante Gesellschaft vor lauter falscher Toleranz langfristig zu verlieren? Finden Sie das sinnvoll?

        Ich glaube, dass Leute wie Sie nicht verstehen können, dass es für viele Muslime weltweit NICHT attraktiv ist, wie wir im Westen leben. Es ist nicht attraktiv, als Individuum eigene Entscheidungen treffen zu müssen und auf die Wärme von Tradition, Familie oder gar Stamm verzichten zu müssen. Es ist nicht attraktiv, sich seine Rolle im Leben aktiv suchen zu müssen. Es ist nicht attraktiv, nicht an ein höheres Wesen zu glauben, sondern an die Aufklärung und als Mensch im Grunde allein zu sein. Das Alleinsein muss man ertragen können!

        Ich weiß es nicht genau, aber ich möchte wetten, dass es in islamischen Ländern viel weniger psychische Erkrankungen gibt, weil die soziale Kontrolle für viele Menschen angenehm ist. Schreibabys werden „gepuckt“, damit sie sich selbst spüren können durch die Enge. Man kann Enge und soziale Kontrolle als unerträglich empfinden oder als Geborgenheit. Viele Menschen Menschen brauchen diese Enge auch noch später, weil sie sich sonst verloren fühlen. Da haben Sie übrigens auch gleich die Erklärung dafür, warum es soviele „besorgte“ Menschen gibt, die sich der offenen Gesellschaft verweigern. Die sind besorgt, weil sie nachvollziehen können, dass die westliche Welt für Muslime nicht attraktiv ist, was man von Seiten der politischen Linken, die am Liebsten jegliche Ordnung auflösen würde, nicht behaupten kann. Es mangelt an der Empathie für andere Menschen und man nennt das Toleranz? Ich behaupte, dass sich die sog. „Rechten“ sehr viel besser in Muslime hineinversetzen können als die angeblich empathische Linke.

        Ich liebe unsere offene Gesellschaft, aber sie ist definitiv unbequem für Menschen, weil sehr viel von einem erwartet wird. Man kann zwar vieles entscheiden, aber dann muss man dafür auch einstehen. Das ist unbequem, das kann man als menschlich kalt empfinden, das ist für Menschen, die mit festen Rollen aufwuchsen und der Gewissheit, eine ganz bestimmte Rolle im Leben zu haben und diese auch erfüllen zu müssen, nicht machbar, plötzlich kein Konzept mehr zu haben, wie man sein Leben gestalten soll. Erst die totale soziale Kontrolle und dann plötzlich nichts mehr? Weil andere es für tolerant halten, gar nichts zu verlangen?

        Wenn man als junger Mensch in einer traditionellen muslimischen Familie in Deutschland aufwächst und gleichzeitig auch das deutsche Leben kennt, dann wundert mich die zunehmende Orientierung in Richtung Wurzeln überhaupt nicht.

        Wenn man die Wahl hat zwischen einem engen Korsett und einem Leben, dass man selbst vielleicht nicht so ausfüllen kann, wie man sich das vorstellen würde, dann nimmt man das Korsett. Es sind die intellektuell und charakterlich Starken, die das hinter sich lassen können, die anderen nehmen die Geborgenheit, die Sie Unfreiheit nennen.

        Man macht sich nicht die Mühe, diese Menschen verstehen zu wollen. Finden Sie das nicht schrecklich arrogant? Man setzt sich nicht mit deren Kulturen auseinander und provoziert so mit Ansage den Culture Clash.

        Wieso? Nur, damit man unbequeme Sachverhalte nicht zu Ende denken muss?

        Ich finde nicht nur schlecht, was Sie geschrieben haben, nur nicht – wie Sie schon selbst schreiben – zu Ende gedacht. Ich habe das Gefühl, dass man mit Ihnen diskutieren kann und Sie diesbezüglich wirklich liberal sind. Aber bitte versuchen Sie, sich auch mal in komplett andere Denkweisen hineinzuversetzen.

        Wenn der westliche Lifestyle für Muslime nämlich nicht so attraktiv ist, wie Sie und viele andere glauben, dann haben wir definitiv ein Problem. Ich glaube, dass das der Kern der Spaltung in die unversöhnlichen Lager von Befürwortern und Gegnern der sog. Flüchtlingspolitik ist. Nur weil man etwas nicht sehen will, kann es trotzdem da sein. Man kann es nur wissen, wenn man hinsieht, auch wenn dass das eigene Weltbild unter Umständen zerstört.

        1. Avatar von Fred Groeger
          Fred Groeger

          Warten Sie doch erstmal ab, bis Christen wieder das „enge Korsett“ auf eine Gesellschaft anlegen wollen. Blick nach Polen.
          Sie schreiben einen historisch verklärenden Mist, als hätten sich „christliche Länder“ nicht auch erstmal zur Trennung von Kirche und Staat entwickeln müssen.

          Ein ganzer Haufen der Rechte für Frauen, Homosexuelle usw. mussten in Europa gerade gegen eine bigotte christliche Gesellschaft erstritten werden.

          1. Avatar von Penelope
            Penelope

            Sie unterliegen der Naivität, dass einmal erstrittene Rechte nicht mehr verloren gehen könnten, Herr Groeger. Schauen Sie sich mal bei Facebook die Seite „Before Sharia spoiled everything“ von Emrah Erken an. Ich habe wirklich keine Lust, dass wir diese hart erkämpften Rechte wieder verlieren, weil wir ach so tolerant sei wollen gegenüber dem politischen Islam.

        2. Avatar von Iris
          Iris

          Liebe Andrea,
          hat man Ihnen schon den Job von Herrn Hirsch angeboten? Das wäre angemessen. Ihre Ausführungen sind ausnahmslos auf den Punkt. Danke!

        3. Avatar von Penelope
          Penelope

          Liebe Mitfrau Andrea,

          jedes Wort von Ihnen kann ich nur unterstreichen. Thumbs up!

          LG Penelope

          1. Avatar von Fred Groeger
            Fred Groeger

            „Before Sharia spoiled everything“ erzählt aber eben auch nur in Schnipseln, was in diesen Ländern tatsächlich passiert ist. Wenn heute beispielsweise IDIOTEN wirklich denken, ein Staat wie Persien war in der Diktatur eines Schahs total westlich und demokratisch und es hätten nur die Islamisten zur Revolution gerufen, dann zeigt das eben, dass wir in eine historisch ungebildete Gaga-Gesellschaft wandern, in der ein läppische Facebookseite schon als „Bildung“ angesehen wird. Schönen Dank, @Penelope.

    4. Avatar von Udo Theiss
      Udo Theiss

      Wie der Titel Ihres Buches wohl lauten wird? „Wie Naivität zur Verbitterung führen kann. Ein Erfahrungsbericht von Rebecca Sommer.“ Schreiben sie es nicht. Sie haben sich hier bereits zur Genüge blamiert.

    5. Avatar von Fred Groeger
      Fred Groeger

      Frau Sommer,

      erklären Sie dochmal, wie dieser Quark von

      [Ich habe den Eindruck, dass in Europa Interessen am Werk sind, denen es sehr daran liegt, ein Europa zu kreieren und das Völkerrecht, die Selbstbestimmung eines vom Volk gewählten Staates zu verwaschen bis hin, es zu eliminieren.]

      zustande kam?

      Das ist ja nun doch ziemlich platt und verschwörungstheoretisch. Wessen Interessen sollen das denn bitte mal wieder sein?
      Kommt da jetzt was mit Soros oder Rothschild?

      Und tut mir leid, aber vielleicht ist Ihr Engagement für indigene Völker genau das Problem, wenn sie es nach eigener Aussage Ihre „Völkerrechtsschablone auf Europa überstülpen“ wollen.

      In den Staaten, die jetzt Flüchtlinge aufnehmen droht nun nicht gerade die Verdrängung oder Unterdrückung „indigener Völker“. Und da haben Sie auch selbst scheinbar nicht die „westlich-europäischen Werte“ der Verfassungstaaten der EU berücksichtigt, wenn Sie einfach mal vergessen, dass diese sich zur Religionsfreiheit verpflichten. Sorry, aber Religionsfreiheit und kulturelle Freiheit sind eigentlich grundlegende Werte der modernen westlichen Staaten. Die gelten auch für Muslime.

      Wenn Sie so einen Quatsch schreiben wie diese „Freiheit wenn ich will nackend baden gehen zu koennen“ dann hat das auch etwas absurdes, denn scheinbar kennen Sie sich selbst in Deutschland oder Europa nicht gut genug aus, um zu wissen, dass schon vor den „bösen Moslems“ Nacktbaden noch NIE überall zugelassen war. Ob in Deutschland, Frankreich, Spanien oder sonstwo, Sie müssten sich schon einen „FKK-Strand“ suchen.

      Wie kommt sowas? Sie nennen ein total konfuses Beispiel, das überhaupt nichts mit der Realität zu tun hat?

      1. Avatar von Penelope
        Penelope

        Meine Güte Herr Groeger,

        nehmen Sie das Beispiel des Nacktbadens nicht so konkretistisch auf. Frau Sommer hätte auch nur schreiben können, dass man als Frau hierzulande gerne weiterhin ein freies Leben führen kann, ohne als Schlampe etc. gebrandmarkt zu werden. Als ich jung war, hatten weder ich noch meine Freundinnen ein Pfefferspray in der Tasche. Mittlerweile ist das jedoch anders. Ich habe den Eindruck, dass Sie die Augen vor der Realität der Frauen verschließen. Gerade auch (säkulare) Musliminnen haben es schwerer als früher, ihr hier selbstbestimmtes Leben ohne Kampf beizubehalten. Aber wahrscheinlich denken Frauen sich Ehrenmorde, Zwangsverheiratungen, etc. auch nur aus und es handelt sich um ganz wenige Einzelfälle.

        Dass das Engagement von Frau Sommer für indigene Völker ein Problem sein soll, ist geradezu absurd. Ist es wirklich besser, zu Hause zu bleiben und sich krude Sachen zusammenzuspinnen, statt sich mit der Realität auseinanderzusetzen und sich dadurch eine Meinung zu bilden?

        1. Avatar von Fred Groeger
          Fred Groeger

          Meine Güte Frau Penelope,

          dieses vollkommen unsinnige „Nacktbade-Beispiel“ ist ja nun nicht die einzige Ungereimtheit.

          Aber Sie kommen auch gerade mit ähnlichem Blödsinn:

          „Als ich jung war, hatten weder ich noch meine Freundinnen ein Pfefferspray in der Tasche.“

          Kann ich jetzt schwer einschätzen woran das lag. Möglicherweise sind Sie ja so alt, dass die Erfindung des Pfeffersprays noch auf sich warten ließ.

          Faktisch gab es nämlich schon immer sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen im öffentlichen Raum in Deutschland.

          Wenn Sie nicht so ganz verstehen, warum ich Frau Sommers Engagement für indigene Völker als mögliches Problem sehe:

          Weil Sie anfängt von diesem Punkt aus in einer völkischen Sichtweise zu argumentieren, um eine spezielle Religion zu brandmarken.

          Ihre „Völkerrechtsschablone“ ist nicht wesentlich anders als das Gelaber aus rechtsextremen Kreisen, in dem der „Deutsche als Eingeborener“ dann mit dem „nordamerikanischen Indianer“ konfus verglichen wird.

          Und jetzt sülzen Sie mich nicht weiter voll.

    6. Avatar von Ulrike
      Ulrike

      Liebe Frau Sommer,

      niemand hat etwas dagegen, dass Sie ihren Mund öffnen. Sie öffnen den Ihren, andere tun dasselbe. So geht debattieren. Ich kenne Sie ja nicht, lese hier nur etwas von Ihnen, etwas, das Sie offenbar aufregt. Ich meinerseits kann diese Aufregung nicht nachvollziehen, und zwar weil es inhaltlich, historisch und sachlich zu unausgegoren und nicht durchdacht ist.

      Sie schreiben:

      „Mir tun die Menschen leid, die ueber ihre Zukunft als eigene Gruppe, Volk, Sprach-Kulturgruppe (nennen sie es wie sie wollen, denn selbst Worte sind hier in DD so vergiftet das man ja gar nix mehr sagen darf) mit eigenen Interessen selbstbestimmt entscheiden wollen, aber zunehmend fremdgesteuert werden (sollen). „Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist eines der Grundrechte des Völkerrechts. Es besagt, dass ein Volk das Recht hat, frei über seinen politischen Status, seine Staats- und Regierungsform und seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu entscheiden. Dies schließt seine Freiheit von Fremdherrschaft ein.“ und genau dazu stehe ich, schon immer, nur habe ich diese Völkerrechtsschablone nie auf Europa gestülpt, aber Angesichts unserer Situation, mache ich es jetzt. Und sehe dieses Selbstbestimmungsrecht nicht mehr gewaehrleistet, und oeffnete deshalb meinen Mund.“

      Damit setzen Sie zum einen den Zusammenschluss von Nationen kurzerhand mit Fremdbestimmung gleich. Wenn das der Weisheit letzter Schluss wäre, müsste sich auch Deutschland, das ebenfalls vor nicht allzu langer Zeit als Zusammenschluss vorher souveräner Reiche und Völker entstanden ist, sich wieder in seine regionalen Einzelteile, von Württemberg bis Holstein, auflösen. Auch die Wenden und die Sorben müssten dann eigene Staaten bilden, weil sie aktuell fremdbestimmt wären.
      Deutschland ist nicht von der EU besetzt, Deutschland mit Mitglied der EU, so wie die Sorben (und die Bayern und die Berliner) gleichberechtigte Bürger eines Landes sind. Das Völkerrecht wäre verletzt, wenn ein Land mit Waffengewalt in die EU gezwungen worden wäre, und das war nirgends der Fall, im Gegenteil, die Bundesrepublik Deutschland ist Gründungsmitglied der EU. Dass nicht jeder alles liebt, was da beschlossen wird ist politische und demokratische Normalität, denn dass wir nicht alle gleich ticken, das wissen Sie ja selbst.

  7. Avatar von Rainer Reusch

    Wie wäre es, mal etwas Rationalität in die Debatte einfließen zu lassen? Frau Sommer berichtet recht umfangreich über das Scheitern ihrer Projektionen und das ziemlich sentimental. Das steht ihr m.E. zu, und der Hirsch röhrt dagegen, wobei auch er in seiner Ideen-Materie-Matrize verbleibt.
    Dies allgemeine Geschwätz über Pro oder Kontra Islam ist von keinerlei Sachkenntnis getrübt. Lest doch mal Feuerbachs Religionskritik oder Hegels Auslassungen über Islam und Christentum und Monotheismus. Die medialen Äußerungen über die drei großen Weltreligionen in der Öffentlichkeit, die uns penetrieren, sind sämtlich religionslegasthenisch. Natürlich gibt es laut Hirsch überall Arschlöcher, aber unter religiösen vom Gottes-Allah-Jahwe Trauma besessenen Menschen häufen sich diese Arschlochanteile, zumal sie ihren Glauben nicht für sich leben sondern mich mit ihren Denkschablonen erheblich belästigen. Aristoteles hat Recht, wenn er meint, wo man Argumenten nicht folgt, sei Gewalt angebracht. Schließlich hat der Alexander d. Gr. in den Orient geschickt.

  8. Avatar von Dirk Bohm
    Dirk Bohm

    Ob es ähnlich kritische Stimmen gibt zu besonders positiven Darstellungen der „Flüchtlingshilfe“? Wird da immer kritisch genug nachgefragt? Und überhaupt, ist nicht schon das absolute Übergewicht überpositiver Berichterstattung bei gleichzeitigem immerfort währendem Heruntespielen von Problemen mit Migranten im Allgemeinen ein viel größerer Skandal als die tatsächlichen Einzelfälle in denen mal jemand, der seine vom Mainstream abweichende Meinung mal nicht genug eingeheitzt bekommt vom Interviewer? Zumal ich ja verstehe, dass das Interview in Polen geführt wurde. Andere Länder, andere Sitten. Das ist ja ohnehin der Kern auch ihrer Aussage, die Flüchlinge kommen halt aus so Ländern und jetzt sind sie nun mal hier. Was soll man schon machen außer in die Hände klattschen. Auf zum Bahnhof!

  9. Avatar von Dirk Bohm
    Dirk Bohm

    Das war der Höhepunkt für „diekoumnisten.de“. Aber hier geht es nur noch bergab. Und das vollkommen zu recht.

  10. Avatar von Mixay
    Mixay

    Was für ein bunter Strauß von Widersprüchlichkeiten! Beim Lesen des Interviews von Frau Sommer ebenso wie bei ihrer Replik auf Henning Hirsch drängt sich förmlich der Vergleich zur verschmähten, betrogenen Liebhaberin auf. Nach quälend langen Wiederholungen islamkritischer Klischees kommt dann schließlich eine doch überraschende Wende: der Appell an die indigenen Völker Europas sich auf Selbstbestimmung zu besinnen. Das tut weh! Schon vergessen die Zeit, als es vielen Staaten im Osten und Südosten des alten Kontinents gar nicht schnell genug gehen konnte, endlich die die EU zu gelangen. Vergessen wohl auch, dass die Beschlüsse für die Entwicklung Europas von den Mitgliedern der EU gemeinschaftlich getroffen werden. Bis hin zur Konsequenz des Austritts, wem diese Gemeinsamkeit nicht gefällt.
    Da nimmt sich die sehr steile These von der Fremdbestimmtheit schon grotesk aus. Lässt man man die dunklen Kräfte der alubehüteten Verschwörer außer Acht und folgt der veröffentlichten Meinung, so stehen vor allem Deutschland und Frankreich in dem Ruf, eine Vormachtstellung in Europa anzustreben. Nun meint Frau Sommer, dass die deutsche Toleranz einer islamischen Machtübernahme den Weg bereitet. Deutschland als Wegbereiter des europäischen Kalifats. Kurios, oder? Sarrazin läßt grüßen.
    Ansonsten ist das Bild des Islam eher starr. Oder erstarrt. Ganz im Gegenteil zur freiheitlichen Ordnung des Westens. Lassen wir die ältere Geschichte der Ausbreitung des Christentums mal außen vor und sehen mehr auf die nackend Badende: es ist kein Menschenalter her, da musste der Ehemann seiner Frau schriftliche Zustimmung zur Erlangung eines Führerscheins ausstellen, da musste mit amtlich verbrieften Dokument eheliche Gemeinschaft nachgewiesen werden, um in einem Hotelbett gemeinsam unter die Decke kriechen zu dürfen. Da sollte unsere so mühsam vor gar nicht langer Zeit erworbene Toleranz doch auch anderen Entwicklungbemühungen gegenüber Geduld aufbringen können. Dass es auch innerhalb des Islam unterschiedliche Auffassungen zu diesem Thema gab und gibt, dürfte kaum jemandem entgangen sein. Und dass auch aus dem Vatikan nicht jeder Veränderung jubelnd zugestimmt wird, ebenfalls.
    Mich versetzt dieses Interview in Angst und Schecken, nicht vor dem sich schleichend oder rabiat ausbreitenden Islam, sondern vor der Leichtigkeit, mit der Leute sich von einem Extrem ins andere begeben können und diese persönliche Kehrtwende dann anderen mit messianischem Eifer überhelfen wollen.

  11. Avatar von Regine Weisszupfel
    Regine Weisszupfel

    Interessant wie Sie von den Kolumnisten Kommentare sperren. Wir sehen was ihr tut.

    1. Avatar von Henning Hirsch
      Henning Hirsch

      Frau Weisszupfel, hier werden keinerlei Kommentare gesperrt. Einzig Nachrichten, in denen der Schreiber Beleidigendes von sich gibt, sortieren wir aus. Zum Wohle des Absenders, um dem die daraus evtl resultierenden strafrechtlichen Konsequenzen von vornherein zu ersparen. Sie sehen ja in diesem Thread, dass wir kein Problem mit einem bunten Meinungsbild zu unseren Kolumnen haben

  12. Avatar von Regine Weisszupfel
    Regine Weisszupfel

    Interessante Reaktionen auf Frau Sommer’s detaillierten Erfahrungsbericht. Da wird die „Frau-Keule“ herausgeholt: sentimental, verschmäht, konfus, bitter enttäuscht, verwirrt, hysterisch.

    Ich frage mich wie die Reaktionen aussehen würden, kämen die selben Worte von einem Mann? Welche Vorwürfe würde man dann aus dem Ärmel zaubern, gegen den Botschafter schlechter Nachrichten, um sich nicht mit dem Inhalt auseinandersetzen zu müssen?

    Es scheint keineswegs Leichtigkeit zu sein, mit der sie sich von einem Extrem ins andere begeben hat, Mixay. Frau Sommer berichtet 2018 für jeden nachvollziehbar, warum sie 2015 begann umzudenken. Wo sehen sie überhaupt ein Extrem? Nur weil es nicht gefällt was sie sagt, sie nicht liniengetreu ideologisch verharren bleibt? Frau Sommer engagiert sich zwar weiterhin für Flüchtlinge, aber spricht meiner Ansicht nach realistisch Interessante Reaktionen auf Frau Sommer’s detaillierten Erfahrungsbericht. Da wird die „Frau-Keule“ herausgeholt: sentimental, verschmäht, konfus, bitter enttäuscht, verwirrt, hysterisch.

    Ich frage mich wie die Reaktionen aussehen würden, kämen die selben Worte von einem Mann? Welche Vorwürfe würde man dann aus dem Ärmel zaubern, gegen den Botschafter schlechter Nachrichten, um sich nicht mit dem Inhalt auseinandersetzen zu müssen?

    Es scheint keineswegs Leichtigkeit zu sein, mit der sie sich von einem Extrem ins andere begeben hat, Mixay. Frau Sommer berichtet 2018 für jeden nachvollziehbar, warum sie 2015 begann umzudenken. Wo sehen sie überhaupt ein Extrem? Nur weil es nicht gefällt was sie sagt, sie nicht weiter linientreu ideologisch verharren bleibt? Frau Sommer engagiert sich zwar weiterhin für Flüchtlinge, sieht aber auch realistisch die Probleme, die auf uns zukommen. Sie macht uns auf die potenzielle Dynamik dieser gegebenen Verhältnisse, Kultur, Islam, Frauenfeindlichkeit, aufmerksam. Wir danken ihr dafür.

    1. Avatar von Henning Hirsch
      Henning Hirsch

      sollten Sie mit diesem Kommentar auf mich zielen: mir ist es völlig wurscht, welches Geschlecht Frau Sommer hat. Wäre sie ein Mann, hätte ich denselben Text geschrieben … und der Rest ihrer Anmerkungen wurde AUSFÜHRLICH auf unseren Kolumnistenseiten in Facebook diskutiert, weshalb ich jetzt an dieser Stelle keine Lust auf die zigste Wiederholung habe. Am besten hierhin navigieren: https://www.facebook.com/DieKolumnisten/ … und sich dort einen Überblick über die Debatte verschaffen

  13. Avatar von Regine Weisszupfel
    Regine Weisszupfel

    Interessante Reaktionen auf Frau Sommer’s detaillierten Erfahrungsbericht. Da wird die „Frau-Keule“ herausgeholt: sentimental, verschmäht, konfus, bitter enttäuscht, verwirrt, hysterisch.

    Ich frage mich wie die Reaktionen aussehen würden, kämen die selben Worte von einem Mann? Welche Vorwürfe würde man dann aus dem Ärmel zaubern, gegen den Botschafter schlechter Nachrichten, um sich nicht mit dem Inhalt auseinandersetzen zu müssen?

    Es scheint keineswegs Leichtigkeit zu sein, mit der sie sich von einem Extrem ins andere begeben hat, Mixay. Frau Sommer berichtet 2018 für jeden nachvollziehbar, warum sie 2015 begann umzudenken. Wo sehen sie überhaupt ein Extrem? Nur weil es nicht gefällt was sie sagt, sie nicht weiter linientreu ideologisch verharren bleibt? Frau Sommer engagiert sich zwar weiterhin für Flüchtlinge, sieht aber auch realistisch die Probleme, die auf uns zukommen. Sie macht uns auf die potenzielle Dynamik dieser gegebenen Verhältnisse, Kultur, Islam, Frauenfeindlichkeit, aufmerksam. Wir danken ihr dafür.

  14. Avatar von Boris Büche
    Boris Büche

    „Lassen wir die ältere Geschichte der Ausbreitung des Christentums mal außen vor und sehen mehr auf die nackend Badende: es ist kein Menschenalter her, da musste der Ehemann seiner Frau schriftliche Zustimmung zur Erlangung eines Führerscheins ausstellen, da musste mit amtlich verbrieften Dokument eheliche Gemeinschaft nachgewiesen werden, um in einem Hotelbett gemeinsam unter die Decke kriechen zu dürfen. Da sollte unsere so mühsam vor gar nicht langer Zeit erworbene Toleranz doch auch anderen Entwicklungbemühungen gegenüber Geduld aufbringen können. “

    Danke, Mixay, für diesen Blick auf die jüngere Geschichte. Die Freizügigkeit an ostdeutschen Gewässern ist erst seit 1990 von der CDU beendet worden, nicht von Muslimen.

    Frau Sommer sagt, Silvester in Köln 2015 habe sie zum Umdenken gebracht.
    Besser gesagt: Die „Berichterstattung“ über Silvester in Köln 2015. Bei näherer Betrachtung des damaligen GESCHEHENS bleibt nicht viel übrig. Ich glaube nicht, das ein Tag des „deutschen“ Kölner Karnevals deutlich friedlicher, oder weniger sexistisch abläuft!
    Neu war in Köln die Aufblähung zu einem „Skandal“ via soziale Netzwerke, Schnelljournalismus, und Sofortpolitik.
    Ein Text von mir dazu: https://www.kaufmich.com/magazin/der-justizminister-koeln-und-die-sexuelle-selbstbestimmung/
    und von einer Kölnerin: https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5473665&s=mithu+sanyal+silvester/

  15. Avatar von Maja
    Maja

    Die Erfahrungen, die Frau Sommer in ihrem Interview schildert, werden von vielen Menschen geteilt, die ebenfalls mit Flüchtlingen zu tun haben. Nur haben viele nicht den Mut, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, da genau dann das passiert, was bereits in der Überschrift der Replik deutlich wird: Nämlich die Gleichsetzung der Kritik am politischen Islam, der gerade durch die vielen neu hinzugekommenen Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis an Einfluss gewonnen hat, mit der grundsätzlichen Ablehnung der muslimischen Religion. Wer, wenn nicht jemand, der seit vielen Jahren im Bereich der Flüchtlingshilfe tätig ist, kann über die Problematik berichten, die mit der Mentalität und dem religiös-kulturellen Hintergrund der zugewanderten Menschen verbunden ist?

    Auf einige als „steile Thesen“ bezeichnete Punkte möchte ich eigene Erfahrungen anführen, die ich im Rahmen meiner Arbeit als Deutschlehrerin in Integrationskursen gemacht habe:

    1. Einordnung von Frauen als Menschen zweiter Ordnung innerhalb des Islam: Viele Frauen aus dem muslimischen Kulturkreis leiden ganz besonders darunter, dass sie sogar hier in Deutschland weiterhin in dem männlich und von der Familie bzw. dem Clan dominierten Einflussbereich leben. In vielen Gesprächen erfuhr ich von den Frauen, dass sie gern zumindest ein bisschen freier wären und nicht die alleinige Zuständigkeit für den kompletten Haushalt und die Kindererziehung hätten, vor allem dann, wenn sie einen Deutschkurs besuchen. Oft können Frauen nicht allein dorthin gehen – sie kommen dann entweder zusammen mit ihrem Mann oder gar nicht. Selbst bei in Sprachkursen üblichen Verfahren wie Partnerarbeit gibt es bei einigen aus religiösen Gründen Beschränkungen: Sie dürfen nicht gemeinsam mit männlichen Schülern arbeiten. Ein großer Teil der Frauen steht unter ständiger Kontrolle – der des Ehemannes, der Verwandten und Bekannten. Wollen Frauen diesen Einflussbereich zumindest ein Stück weit verlassen, so ist dies nur unter äußerst erschwerten Umständen (Verlust der familiären Bindungen, neue Identität, Angst um das eigene Leben) möglich. Sei es, weil sie ein wenig eigenständiger leben wollen, sei es, weil sie sich vielleicht von ihrem Mann trennen wollen, der oft wesentlich älter als ist sie und mit dem sie mit oft schon im Alter von 14 Jahren zwangsweise verheiratet wurden. Diese haben dann 6, 7 oder sogar mehr Kinder mit 40 und die meisten sind unglücklich in ihrer Ehe. Ich habe selbst mitbekommen, wie schwer es für sie ist, sich aus diesem Kontrollsystem von Mann, Familie und Bekannten auszuklinken. Diese Haltung der Männer wirkt sich letztlich auch auf die „länger hier lebenden“ Frauen, zumal insbesondere die jungen Männer ganz gezielt nach einer deutschen Frau suchen.

    2. Polygamie als Regel: In meinen Kursen habe ich ungefähr 10% Schüler im Laufe der Zeit kennengelernt, die definitiv mit 2 oder sogar mehr Frauen verheiratet sind. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, da einige Männer sich nicht darüber äußern. Aber bereits eine Quote von 10% ist als bedenklich anzusehen, da damit hier geltendes Recht ad absurdum geführt wird. Andere Schüler sind stolz auf ihre mehreren Frauen und wissen dabei genau, dass Polygamie hier eigentlich verboten ist. Es kümmert sie aber nicht, da sie wissen, sie können es sich hier erlauben – lapidarer Kommentar eines meiner Schüler aus dem Libanon, der sogar sehr gut Deutsch spricht: Bei uns ist das eben so. Er lebt hier in Deutschland mit seinen 3 Frauen und 6 Kindern in einer Wohnung, alle 3 Frauen sind auch noch zeitgleich schwanger. Oder ein weiterer, er ist nach islamischem Recht mit 2 Frauen verheiratet und sucht bereits die nächste – möglichst eine Deutsche. Den Schülern selbst will und kann ich das nicht verübeln. Sie können hier so leben, weil es von der staatlichen Seite aus keinerlei Sanktionen gibt und machen es daher auch.

    3. Schlechte Ausbildung der Flüchtlinge: Der größte Teil der Menschen in den Kursen besitzt kaum oder nur wenig Bildung. Bei ca. 7% bis max. 12% meiner Schüler ist das anders, d.h. sie haben zumindest für ein paar Jahre eine Schule besucht und sind aufrichtig bemüht, die deutsche Sprache engagiert zu lernen. Hoch Gebildete waren bislang unter den Schülern in meinen Kursen nur im einstelligen niedrigen Prozentbereich zu finden. Die meisten Männer waren in ihren Ländern Handwerker, Köche, LKW- oder Taxifahrer, Barbiere, Köche, Bau- bzw. Hilfsarbeiter. Die Frauen sind fast ausschließlich Hausfrauen und haben bereits in jungen Jahren 2, 3 oder mehr Kinder. Bzw. werden schnell (wieder) schwanger und fehlen dann im Kurs. 4 bis 6 Kinder sind die Regel in diesen Familien. Wobei anzumerken ist, dass die Frauen im Schnitt meist gebildeter sind als die Männer, da sie wenigstens einige Jahre die Schule besuchen konnten, bevor sie verheiratet wurden, während die Männer schon sehr früh gezwungen waren arbeiten zu gehen und so oft noch nicht einmal der arabischen Schriftsprache mächtig sind.

    4. Gewaltbereitschaft: Für Lehrer in Integrationskursen gehört es zur Normalität, dass Kleinigkeiten bei den Schülern zu Konflikten führen können, die auch gewaltsam ausgetragen werden. Bei jungen Männern kann das in einer Prügelei oder sogar einer Messerstecherei enden. Bei den älteren bleibt es eher bei lauten verbalen Attacken und Handgreiflichkeiten in Form eines „Gerangels“. Wenn man mit den Schülern über das Thema Gewalt spricht, dann wird deutlich, dass sie aus einer sehr gewaltaffinen Kultur stammen. Das, was bei uns zumindest offiziell verpönt ist – das Schlagen von Kindern zu Erziehungszwecken –, das ist in den Herkunftsländern der Flüchtlinge immer noch gang und gäbe. Selbst in öffentlichen Institutionen wie Schulen. Das sind dann äußerst schmerzhafte Stockhiebe auf Hände und Fußsohlen, zusätzlich zu der psychischen Tortur öffentlich gedemütigt zu werden. Diese frühen Gewalterfahrungen führen unter anderem auch dazu, dass bereits Kinder es als normal ansehen, Konflikte gewaltsam auszutragen. Eine verbale Lösung, eine Diskussion liegt nicht im Denkbaren für diese Menschen, da das kulturbedingt als Schwäche angesehen wird. Das ist ein Problem in staatlichen Schulen wie auch bei Bildungsträgern, die Integrationskurse anbieten.

    Letztlich geht es doch genau darum: Wie begegnen wir den mannigfaltigen Problemen, welche sich durch die Zuwanderung in unserem Land immer stärker manifestieren? Es ist anzunehmen, dass diese bei dem Ausmaß an Zuwanderung durchaus gesellschaftlich relevant sind und weiterhin sein werden. Ein Verschweigen oder Relativieren kann nicht die Lösung sein. Die Häufung der negativen Erfahrungen im Umfeld von Frau Sommer als verwunderlich zu bezeichnen, ist eine solche Relativierung. Es ist keine Häufung im Umfeld einiger weniger Personen, es sind Erfahrungen, die durchaus viele machen, die mit Flüchtlingen arbeiten. Und es ist wichtig, dass die Probleme konkret beim Namen genannt werden, statt immer nur von Einzelfällen zu sprechen.

    Wenn wir den Menschen, die allen Grund haben, bei uns Schutz zu suchen (wie vor allem Frauen, Homosexuelle, Angehörige anderer Religionen als dem Islam, Atheisten) und diesen wirklich helfen wollen, dann sind wir in der Pflicht, die Probleme speziell auch des muslimischen Kulturkreises entsprechend zu benennen, um etwas verändern zu können. Die Politik ist gefragt zu handeln und wird dies nur tun, wenn genügend Menschen sich öffentlich äußern. Letztlich geht es darum, unsere Regeln und Werte zu schützen und denen zur Verfügung zu stellen, die diese zu schätzen und damit zu leben wissen.

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